Ostbelgien

Bulls vernaschten die Rolling Chocolates

Roller Bulls Ostbelgien 76 - Rolling Chocolate Heidelberg 53

Im Rahmen der Festlichkeiten zum „Tag der DG“ luden die Roller Bulls Ostbelgien am vergangenen Samstagabend zum Gipfeltreffen gegen die Rolling Chocolates aus Heidelberg.  Hierbei handelte es sich um zwei ebenbürtige Teams, die vor allem aufgrund einer exzellenten Trefferquote und einer konsequenten Verteidigung bislang für Furore in der 2. Bundesliga Süd sorgten.   Die Roller Bulls Ostbelgien hatten sicherlich den moralischen Vorteil auf ihrer Seite, konnte das Team von Stefan Veithen doch im letzten Saisonspiel mit einer fetten Punkteausbeute bei den Lux Rollers die Führung in der Bundesligatabelle übernehmen und nur eine Woche später im DRS-Pokal sogar den Einzug ins Viertelfinale feiern. 

Bulls mit moralischem Plus

Bei toller Kulisse im Sport- und Freizeitzentrum in St.Vith begannen die St.Vither Rollstuhlbasketballer konzentriert und engagiert.  Terence Edja-Wato machte den Beginn und Nazif Comor legte sofort nach, so dass die Bulls nach zwei Minuten bereits mit 7:0 in Führung lagen und Heidelbergs Trainerin Christa Weber zur ersten taktischen Neujustierung zwangen.  Die Heidelberger erwiesen sich jedoch in dieser frühen Phase des Spiels abgebrüht und punkteten kaltschnäuzig durch Ralf Schwarz und  Viktor Hammerschmidt, der vor allem aus der Distanz in die Reuse traf.  Nach fünf Minuten gelang den Gästen durch Ralf Schwarz die erstmalige Führung (10:11).  Diese sollte Heidelberg auch bis zum Ende des ersten Spielviertels nicht mehr abgeben.  Mit einer knappen 19:16-Führung gingen die Chocolates somit in das zweite Viertel.  Die Roller Bulls Ostbelgien setzten sofort nach, fanden aber zunächst in einer konsequenten Gäste-Defensive ihren Meister. 

Teamstärke

Terence Edja-Wato und Nazif Comor nutzten tolle Zuspiele und sorgten zwischenzeitlich sogar für ein kleines 5-Punkte-Break (34:29). Doch erneut wusste Christa Weber geschickt an den taktischen Stellschrauben zu drehen, so dass Westermann, Hammerschmidt und Schwarz nichts anbrennen ließen.  Zur Pause lagen die Bulls knapp mit 36:34 in Führung.  Auch das dritte Viertel verlief völlig ausgeglichen, kämpften doch beide Teams mit voller Leidenschaft und offenem Visier.  Klaus Weber brachte die Heidelberger zunächst auf 38:37 heran, während Ralf Schwarz kurz darauf sogar der 40:40-Ausgleich gelang.  Die Reaktion der Roller Bulls folgte postwendend durch einen unnachahmlichen Korbleger von Bart Nulens sowie einem Distanzwurf von Nazif Comor.  Diese knappe Führung verteidigten die Ostbelgier vehement, wenngleich Heidelberg durch Weber, Hammerschmidt und Schwarz immer wieder trafen und die Gäste somit vor dem Schlussviertel perfekt im Spiel hielt.

Bulls überrollten Heidelberg im Schlussviertel

Im Schlussviertel geschah dann das Unerwartete, erlebte das Team von Christa Weber doch einen totalen Einbruch, während die Roller Bulls regelrecht über sich hinauswuchsen.  Trotz, oder sogar wegen der Mannschaftskonstellation Bart Nulens, Quoc Binh Pho, Davy Bukkers, Nazf Comor und Terence Edja-Wato mit drei kleineren Spielern, landeten die Gäste fortan keinen Stich, während die Bulls durch eine extrem hohe Verteidigungslinie und einer durchschlagskräftigen Offensive quasi nach Belieben schalten und walten konnten.  Binnen drei Minuten konnten Davy Bukkers, Nazif Comor und Terence Edja-Wato einen 10-Punkte-Vorsprung herausspielen.  Heidelberg versuchte in dieser Phase zwar durch Auszeiten den Spielfluss der Gastgeber zu bremsen und eigene taktische Umstellung zu bewerkstelligen, doch gegen diese engagierten Bullen war am vergangenen Samstag kein Kraut gewachsen. 

Nulens mit Durchmarsch

So ebnete Bart Nulens mit 9 Punkten in Folge zum vorentscheidenden 70:53 den Erfolgsweg.  Die Chocolates hatten diesem Ansturm nichts mehr entgegenzusetzen und schienen regelrecht – zum Leidwesen ihrer Trainerin – zu resignieren.  Heidelberg fuhr im Schlussviertel lediglich 5 Punkte ein.  Nazif Comor und Terence Edja-Wato versetzten den Heidelbergern schließlich mit dem 76:53 den endgültigen Gnadenstoß.  Die Bulls ließen im Schlussviertel nur fünf Punkte für Heidelberg zu.  Diese Aggressivität und dieser Spielelan waren am Ende für den Erfolg der Ostbelgier ausschlaggebend.  Die Roller Bulls Ostbelgien sind nun alleiniger Spitzenreiter in der 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga Süd und dürfen voller Erwartung dem absoluten Pokal-Spitzenspiel gegen die Thuringia Bulls am 16. Dezember entgegenfiebern. 

Zwischenstände

1. Viertel            16:19

2. Viertel            36:34

3. Viertel            51:48

4. Viertel            76:53

Stimmen zum Spiel:

Klaus Weber, Akteur der Rolling Chocolate Heidelberg: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben den favorisierten Roller Bulls glaube ich während einer langen Phase des Spiels den Schneid abkaufen können.  Bis zum Schlussviertel war es ja eine enge Kiste.  Leider hatten wir im Schlussviertel einen völligen Zusammenbruch.  Es ist mir unerklärlich wie es zu einem solch drastischen Leistungsabfall in unserem Team kommen konnte.  An der Physis kann es nicht gelegen sein, denn wir trainieren drei Mal wöchentlich.  Wir hätten heute aufgrund unseres Auftretens in den drei Anfangsvierteln sicherlich mehr verdient, doch die Bulls erwiesen sich bei dem tollen Publikum als das cleverere Team, das unter dem Strich unsere Schwächen kaltschnäuzig ausnutzte und somit auch verdient gesiegt hat.  Nun müssen wir unsere Wunden lecken und uns auf die kommenden Partien konzentrieren.“

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls Ostbelgien: „Vieles, was wir heute taktisch im Köcher hatten, ist aufgegangen.  Das freut mich als Trainer vor allem.  Es handelte sich heute sicherlich um eines der besten Spiele der Roller Bulls überhaupt, wozu ich auch dem Gegner aus Heidelberg gratulieren möchte.  Die Rolling Chocolates sind ein tolles Team mit herausragenden Spielern, das uns wirklich alles abverlangt hat.  Christa Weber hat zwischenzeitlich auch konsequent unsere Schwächen aufgespürt und versetzte uns Wirkungstreffer.  Ein großes Kompliment an mein Team, das sich nie aus dem Konzept hat bringen lassen.  Ausschlaggebend unter anderem für mich unsere breite Bank, da wir mit zehn Spielern rotierten.  Am Ende fiel der Sieg um einige Punkte zu hoch aus.“ 

Es spielten und trafen

Roller Bulls Ostbelgien: Davy Bukkers (2), Nazif Comor (17), Terence Edja Wato (17), Robby Hulsmans (0), Philippe Minten (4), Bart Nulens (16), Jamaa Saadi (12), Quock Binh Pho (4), David Offermann (4), Stefan Veithen

SGK Rolling Chocolate: Johannes Ernst (4), Viktor Hammerschmidt (16), Benjamin Naggay (0), Ugur Savluk (0), Beni Scherke (0), Ralf Schwarz (18), Klaus Weber (7), Marc Westermann (8)