Bulls siegen im Schlussspurt in Frankfurt

(c) Harald Appel, Skywheelers

Knapper 62:56-Auswärtserfolg

Nach dem Auftaktsieg gegen die Iguanas aus München stand für die Roller Bulls am Wochenende das Spitzenspiel gegen den letztjährigen Bundesliga-Absteiger Mainhattan Skywheelers aus Frankfurt an. Am Ende stand ein verdienter 62:56-Sieg für die Ostbelgier.

Die Frankfurter gelten als Top-Team, das mit sehr großen Spielern für jeden Gegner unangenehm werden kann. Mit Marina Mohnen und Annegrit Brießmann standen zudem zwei Silbermedaillen-Gewinnerinnen der Paralympics in Brasilien auf dem Parkett. Nach dem Hochball taten sich beide Mannschaften zunächst extrem schwer. Zwar konnte Nazif Comor den ersten Bulls-Treffer erzielen, doch Nervosität in beiden Lagern verhinderte zunächst ein entsprechendes Aufbauspiel. Treffer von Heike und Tim Diedrich sowie von Marina Mohnen konnten Mounir Moujoud und Bart Nulens noch abwehren. Ab der 4. Spielminute kamen die Frankfurter besser in Fahrt und sorgten durch Treffer von Tim Diedrich und Annegrit Brießmann für ein kleines 8:5-Break. Die St.Vither Rollstuhlbasketballer ließen jedoch nicht locker und hielten den Abstand durch Treffer von Nazif Comor und Mounir Moujoud zunächst in Grenzen. Zur Pause führten die Gastgeber knapp, jedoch aufgrund der besseren Spielanlage verdient mit 15:11.

Zu Beginn des zweiten Viertels wirkten die Bulls präsenter und gingen durch Treffer von Moujoud, Comor und Van Houcke bereits nach zwei Minuten sogar mit 17:15 in Führung. Doch auch Frankfurt zeigte Cleverness und Abgebrühtheit und ließ sich durch diese starke Bulls-Phase kaum beirren. Im Gegenteil, denn Tim Diedrick und Marina Mohnen stellten den 21:17-Vorsprung wieder her, den Diederich und Christoph Spitz bis zur 7. Minute sogar zwischenzeitlich auf 30:21 ausbauen konnten. Mit einem 8-Punkte-Vorsprung zum 35:27 gingen die Teams schließlich in die verdiente Halbzeitpause. „Wir hatten ein gutes Gefühl, denn wir haben in den beiden Auftaktvierteln vieles richtig gemacht. Zudem sprach die bessere Physis für uns“, so Stefan Veithens Einschätzungen zur Pause.

Und er sollte sich in seiner Analyse bestätigt wissen, denn über Kampf und Aggressivität fanden die Bulls schnell ins Spiel zurück und benötigten nur zwei Minuten um durch Moujoud, Comor und Arthur Fievet auf 43:40 heranzukommen. Kurz darauf glichen Pho und Juan Bernal zum 44:44 aus. Am Ende dieses dritten Viertels retteten die Frankfurter ihre knappe 46:44-Führung durch Sven Diedrich über die Zeit. Im Schlussviertel schließlich setzten die Bulls alles auf eine Karte und gingen durch Nazif Comor und Arthur Fievet nach drei Minuten mit 52:46 in Führung. „Aus einem -8 machten wir somit ein +6. Das war schon eine tolles Leistung des gesamten Teams“, meinte Stefan Veithen anerkennend.

Frankfurt versuchte, die drohende Niederlage abzuwenden und haderte ähnlich wie die Bulls in der ersten Halbzeit mit den Unparteiischen. Christoph Spitz und Marina Mohnen wussten zwar noch auf 51:54 zu verkürzen, doch die Bulls setzten eindrucksvoll mit Kapitän Juan Bernal und Nazif Comor nach. Zwei Minuten vor dem Spielende lagen die Bulls mit 58:51 in Führung, die man dank weiterer Treffer durch Comor und Nulens zum 62:56-Endstand über die Zeit rettete. Ein am Ende sicherlich verdienter Arbeitssieg für die Roller Bulls, die somit perfekt in die neue Saison starteten. Am 29. Oktober steht mit Ulm ein unbequemer Gegner im Sport- und Freizeitzentrum auf dem Programm. Hier hofft das Veithen-Team mit entsprechender Fanunterstützung dann auf einen weiteren Sieg.

Für die Roller Bulls spielten und trafen:Nazif Comor (23), Mounir Moujoud (12), Stefan Veithen (0), Christoph Van Houcke (10), Juan Bernal (3), Bart Nulens (4), Arthur Fievet (7), Jamaa Saadi (0), Quoc Binh Pho (2), Pieter Dries (1)

Stefan veithen: „Wir wussten von der Stärke des Frankfurter Teams und haben uns exzellent auf die großen Spieler vorbereitet. Nach Anlaufschwierigkeiten steigerten wir uns mit und mit und konnten so dem Spiel nach der Halbzeitpause unseren Stempel aufdrücken. Selbst nach dem 8-Punkte-Rückstand zur Pause hatten wir allesamt ein gutes Gefühl, da wir physisch Vorteile hatten. Im Schlussviertel haben wir dann zugeschlagen, sind in Führung gegangen und haben diese bis zum Abpfiff verteidigt. Es war ein Spiel auf hohem Niveau, nichts für schwache Nerven, sodass jeder Zuschauer voll auf seine Kosten kam. Jetzt haben wir eine Woche Spielpause, bevor wir dann gegen Ulm vor heimischem Publikum erneut auf Punktejagd gehen können. Derzeit liegen wir mit zwei Siegen gegen vermeintliche Favoriten der Serie voll im Soll.“