Bulls unterliegen am Familientag dem Oettinger Team

Roller Bulls 39 - RSB Team Oettinger 85

St.Vith.- Für den diesjährigen Familientag hatten sich die Roller-Bulls-Verantwortlichen mit einem Kostümwettbewerb für die Kids etwas ganz Besonderes einfallen lassen.  Nicht verwunderlich also, dass sich das Sport- und Freizeitzentrum am vergangenen Sonntagnachmittag mit zahlreichen kleinen und großen Fans füllte.  Diese erlebten Rollstuhlbasketball der Spitzenklasse, empfingen die Gastgeber aus St.Vith doch mit dem RSB Team Oettinger den derzeitigen Tabellenzweiten aus Eixleben.

 

Die Roller Bulls hatten im Vorfeld personelle Engpässe, stand Jamaa Saadi dem Trainerduo Stefan Veithen und Juan Bernal wegen beruflicher Verpflichtungen nicht zur Verfügung.

 

Personalnot

 

„Gegen Oettinger ist das weniger schlimm als gegen die noch verbleibenden Teams in direkter Tabellennachbarschaft, gegen die wir unbedingt weitere Punkte einfahren müssen.  Oettinger ist und bleibt für uns eine Nummer zu groß, so dass wir neben der Schadensbegrenzung vor allem Erfahrungen sammeln möchten, die wir dann in den kommenden Spielen dann als Zusatztrümpfe mit einbringen können“, so Stefan Veithen.  Die Roller Bulls begannen die Partie äußerst schwungvoll und dynamisch und gingen durch Mounir Moujoud sowie Philippe Minten sogar mit 4:0 in Führung.  Das Spiel der Gäste wirkte zunächst zerfahren, was sich auch in drei Fehlwürfen widerspiegelte. Die Bulls wussten in dieser Anfangsphase vor allem mit einer konsequent geführten Defensive zu überzeugen, die den Eixlebenern sichtlich Probleme bereitete.  So ließ der erste Korb für die Gäste bis zur 3. Minute auf sich warten. Doch dieser Treffer von Sebastian Magenheim sollte für Oettinger zur Initialzündung werden, denn nach dem schnellen Ausgleich durch Alex Halouski schaffte man schnell das notwendige Break.  Die Eixlebener spielten in den Schlussminuten des Auftaktviertels ihre gesamte Cleverness aus und bauten ihren Vorsprung auf 18:8 aus. 

 

Clevere Spitzenmannschaft

 

Die Roller Bulls zeigten sich in dieser Phase sichtlich beeindruckt und vergaben selbst einfache Wurfmöglichkeiten. RSB-Coach Josef Jaglowski ließ sein Team indes ständig rotieren, so dass der Brite Dan Highcock zusammen mit Jens Albrecht im zweiten Viertel auf Korbjagd ging.  Für die Bulls trafen in dieser Phase Lorenzo Boterberg, Mounir Moujoud, Arthur Fievet sowie Juan Bernal, was aber nichts am weiteren Führungsausbau der Gäste änderte.  Zur Pause lag das Oettinger-Team mit 36:20 in Führung.  Gleich nach dem Seitenwechsel wurde deutlich, dass die Eixlebener nichts dem Zufall überlassen wollten und aus einer massiven Defensive heraus einen sicheren Sieg einfahren wollten.  Die Bulls, die aufgrund ihrer dünnen Personaldecke kaum taktische Alternativen besaßen, wurden nach dem Pausentee vom Thüringen-Express regelrecht überrollt. Während die St.Vither Rollstuhlbasketballer durch Mounir Moujoud und Lorenzo Boterberg lediglich zwei Mal einnetzten, trafen die Gäste aus schier allen Lagen.  Vor allem Alex Halouski schrieb sich deutlich in die Scorerliste ein und trug maßgeblich am 55:24-Vorsprung vor dem Schlussviertel bei. 

 

Top-Scorer Alex Halouski

 

Die Bulls kämpften trotz der Aussichtslosigkeit ihrer Lage verbissen mit und ließen sich immer wieder von den begeisterten Zuschauern tragen.  So realisierte das Team von Stefan Veithen in diesem letzten Viertel mit 15 Punkten ihren besten Durchschnitt des Spiels.  Das RSB-Team wuchs jedoch über sich hinaus und griff mitunter in die Trickkiste ihres Könnens.  Mit einem wunderschönen Dreier durch Jens Albrecht in der Schlusssekunde der Partie zum 85:39-Endstand verabschiedeten sich die Eixlebener eindrucksvoll vom St.Vither Publikum.  Eine verdiente Niederlage der St.Vither Rollstuhlbasketballer, die jedoch in einigen Phasen ihre Klasse aufblitzen ließen und bis zum Ende eine tolle Kampfmoral aufs Parkett legten.  Mit dieser Einstellung hat das Team von Stefan Veithen durchaus die Möglichkeit den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen.  Entscheidend hierfür werden mit Sicherheit der komplette Mannschaftskader sowie die Nervenstärke vor allem im Abschluss sein.  Stefan Veithen hat aus der Partie gegen Eixleben sicherlich weitere wichtige Erkenntnisse für die anstehenden Mammutspiele gewinnen können.  Bemerkenswert sicherlich auch das knappe Ergebnis der Partie Köln gegen Zwickau.  Die Zwickauer konnten sich erst im Fotofinish gegen den Mitbewerber um den Klassenerhalt aus Köln mit nur einem Punkt durchsetzen. „Hätten die Kölner gesiegt, wäre der Traum von rettenden Tabellenufer wie eine Seifenblase zerplatzt“, so Roller-Bulls-Mitverantwortlicher Felix Arens.

  

Zwischenstände:

 

1. Viertel          8:18

2. Viertel          12:20

3. Viertel          4:19

4. Viertel          15:30

Endstand         39:85

 

Es spielten und trafen:

 

Roller Bulls: Mounir Moujoud (8), Philippe Minten (10), Stefan Veithen (-), Juan Bernal (6), Arthur Fievet (4), Ralph Huylebroeck (1), Lorenzo Boterberg (10)

 

RSB Team Oettinger:  Nerijus Venckus (0), Dan Highcock (13), Raimund Beginskis (9), Bart Nulens (0), Sebastian Magenheim (8), André Bienek (7), Jens Albrecht (13), Alex Halouski (35),

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Josef Jaglowski, Coach des RSB Team Oettinger: „Sie haben selbst gesehen, dass die Roller Bulls in der ersten Halbzeit überragend gespielt haben.  Sie haben toll gekämpft und gezeigt, dass sie trotz ihres kleinen Kaders eine gute Mannschaft darstellen. Wir haben diese erste Halbzeit zwar nicht verschlafen, aber nach meinem Dafürhalten doch etwas zu locker heruntergespielt. Nach der Pause und einer entsprechenden Ansprache fanden wir dann zu unserem gewohnten Spiel und schafften es, die Bulls niederzukämpfen. Ich war keineswegs vom Auftritt der Bulls überrascht, denn ich kenne das Team von Stefan bereits sehr lange und weiß von den kämpferischen und moralischen Qualitäten. Auch sind die Heimstärke und die tolle Fangemeinschaft hier in St.Vith in der ganzen Bundesliga bestens bekannt.  Was die Chancen auf den Klassenerhalt angeht, so sehe ich persönlich für die Bulls berechtigte Chancen.  Sie haben alles selbst in der Hand und kennen die Situation mit dem Rücken zur Wand bereits seit Beginn der Meisterschaft.  Das ist vielleicht ein Vorteil, wenn man gegen die Tabellennachbarn antreten muss.  Der Sieg gegen Kaiserslautern war nicht nur das Wahren der letzten Chance, sondern auch ein perfekter Motivationsschub zum wohl perfektesten Zeitpunkt.  Jetzt brauchen die Bulls die paar Spiele nur zu gewinnen und schon bleiben sie in der Bundesliga; so einfach ist das!  Ich würde mich jedenfalls auf ein Wiedersehen hier in Belgien in der kommenden Saison freuen.  Wir haben unser Ziel mit dem Erreichen der Playoffs erreicht.  Jetzt heißt es konzentriert weiter arbeiten, um vielleicht am Ende doch für die ganz große Überraschung zu sorgen“.        

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir überzeugend agiert und haben unsere Qualitäten sehr gut zeigen können.  Auch nach dem Seitenwechsel standen wir gut, wurden dann aber von der exzellenten Treffsicherheit der Gäste regelrecht in die Knie gezwungen.  Plötzlich hatte Oettinger einen Lauf und einen Rhythmus, mit dem wir einfach nicht mithalten konnten. Unsere Taktik, den Rhythmus bewusst langsam zu gestalten wurde in dieser Phase durchkreuzt. Konditionell können wir mit diesen Profimannschaften aufgrund unserer kleinen Bank einfach nicht mithalten.  Mit Juan Bernal, Arthur Fievet und Lorenzo Boterberg mussten drei unserer Akteure beispielsweise ohne Pause das gesamte Spiel durchspielen.  Mounir Moujoud konnte ich ebenfalls nur einige Minuten der Erholung gönnen.  Da geht man als Spieler schon an seine absoluten Leistungsgrenzen.  Treffsicherheit, Passgenauigkeit und vor allem die Spritzigkeit können nur durch täglich mehrstündiges Training erreicht werden. Nichtsdestotrotz haben wir viele Dinge aufs Parkett bringen können, die uns in den Entscheidungsspielen von großer Wichtigkeit sein können.  Wir sind somit auf dem richtigen Weg und werden demnach weiter hart an uns arbeiten. In der Offensive stimmt im Grunde genommen alles, während wir in der Defensive doch phasenweise etwas zu lasch agierten und dem Gegner zu viel zuließen. Vor allem stimmt mich aber unsere Eigenschaft positiv, auch in der völligen Aussichtslosigkeit stets bis zum Ende zu kämpfen. Ich hoffe, dass mir für die drei wichtigen Spiele der komplette Kader zur Verfügung stehen wird, damit wir auch taktische Varianten anbringen können und somit für die Gegner auch unberechenbarer werden.“

 

Die Ergebnisse des Spieltags im Überblick

 

Köln 99ers                   -           Rollis Zwickau                          54:55

Maihatten Skywheelers            -           BG Baskets Hamburg               51:72

Jena Caputs                 -           Goldmann Dolphins Trier        44:79

RSV Lahn-Dill              -           Rolling Devils Kaiserslautern   71:51

Roller Bulls                  -           RSB Team Oettinger               39:85

  

Die Tabelle

 

1

RSV Lahn-Dill

24:2 

13 

12 

981:573 

408 

2

OETTINGER RSB Team Thüringen

22:4 

13 

11 

1007:631 

376 

3

BSC Rollers Zwickau

20:6 

13 

10 

910:695 

215 

4

GOLDMANN Dolphins Trier

18:8 

13 

897:774 

123 

5

BG Baskets Hamburg

16:10 

13 

895:763 

132 

6

Rolling Devils Kaiserslautern

10:16 

13 

752:841 

-89 

7

Mainhatten Skywheelers

10:16 

13 

696:866 

-170 

8

Köln 99ers (RBBL)

6:20 

13 

10 

671:865 

-194 

9

Roller Bulls St. Vith

4:22 

13 

11 

716:1001 

-285 

10

Jena Caputs

0:26 

13 

13 

470:986 

-516