Ostbelgien

Bulls machen sich auf die Reise nach Hamburg!

BG Baskets Hamburg. vs. Roller Bulls Ostbelgien (Sa., 15 Uhr - www.sportdeutschland.tv & www.rollerbulls.be (FibaStat))

Die Rollstuhlbasketball freie Zeit ist endlich vorbei! Am Wochenende starten die Team der 1. RBBL in die neue Saison.  Mit von der Partie auch die Roller Bulls Ostbelgien, die aufgrund fehlender Nachrücker aus der 2. Liga die Option des Klassenverbleibs zogen.  Im Auftaktspiel treffen die Bulls auf die bärenstarken Baskets aus Hamburg, die in der Sommerpause personell entsprechend aufstocken konnten.
 
Die Roller Bulls Ostbelgien blicken mit eher gemischten Gefühlen auf die vergangene Saison zurück, landete das Team von Stefan Veithen doch auf einen Abstiegsplatz, während die spielerischen Leistungen oft zu wünschen übrig ließen. 
 
Mit neuem Elan in die neue Saison
 
Doch das ist Schnee von gestern, will man die Bulls-Verantwortlichen um Präsident Patrick Josten und Teammanager Edgard Boemer verstehen.  Da Stefan Veithen aus beruflich-privaten Gründen als Trainer nicht mehr zur Verfügung stand, konnten die Verantwortlichen mit dem Limburger Jo Bongaerts einen neuen Coach verpflichten.  Bongaerts ist in der belgischen validen und invaliden Basketballszene kein Unbekannter, war er doch selbst als Spieler aktiv und trainierte erfolgreich diverse Teams im Rollstuhlbereich. „Ja, Jo ist sicherlich eine gute Wahl, denn die meisten unserer Spieler kannten ihn bereits vor unserer Verpflichtung.  Für uns und auch für Stefan war es wichtig, neuen Elan ins Team zu bringen.  Und das schaffen wir sicherlich am besten mit einem ganz neuen, unverbrauchten Gesicht. 
Jo Bongaerts zögerte nicht lange und möchte sich dieser neuen Herausforderung im Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs stellen. Der gebürtige Limburger hat in den vergangenen Jahren das flämische Rollstuhlbasketballteam „Herk on Wheels“ trainiert. 
 
Herausforderung
 
„Die Bulls spielen zweifelsohne in einer anderen Liga und besitzen ein deutlich besseres spielerisches Niveau, so dass wir einander finden müssen.  Die Vorbereitungsphase hat bereits gezeigt, dass die Chemie zwischen mir und den Spielern stimmt und wir sicherlich sportlich einiges auf den Weg bringen können“, so Jo Bongaerts beim Vorstellungsabend im SFZ gegenüber dem Grenzecho.  Den eigentlichen Kontakt mit Jo Bongaerts und den Roller Bulls Ostbelgien stellte Robby Hulsmans her. „Ja, Robby und ich, wir kennen uns schon sehr lange, so dass er mich einfach ansprach und fragte, ob ich mir einen Trainerjob bei den Bulls vorstellen könne.  Das war schon eine tolle Sache!“, meinte Bongaerts.  Was die generischen Teams der 1.RBBL anbelangt, so sind diese für den neuen Bulls-Coach absolutes Neuland. „Natürlich kenne ich den einen oder anderen Spieler, aber die verschiedenen Teams habe ich in der Vergangenheit nie so direkt verfolgt.  Da vertraue ich den Infos meiner Spieler, die die Liga ja bereits seit Jahren spielen und demnach aus dem Effeff kennen“.
 
Teamstärke als Trumpf
 
Als größten Vorteil empfindet Jo Bongaerts die Tatsache, dass die Roller Bulls Ostbelgien keine Abgänge zu beklagen haben und somit mit demselben Personal in die neue Saison gehen können.  „Im Basketball sind Automatismen sehr wichtig, so dass dieses Eingespieltsein als Trumpf zu bezeichnen ist.  Andere Teams beispielsweise haben größtenteils ihren Kader enorm umgekrempelt und müssen sich daher erst einmal finden.  Bei uns ist das anders, ich kann als Trainer sofort mit taktischen Feinheiten beginnen und weiterhin am System feilen.“ Auf die Frage nach den Saisonzielen gibt sich Jo Bongaerts zielstrebig und konsequent: „In der vergangenen Saison hat das Team sicherlich Fehler gemacht und entscheidende Punkte liegen lassen.  Wir müssen versuchen, aus diesen gemachten Fehlern zu lernen und uns selbstbewusst, konzentriert und kämpferisch geschlossen zu präsentieren.  Dann sind auch die sportlichen Ziele, die ich mit dem Klassenerhalt definiere, realistisch“.
 
Ziel: Klassenerhalt
 
Gegen die BG Baskets Hamburg erwarten die Bulls bereits zum Auftakt einen sehr starken Gegner.  „Hamburg spielt bereits seit einigen Jahren im oberen Tabellendrittel mit und verfügt mit dem Japaner Rio Fujimoto über einen der treffsichersten Spieler der Liga.  Im Vorbereitungsturnier beim Thuringia Cup steuerte Fujimoto in den drei Spielen alleine 50 Punkte bei.  Dennoch scheinen die Hamburger defensive Schwächen zu besitzen, denn am Ende des Wochenendes landete das Team von Alireza Ahmadi etwas enttäuschend auf dem 5. Platz der Gesamtwertung. „Trotz des Endergebnisses war das ein guter Test vor dem Saisonstart. Wir haben gesehen, was uns bereits stark macht und wo wir unsere Defizite haben.  An diesen Schwachpunkten müssen wir weiterhin akribisch arbeiten“, bilanzierte Spielertrainer Alireza Ahmadi.  HSV-Co-Coach Peter Richarz monierte in diesem Zusammenhang das oft mangelhafte Defensivverhalten seiner Truppe: „Ärgerlich war der Turnierstart, denn wir haben den Sieg regelrecht an Zwickau verschenkt.  Wir fanden überhaupt nicht ins Spiel. Erst im zweiten Spiel gegen München zeigten wir die notwendige Aggressivität und Ordnung. Diese positive Tendenz konnte sich im letzten Spiel gegen Wiesbaden noch ein wenig steigern.  Gegen die Roller Bulls aus Ostbelgien dürfen wir uns beim Hochball an keinerlei Blößen geben, denn die Ostbelgier sind ein erfahrenes und eingespieltes Team, das es auf keinen Fall zu unterschätzen gilt“.
 
Der Hochball erfolgt in Hamburg am Samstag um 15 Uhr.  Das Spiel kann Live über den Internetsender „SportDeutschland TV“ oder aber via FibaStat auf der Roller Bulls Webseite
www.rollerbulls.be
verfolgt werden.  Die Bulls möchten einen tollen Saisonstart hinlegen, so dass es bereits am deutschen Buß- und Bettag am kommenden Donnerstagabend um 19.30 Uhr zum ersten Saisonspiel gegen Baskets 96 Rahden kommen wird.  Hier hofft das Team von Jo Bongaerts auf lautstarke Fanunterstützung zu einem eher ungewohnten Zeitpunkt. (Quelle: Gerd Hennen/grenzecho)