Bulls bezwangen bayrische Leguane

Roller Bulls sind zurück auf der Erfolgsspur und versuchen doch noch das Unmögliche möglich zu machen. "Jetzt erst recht!", so die Devise.

St.Vith.- Am vergangenen Samstagabend präsentierten sich die Roller Bulls in einer beeindruckenden „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ zurück und läuteten somit den Schlussspurt der Meisterschaft gegen die Iguanas aus München ein.  Bekanntlich haben die Schützlinge von Coach Michael Maréchal den Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs nicht mehr in eigener Hand und müssen auf einen Patzer des Widersachers aus Wiesbaden hoffen. 

„Die Saison ist noch zu lange, als dass man sich schon als sicherer Aufsteiger wähnen könnte.   Ein schlechter Tag der Rhinos könnte uns im Fotofinish doch noch den direkten Wiederaufstieg in die Erstklassigkeit bescheren. An diese Minimalchance müssen und werden wir glauben“, so der Coach.

Iguanas mit starker Halbzeit

Die Partie gegen die Igunanas-Leguane aus München begann äußerst ausgeglichen, wobei den Bulls vor allem in den Anfangsminuten doch mangelhafte Trefferausbeute zu bescheinigen war.  Benjamin Ryklin traf unmittelbar nach dem Hochball für die Gäste aus München, so dass sich fortan ein offener Schlagabtausch entwickelte.  Arthur Fievet, Mounir Moujoud, Bart Nulens und auch Lorenzo Boterberg wussten die Treffer der Gäste immer wieder auszugleichen.  Bereits in dieser Phase wurde die hohe Treffsicherheit des Münchener Centers Florian Mach deutlich, der den Ball aus schier jeder Lage in der Reuse versenkte.  Zwischenzeitliche Breaks der Münchener wie beispielsweise das 17:12 in der 6. Minute brachten die Bulls jedoch nicht aus ihrem Spielkonzept, so dass Bart Nulens quasi mit dem Abpfiff des ersten Viertels  mit seinem verwandelten Freiwurf für den 21:21-Ausgleich sorgte.  Im zweiten Spielabschnitt unterstrichen die Bulls dann erstmals ihre Favoritenrolle und schafften durch den eingewechselten Christophe Van Houcke sowie ihrem Top-Scorer Lorenzo Boterberg ein erstes 33:25-Break, dem die Iguanas bis zum Spielende nichts mehr entgegensetzen konnten. 

„Unruhestifter“ Florian Mach

Florian Mach und Benjamin Ryklin gelang bis zur Halbzeitpause nur noch eine 41:36-Resultatskosmetik.  Vor allem Florian Mach bestritt ein tolles Spiel und wurde mit 30 Punkten zum „Spieler des Tages“.  Nach dem Seitenwechsel wurde dann auch die physische Übermacht der Hausherren deutlich, so dass Lorenzo Boterberg, Mounir Moujoud und auch Bart Nulens den Pubktevorsprung schnell wieder herstellten. Somit gingen die Bulls mit einem beruhigenden 11-Punkte-Vorsprung (59:48) ins Finalviertel.  Auch hier ließ das Team von Michael Maréchal nichts mehr anbrennen und verwaltete seinen Vorsprung sicher und kaltschnäuzig.  Zwischenzeitlich lagen die Bulls mit 19 Punkten in Führung und kauften somit dem Gast, der mitunter auf Schadensbegrenzung bedacht war,  den moralischen Schneid ab.  Am Ende siegten die St.Vither Rollstuhlbasketballer souverän mit 77:62 und ließen sich von den rund 300 begeisterten Fans feiern.  Die Bulls scheinen demnach den Kampf um den Aufstieg wieder aufgenommen zu haben, so dass eine spannende Saison-Schlussphase zu erwarten ist.

 

Die Zwischenstände:

1. Viertel            21:21

2. Viertel            20:15

3. Viertel            18:12

4. Viertel            18:14

Endstand:            77:62

Es spielten und trafen:

Roller Bulls: Mounir Moujoud (10), Philippe Minten (6), Stefan Veithen, Christophe Van Houcke (18), Juan Bernal, Bart Nulens (4), Arthur Fievet (18), Jamaa Saadi (2), Ralph Huylebroek (2), Lorenzo Boterberg (17) 

Igunanas München: Andreas Schaffer (2), Gabriel Robl (9), Benjamin Ryklin (6), Laura Fürst (3), Johanna Welin (2), Florian Mach (22), Uli Schmölz (18)

 

Michael Maréchal, Coach der Roller Bulls: „Die Woche war nach der schmerzlichen Niederlage äußerst hart.  Neben der Enttäuschung hatten wir auch noch mit Grippeerkrankungen zu kämpfen, was die Vorbereitung nicht leichter machte.  Wir haben heute dennoch die notwendige Reaktion gezeigt und möchten mit diesem Sieg unseren treuen Fans besonders für ihre Unterstützung danken.  Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive konnten wir Akzente setzen und auf den Pfad des Erfolgs zurückfinden.  Natürlich glauben wir noch an den Aufstieg.  Das sind wir uns und unseren Fans schuldig.  Wiesbaden hat beispielsweise in der Hinrunde mit knapp 10 Punkten Unterschied gegen München gewonnen – weshalb sollte das nicht in der Rückrunde zugunsten der Iguanas ausgehen?  Es sind noch sieben Spiele zu bestreiten, in denen bekanntlich vieles geschehen kann.  Auch ist es nicht schwierig, meine Spieler für diesen Endspurt zu motivieren, da sie nach wie vor das Ziel des Aufstiegs klar vor Augen haben.  Die Mannschaft weiß, dass sie ihr Schicksal nicht mehr in eigenen Händen hat, dennoch diese Minimalchance durch konstant gute Leistungen noch besitzt.  Wir werden es dennoch packen!“

Andreas Ebertz, Coach der Iguanas München: „Die Roller Bulls haben heute klar und verdient gewonnen. Da gibt es keine zwei Meinungen. Im vergleich zum Hinspiel waren die Unsrigen viel besser, so dass wir unsere Entwicklung der vergangenen Spiele auch hier in St.Vith fortsetzen konnten.  Es soll keine Entschuldigung sein, aber wir gehen personaltechnisch derzeit am Stock, was sich heute vor allem in der zweiten Halbzeit bemerkbar machte.  Die kleine Bank machte eine ständige Rotation unmöglich, so dass die Physis der Roller Bulls sich am Ende deutlich durchsetzte.  Die Körperlichkeit war heute Spiel entscheidend.  Es handelt sich um eine sehr sympathische Mannschaft, der ich auch den Aufstieg gönne.  Dennoch können wir erhobenen Hauptes die Heimreise antreten und von der heute gezeigten Leistung zehren.  Vor allem in der Defensive konnten wir einige Akzente setzen, die für die kommenden Begegnungen wichtig sind.  Besonders hat uns jedoch die atemberaubende, megalaute Kulisse fasziniert.“