Bulls siegen im Derby gegen Trier

Klassenerhalt wird allmählich real

Goldmann Dolphins 55 - Roller Bulls 59

Trier.- Mit dem Rücken zur Wand gingen die Roller Bulls am heutigen Samstagnachmittag beim Derbyrivalen Goldmann Dolphins aus Trier auf Punktejagd.  Hierbei sannen die Mannen von Stefan Veithen auf eine Revanche für das knapp und unterm Strich unnötig verloren gegangene Hinspiel, als den Trierern Topscorer und Coach Dirk Passiwan nicht zur Verfügung stand. 


Die Bulls begannen die Partie äußerst konzentriert und gingen durch Arthur Fievet, Lorenzo Boterberg und Jamaa Saadi gleich mit 5:0 in Führung.  Die Trierer wirkten bereits in dieser Phase nervös.  Nach fünf Spielminuten sorgte Saadi für das 11:4.  Erst nach diesem Treffer kamen die Gastgeber besser ins Spiel und nutzten ihre Wurfchancen.  Drei Minuten vor dem Ende des ersten Viertels gelang es Dirk Passiwan erstmals Trier mit 12:11 in Führung zu werfen.  Mit einem 16:12 entschieden die Dolphins schließlich diesen Spielabschnitt doch noch zu ihren Gunsten.  Auch das zweite Viertel gestaltete sich äußerst eng und hart umkämpft.  Trotz exzellenter Leistung der Bulls konnten die Trierer ihren Vorsprung zur Pause auf sieben Punkte erhöhen.  Im oftmals „vermaledeiten“ dritten Spielabschnitt besannen sich die Bulls auf die eigenen Qualitäten und setzten auf kämpferischen Einsatz.  Mit einem 14:14 bogen beide Teams mit unverändertem 7-Punkte-Vorsprung für die Gastgeber ins FInalviertel ein.  Hier setzten die Bulls alles auf eine Karte und wuchsen regelrecht über sich hinaus.  Mounir Moujoud, Juan Bernal, Philippe Minten und selbstverständlich Lorenzo Boterberg sorgten mit ihren Treffern sechs Minuten vor dem Abpfiff für den erneuten 46:46-Ausgleich.  Nach einer kurzen Phase des Kopf-an-Kopfrennens gelang es den Bulls eine Minute vor dem Spielende durch Juan Bernal mit 55:53 in Führung zu gehen.  Trotz eines direkt angebrachten Korblegers von Dirk Passiwan zum 55:55-Ausgleich blieben die Bulls am Drücker und hatten im Abschluss durch Mounir Moujoud das Glück auf ihrer Seite.  Es folgten zwei Freiwürfe durch Moujoud, die dieser kaltschnäuzig zum 59:55-Führungsausbau vierzehn Sekunden vor dem Spielende nutzte.  Trier schien konsterniert und hatte lediglich noch einen Trumpf in der Tasche: ein schneller Dreier gefolgt von einer schnellen Ballrückeroberung hätte doch noch den Sieg ermöglicht.  Triers Amazone Dadzite übernahm die Verantwortung zehn Sekunden vor dem Abpfiff, scheiterte aber um Haaresbreite.  So stand dem recht überraschenden Auswärtserfolg der St.Vither Rollstuhlbasketballer nichts mehr im Wege.  Diese Punkte können mitunter den Grundstein für den fast nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt im Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs legen.  Jetzt haben es die Bulls wirklich selbst in der Hand und benötigen noch weitere Siege gegen die Teams aus Köln und Jena.  Die trotz der widrigen Witterungsverhältnisse mitgereisten Fans feierten jedenfalls den Auswärtserfolg wie einen gefühlten Klassenerhalt. (Quelle: GrenzEcho)