Bulls empfangen die Sabres aus Ulm

Die Bulls wollen sich auch gegen Ulm nicht unterkriegen lassen

"Der dritte Sieg muss eingefahren werden"

Den Saisonstart der Roller Bulls kann man als äußerst gelungen bezeichnen.  Zwei Siege gegen die vermeintlichen Top-Teams Iguanas München und Mainhattan Skywheelers Frankfurt untermauerten den Favoritenstatus der ostbelgischen Rollstuhlbasketballer.  Auf die gezeigten Leistungen möchte Headcoach Stefan Veithen weiterhin aufbauen, um den Weg zum Wiederaufstieg ins Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs zu ebnen.  Gegen Sabres Ulm setzt der Ameler Trainer daher auf einen weiteren Sieg. Die Gäste aus Ulm schauen auf einen verkorksten Saisonstart.

 

 

In ihrem Auftaktspiel unterlagen sie dem zweiten Team des Abonnementmeisters Lahn-Dill mit 75:48, während das Team von Coach Manfred Wolf auch im Heimspiel gegen Heidelberg mit 47:61 unterging.  Entsprechend skeptisch wirken die Ulmer auch vor ihrer Auswärtsreise nach Belgien. „Es wird sicherlich eine Frage der Moral sein, wie wir gegen die favorisierten Roller Bulls auftreten. Mut sollte uns das eigene Turnier der Vorwoche machen, in dem wir die Mannschaft aus St. Avold, die gut mit den Bulls vergleichbar ist, schlagen konnten.  Dennoch sind wir, gerade in der Ferne, der krasse Außenseiter!“, so Ulms Topscorer Dominik Bloching.  Doch gerade diese Spiele können durchaus auch eine Initialzündung bewirken, geht die Wolf-Truppe doch recht drucklos in die Partie.  „Solche Spiele können auch Spaß machen, so dass wir versuchen werden, die Begegnung lange offen zu gestalten.  Wir vertrauen auf unsere eigenen Stärken und möchten den Gegner entsprechend ärgern.  Dafür steht mir die volle Teamstärke zur Verfügung.“, bemerkte Ulms Headcoach Manfred Wolf.

 

Während die Ulmer offensichtlich mit ihren Säbeln rasseln, setzt Stefan Veithen auf Konsolidierung des bisher Erreichten.  Zwar lief bislang noch nicht alles perfekt und die Fans sowie die sportlich Verantwortlichen mussten eifrig zittern, doch Moral, Kampfbereitschaft und Physis scheinen bei den Bulls nach wie vor zu stimmen.  Gerade die Körperlichkeit könnte gegen Ulm zu einem Vorteil avancieren, wenn man die verschiedenen Spiele des Gegners genauer betrachtet.  In beiden bisherigen Partien konnten die Ulmer bis zur Halbzeitpause durchaus Schritt halten und lagen gegen Lahn-Dill nur mit sechs und gegen Heidelberg sogar nur mit fünf Treffern im Hintertreffen.  Erst im dritten und vierten Spielabschnitt gerieten die Wolf-Schützlinge unter die Räder.  Die Bulls setzten derweil auf einen langgezogenen Endspurt.

 

„Wir haben in den beiden ersten Spielen tolle Momente gehabt und müssen auf diese auch für die Zukunft aufbauen.  Allerdings müssen wir mehr auf das Vermeiden von Fehlern achten, damit wir uns nicht selbst aus dem Spielkonzept bringen.  Eine Aufholjagd wie zuletzt gegen Frankfurt wird uns nicht immer gelingen“, meinte Stefan Veithen selbstkritisch. Personell kann Stefan Veithen durchaus aus dem Vollen schöpfen, wenngleich Arthur Fievet am Samstag sein voraussichtlich letztes Spiel für die Bulls bestreiten wird. „Wir hatten das mit Arthur bereits vor Saisonbeginn abgeklärt.  Er hat sein Studium als Kinesitherapeut erfolgreich abgeschlossen und wird für ein Jahr in einer Klinik auf der Île de Réunion arbeiten.  Schade, denn die Schnelligkeit von Arthur wird uns sicherlich fehlen!“, so Stefan Veithen. 

 

Darüber hinaus erteilten die Roller Bulls ihrem Neuzugang David Offermann die kurzfristige Freigabe für den Handi-Basketballklub aus Natoye.  „David ist ein exzellenter Basketballer, der tolle Fähigkeiten aus seiner Zeit als Fußgänger-Basketballer mit extrem hoher Wurfsicherheit mitbringt.  Er muss sich aber noch an das Spiel im Stuhl gewöhnen, so dass wir ihm die entsprechende Spielpraxis bei uns im Team vorerst nicht garantieren können.  Er wird weiterhin mit den Bulls trainieren und die Spiele dann für Natoye bestreiten.  Hier kann er sich dann sportlich entwickeln, so dass er in Zukunft unser Team verstärken wird.  Wir wollten einfach nicht, dass er hier in dieser Saison versauert, zumal David extrem ambitioniert ist und unbedingt spielen möchte.“, erklärte Teammanager Edgard Boemer.  Doch das Team um Spielgestalter Nazif Comor ist stark genug, um diese Abgänge sportlich zu kompensieren.  „Wir sind breit aufgestellt, so dass wir weiterhin perfekt rotieren können.  Das ist auch das Stilmittel des Erfolgs in diesem Jahr, da die Liga durchaus ausgeglichen ist.  Wir müssen also, wie ich bereits mehrmals betonte, stets auf der Hut sein und dürfen nie ein Spiel auf die leichte Schulter nehmen.  Somit erwarte ich von meinem Team auch gegen Ulm absolute Kampfbereitschaft, damit wir unseren treuen Fans Sport der Extraklasse mit entsprechendem Unterhaltungswert bieten können“, so Stefan Veithen abschließend.

Der Hochball im Sport- und Freizeitzentrum in St.Vith erfolgt am Samstagabend um 19.30 Uhr.  „Wir freuen uns über die in ganz Deutschland renommierte Fanunterstützung, damit wir unserem Ziel des Wiederaufstiegs mit dem sechsten Mann im Rücken ein Stück näher kommen.“