30 Minuten auf absoluter Augenhöhe

1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga – Roller Bulls schlagen sich gegen Topfavoriten mehr als wacker

Zwickau/Sachsen.-  Viel Hektik herrschte im Vorfeld der Begegnung der Rollis aus Zwickau und der Roller Bulls aus St.Vith, hatte doch der Präsident des Vizemeisters und Vizepokalsiegers im Laufe der Woche praktisch wie aus heiterem Himmel Insolvenz angemeldet.  Erst durch eine Faninitiative konnte der Spielbetrieb in Zwickau aufrechterhalten werden.  Entwicklungen, die sicherlich nicht spurlos am Team von Sinclair Thomas vorbeigegangen sind, wie die Anfangsminuten der Partie am vergangenen Sonntagnachmittag bestens belegten.

 

Erst nach zwei Minuten gelang Matt Sealy der erste Treffer.  Die Roller Bulls wirkten in dieser frühen Phase des Spiels besonders zielstrebig und aufgeweckt und schafften im direkten Gegenzug durch Neuverpflichtung Yono Van Rompaey den Ausgleich. 

 

Kopf- an Kopfrennen

 

Es folgte ein munteres Hin und Herin dem Lorenzo Boterberg, Arthur Fievet und Stefan Veithen bis kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts drei weitere Male ausgleichen konnten.  Quasi im Fotofinish konnten sich die Gastgeber aus Zwickau behaupten und das erste Viertel mit 16:12 knapp für sich entscheiden.  Auch im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich das Team des Trainerduos Veithen-Bernal bis in die Haarspitzen motiviert und konzentriert.  Diese konsequente Spielweise bereitete dem Favoriten aus Zwickau sichtlich Kopfzerbrechen, wenngleich Adam Erben, André Bienek und Kai Möller den Abstand zwischenzeitlich auf zehn Punkte (30:20) ausbauen konnten.  Die Bulls blieben am Ball und schafften durch Treffer von Arthur Fievet, Stefan Veithen und Lorenzo Boterberg nach acht Minuten im zweiten Spielabschnitt den Anschluss (33:28).  Ein Dreier von Stefan Veithen zum 35:31 ließ hierbei die Bank der Roller Bulls toben.  Zur Pause lagen die Gastgeber knapp mit 37:31 in Führung.  

 

„Verflixtes drittes Viertel!“

 

Aufgrund verschiedener Erklärungsversuche der Verantwortlichen an die lokalen Fans während der Pause verzögerte sich der Anpfiff etwas.  „Wir hatten mit dieser Verzögerung die meisten Probleme, denn alles was zuvor so perfekt bei uns war, wurde regelrecht über Bord geworfen“, erklärte Stefan Veithen.  So dauerte es sage und schreibe 7 Minuten im dritten Spielabschnitt, bevor die Bulls durch Philippe Minten ihren ersten Korb warfen.  Zwickau hingegen stellte auf konsequentes Pressing um, was sofort zum Erfolg führte.  André Bienek, Adam Erben und Kai Möller schraubten das Ergebnis zwischenzeitlich auf 55:31 hoch.  Mit einem deutlichen 58:37-Rückstand gingen die St.Vither Rollstuhlbasketballer schließlich ins finale Viertel.  Nach einigen taktischen Stellschrauben fanden die Gäste schließlich zur gewohnten Spielweise zurück, während das Team aus Zwickau die Zügel etwas schleifen ließ. 

 

22:22 im Finalviertel

 

So konnte diese Phase ausgeglichen gestaltet werden.  Das 22:22 im Schlussviertel machte somit den 80:59-Endstand perfekt.  Ein Achtungsergebnis gegen eines der absoluten Spitzenteams der Serie, auf das die Bulls sicherlich stolz sein und aufbauen können.  Am kommenden Samstagabend erwarten die Bulls dann vor heimischer Kulisse den Aufsteiger der Rolling-Devils aus Kaiserslautern. „Meiner Meinung nach handelt es sich um eines der wichtigsten Saisonspiele überhaupt, so dass wir uns eine lautstarke Fanunterstützung wünschen um das Saisonziel „Klassenerhalt“ anzusteuern“, erklärte Stefan Veithen nach der Rückkehr aus Zwickau.       

 

Zwischenstände:

 

1. Viertel: 16:12

2. Viertel: 21:19

3. Viertel: 21:6

4. Viertel: 22:22

Endstand: 80:59

 

Es spielten und trafen: 

 

RSC Rollis Zwickau: Benjamin Kenyon (7), Matt Sealy (8), Bryce Doody (5), Ddarren Scott Peasley (2), Günther Mayer (0), Daniel Gehse (0), Adam Erben (13), Julia Kittlaus (0), Vaidas Stravinskas (7), Kai Möller (19) und Andre Bienek (18)

 

Roller Bulls: Philippe Minten (10), Stefan Veithen (7), Yono Van Rompaey (2), Juan Bernal (2), MarcDe Vos (0), Arthur Fievet (14), Ralph Huylebroek (0) und Lorenzo Boterberg (24)

 

Schiedsrichter in der Zwickauer Scheffelbergsporthalle:

Reinhold Schreiner, Andy Heirler und Arthur Jaglowski

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Sinclair Thomas, Coach der Rollis aus Zwickau: „Natürlich hatten wir während der Woche keine perfekten Trainings- und Vorbereitungsmöglichkeiten.  Die Unruhe innerhalb des Vorstandes mit drohender Insolvenz zehrt doch an unseren Nerven.  Daher bin ich umso mehr stolz über die konzentrierte Spielweise meines Teams, das in den entscheidenden Phasen des Spiels zu reagieren verstand.  Wir haben zwar nicht das beste Spiel gemacht, doch die Gäste aus Belgien haben uns einiges abgefordert.  Jetzt heißt es sich sammeln um gegen Lahn-Dill best möglichst abzuschneiden.  Wir sind derzeit auf dem ersten Tabellenplatz und möchten nach dem kommenden Wochenende erneut an dieser Position stehen“.

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Wir konnten nach den Absagen von Jamaa Saadi und Mounir Moujoud nur mit acht Spielern nach Zwickau reisen, so dass die taktischen Umstellungen arg limitiert waren.  Wir haben aber das Beste aus der Situation gemacht und während dreißig Minuten einem der Topfavoriten auf den Titel Paroli bieten können.  Lediglich das dritte Viertel brach uns das Genick.  Eine zehnminütige Schwächphase darf man sich gegen ein solches Team nicht leisten.  Am Samstag sieht die Sache für uns deutlich anders aus.  Gegen Zwickau hatten wir nichts zu verlieren – es konnte nur positiv für uns werden.  Gegen den stärksten Aufsteiger seit vielen Jahren müssen wir jedenfalls auf der Hut sein, da wir diese Punkte in Bezug auf das Thema „Klassenerhalt“ dringend benötigen.  In einem Freundschaftsspiel in Frankreich, das wir verloren, konnte ich mir ein Bild des nächsten Gegners machen.  Sie sind sehr offensiv und wurfsicher.  Daher bin ich doch schon etwas erstaunt, dass die bisherigen Ergebnisse nicht so positiv für die Rolling Devils verlaufen sind.  Wenn wir ein ähnliches Spiel wie die guten 30 Minuten aus Zwickau auch im SFZ auf die Tapete bringen können, steht einem Sieg nichts im Wege.  Es wird aber ein harter Kampf und alles andere als ein Selbstläufer.“

 

 

Die weiteren Ergebnisse des 2. Spieltages:

 

Köln 99ers - Mainhattan Skywheelers 40:61

BG Baskets Hamburg - RSV Lahn-Dill 57:82

Oettinger RSB Team - Goldmann Dolphins Trier 87:75

Rolling Devils Kaiserslautern - Jena Caputs 52:35

RSC Rollis Zwickau - Roller Bulls 80:59

 

1

RSC-Rollis Zwickau

4:0 

170:94 

76 

2

RSV Lahn-Dill

4:0 

145:98 

47 

3

Mainhatten Skywheelers

4:0 

126:104 

22 

4

OETTINGER RSB Team Thüringen

2:2 

151:140 

11 

5

GOLDMANN Dolphins Trier

2:2 

168:125 

43 

6

BG Baskets Hamburg

2:2 

139:134 

7

Rolling Devils Kaiserslautern

2:2 

90:128 

-38 

8

Köln 99ers (RBBL)

0:4 

81:124 

-43 

9

Roller Bulls St. Vith

0:4 

111:162 

-51 

10

Jena Caputs

0:4 

70:142 

-72 

 

Endresultat:

RSC ROLLIS ZWICKAU 80 - ROLLER BULLS 59

 

Gerd Hennen