Bulls starten in Ulm zum Schlussspurt

Sabres Ulm vs Roller Bulls (Sa. 17 Uhr)

Die spielfreie Zeit hat endlich ein Ende.  Nach anderhalb monatiger Winterpause starten die Rollerbulls mit dem Spiel gegen Sabres aus Ulm ins Neue Jahr 2017.

Die negativen Ergebnisse der Hinrunde sollen vergessen gemacht werden, so dass die Bulls nun auf einen langgezogenen Endspurt in Richtung Aufstieg setzen.

Es ist schon ein großer Spagat, den die Klubs des deutschen Rollstuhlbasketballs seit einigen Jahren leisten müssen.  Aufgrund kurz vor der Meisterschaft zurückgezogener Teams (Kaiserslautern) oder einen freiwillig abgelehnten Aufstieg (beispielsweise die Luxrollers Luxemburg) sind sowohl die erste als auch die zweite Bundesliga was die Mannschaften anbelangt numerisch akut unterbesetzt.  Während im vergangenen Jahr in der 2. Bundesliga Süd eine „Mini-Meisterschaft“ angeboten wurde, verständigten sich die Klubs in dieser Saison auf einen so genannten „1,5-Modus“, bei dem jede Mannschaft insgesamt drei Mal auf die Teams der Serie trifft. 

„Das hat den Vorteil, dass wir auf eine gewisse Zahl Spiele kommen und somit einen verlässlichen Spielplan anbieten können“, erklärte Teammanager Edgard Boemer vor Saisonbeginn. 

Zu lange Winterpause

Trotz dieser Aufstockung an Spielen stellen vor allem die Zuschauer extrem lange Zwischenpausen fest.  „Die Bulls bestritten ihr letztes Saisonspiel am 10. Dezember.  Anderthalb Monate nach dieser letzten sportlichen Herausforderung steigt man nun am Samstag erneut in die Saison ein.  Das ist viel zu lang und entbehrt sportlich aber auch fan-technisch jeglicher Logik.  Wie will man als Verein seine Fans binden, wenn nur alle paar Wochen Spiele stattfinden?  Der Aspekt Spannung bleibt doch vollständig auf der Strecke“, so die Kritik.  Nichtsdestotrotz müssen die Bulls auch diesmal in den sauren Apfel beißen und versuchen in der am Samstag beginnenden zweiten Phase auf den Punkt fit und vorbereitet zu sein. 

Vorsicht geboten

„Natürlich haben wir die lange Pause mit Trainingseinheiten und Freundschaftsspielen etwas überbrücken können, doch ein geregelter Spielbetrieb wäre auch, was die Psyche betrifft, sicherlich wünschenswerter.  Meisterschaft und Freundschaftsspiele sind halt zweierlei Paar Schuhe.  In der laufenden Meisterschaft dürfen wir uns halt keine Blöße mehr leisten, da an der Tabellenspitze ein Dreikampf zwischen München, Frankfurt und den Bulls entbrannt ist“, so Stefan Veithen gegenüber dem Grenzecho.  So kann beispielsweise das „Eröffnungsspiel 2017“ für die Bulls bereits zu einer Falle werden, trifft das Team von Stefan Veithen doch auf den Tabellenletzten aus Ulm.  „Wir haben in St.Vith zwar deutlich mit 78:43 gegen die Sabres siegen können, doch boten die Ulmer uns damals lange Zeit Paroli.  Es war ein hartes Stück Arbeit; das wird diesmal nicht viel anders werden“, meinte Stefan Veithen weiter. 

Sabres im Abstiegskampf

Für die Ulmer hat der Abstiegskampf derweil begonnen, so dass sich das Sabres-Team die Gegner derzeit nicht aussuchen kann und Coach Manfred Wolf seine Spieler somit von Spiel zu Spiel neu motivieren muss. Auch für die Ulmer ist es ähnlich wie für die Bulls das erste Spiel des neuen Jahres, da die Begegnung der Vorwoche gegen die Skywheelers aus Frankfurt wegen technischer Schwierigkeiten ausfallen musste. Die Frankfurter bekamen einen der beiden Wurfanlagen nicht ausgefahren, so dass die Unparteiischen kurzerhand die Partie nicht anpfeifen konnten.  Die Entscheidung, wie diese Begegnung schlussendlich gewertet wird, steht noch aus.  Eine strenge Entscheidung am „Grünen Tisch“ der RBBL mit einem „technischen Sieg“ für die Ulmer könnte den Bulls jedoch in die Karten spielen, da die Skywheelers den wohl heißesten und stärksten Widersacher im Aufstiegskampf darstellt. 

Säbelrasseln gegen Bulls

„Das von Stefan Veithen trainierte, tief besetzte Team aus Belgien, spielt sehr körperbetont, was uns eigentlich nicht so liegt.  Es handelt sich immer um schwere Partien gegen den Aufstiegsaspiranten“, so Sabres-Coach Manfred Wolf auf der Klubseite.  Der erfahrene Trainer  kann jedoch wieder auf alle Spieler zurückgreifen, die zuletzt gegen Lahn-Dill und Heidelberg Siege einfahren konnten.  „Wir haben gezeigt, dass wir Potenzial haben, die Klasse zu halten.  Jetzt müssen wir unsere gezeigten Leistungen in den letzten Spielen auch im Jahr 2017 wiederholen.  Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass es uns weiter gelingen wird, Punkte gegen den Abstieg einzufahren“.  Hierfür hat Wolf auch schon eine passende Strategie ausgeklügelt, die darauf basiert, der zu erwartenden Bulls-Aggressivität vor allem in der eigenen Verteidigung standzuhalten.  „Wir müssen versuchen den Ball geduldig laufen zu lassen, um  uns dadurch einfache Ausstiege in der Offense zu erarbeiten.  Zusammen mit unseren Fans im Rücken ist auch gegen die Belgier eine Überraschung möglich“, so die abschließende Einschätzung von Manfred Wolf.

Der Hochball erfolgt am Samstag um 17 Uhr in Ulm.  Die Fans der Bulls können das Spiel auf der Homepage www.rollerbulls.be im Live-Ticker verfolgen.  In der kommenden Woche kommt es dann zum Heimklassiker gegen den RSV Lahn-Dill II.  „Die Phase der Entscheidungen hat für uns begonnen“, so Edgard Boemer.