Bulls überrannten Rolling Chocolate

Rolling Chocolate 48

Roller Bulls 97

 „Wir möchten den Stier an den Hörnern packen!“, lautete der ehrgeizige Titel auf der Homepage der Rolling Chocolates Heidelberg vor dem Heimspiel gegen die ostbelgischen Roller Bulls.  Am Ende geriet das Team von Coach Marco Hopp mit 97:48 deutlich unter die Räder, während die Bulls theoretisch weiterhin vom Aufstieg träumen können.

Trotz der sofortigen Führung durch Andreas Hopp nach dem Hochball am Samstagnachmittag ließen sich die Roller Bulls nicht beeindrucken und spulten eindrucksvoll ihr gewohnt starkes Spiel ab. 

Keinen Hauch einer Chance

Arthur Fievet und Lorenzo Boterberg sorgten im Anschluss schnell für klare Verhältnisse und sorgten nach fünf Minuten mit ihren Treffern für einen leichten 10:5-Vorsprung.  Die Heidelberger steckten in dieser Anfangsphase nie zurück und präsentierten sich aggressiv-kampfstark.  Max Grubmüller und Sven Eckhardt schafften zwischenzeitlich noch den 9:10-Anschluss, doch ein fulminanter Schlussspurt mit Treffern von Lorenzo Boterberg, Philippe Minten und Bart Nulens verdeutlichten nach dem ersten Viertel mit 20:13 bereits den Klassenunterschied.  „Wir haben vor allem Lorenzo Boterberg im ersten Viertel nicht in den Griff bekommen, so dass er 15 seiner insgesamt 32 Scorerpunkte in diesen ersten zehn Minuten machte“, analysierte Marco Hopp.

Heidelberg kopflos

Auch im zweiten Spielabschnitt gelang es den „Jungen Wilden“ aus Heidelberg nicht, die St.Vither Rollstuhlbasketballer erfolgreich vom eigenen Korb fernzuhalten.  „Unsere Defense war einfach zu löchrig und phasenweise total überfordert, während wir in der Offensive für zuwenig Entlastung sorgten“.  Lorenzo Boterberg, Bart Nulens, Christophe Van Houcke und auch Arthur Fievet zogen so ihre Kreise und ebneten den Bulls die Siegesstraße.  Bereits nach vier Minuten im zweiten Viertel lagen die Bulls mit 29:17 in Führung, die bis zur Halbzeitpause auf 41:23 ausgebaut werden konnte.  Die Rolling Chocolates fanden gegen eine kampfstarke Bullen-Mannschaft kein probates Gegenmittel, während die St.Vither bis in die Haarspitzen konzentriert auftrumpften und die taktischen Vorgaben von Coach Michael Maréchal perfekt umsetzten.

Heidelberger Frust

Mit zunehmender Spieldauer machte sich auch Frust in den Reihen des Tabellendritten aus Heidelberg breit, da die „körperbetonte Gangart“ der Bulls die Emotionen bei den Chocolates aufkeimen ließ.  „Wir wussten bereits im Vorfeld, dass die Bulls vor allem in der Physis auf dem Platz deutliche Pluspunkte zu verzeichnen hatte.  Wir haben uns einfach auf dieses Spiel eingelassen und sind so aus unserem geplanten Konzept ausgeschert.  Mehr Coolness und eine deutlich bessere Team-Kommunikation auf dem Parkett hätte unserem Spiel deutlich besser getan“, erklärte Marco Hopp.  Die Heidelberger setzten im dritten Spielabschnitt alles auf eine Karte um doch noch etwas Ergebniskosmetik für die eigenen Fans zu betreiben. Zwar konnten die Gastgeber dieses Viertel mit 16:22 enger gestalten, doch die Roller Bulls ließen auch hier keinen Zweifel an ihrer Dominanz.  Beim Stande von 39:63 bogen beide Teams schließlich auf die Zielgerade ein. 

9:34-Fiasko

Hier erlebten die Heidelberger dann ihr persönliches Waterloo, wirkten die Truppe von Marco Hopp doch mit den Kräften und auch der Moral am Ende.  Mit 29:9 ging dieses Finalviertel zugunsten der Gäste aus Ostbelgien aus.  Dennoch verpassten die St.Vither ihr kurzfristig gestecktes Ziel der 100-Punkte-Marke um Haaresbreite.  Am Ende siegten die Bulls mit 97:48. „Wir haben uns heute vom Gegner vorführen lassen und absolut verdient hoch verloren. Kaum lagen wir mit 10 Punkten hinten gingen heute die Köpfe runter, das darf uns nicht passieren und schon gar nicht zu Hause vor den eigenen Fans. Dennoch hat heute mit den Roller Bulls der klare Favorit erwartungsgemäß gewonnen, nicht mehr und nicht weniger. Unsere Aufgabe besteht nun darin, das heutige Horror-Spiel aus den Köpfen zu löschen, um unseren dritten Platz gegen die Sabres Ulm die Kohlen zu untermauern“, bemerkte Marco Hopp abschließend.

Die Zwischenstände:

1. Viertel            13:20

2. Viertel            10:21

3. Viertel            16:22

4. Viertel            9:34

Endstand            48:97

Es spielten und trafen:

SGK Rolling Chocolate: Johannes Ernst (4), Max Grubmüller (3), Christian Gumpert (6), Thomas Gumpert (7), André Hopp (15), Benjamin Scherke (2), Dominik Vogt, C. Weiß, S. Holzheu, E. Bendel, Sven Eckhardt (11)

Roller Bulls: Juan Bernal (6), Lorenzo Boterberg (26), Arthur Fievet (13), Ralph Huylebroek (2), Philippe Minten (10), Bart Nulens (9), Jamaa Saadi (7), Christoph Van Houcke (17), Stefan Veithen.

Die übrigen Ergebnisse:

RBB München – Mainhattan Skywheelers II            70:58

Sabres Ulm – SB DJK Rosenheim                           72:45

Rolling Chocolate – Roller Bulls                               48:97

Rhine River Rhinos – RSV Lahn Dill II                       64:31