Ostbelgien

Bulls waren eine Nummer zu groß

Roller Bulls 97 - DJK Rosenheim 41

St.Vith.- Gegen den Tabellenletzten aus Rosenheim wollten und mussten die Roller Bulls am vergangenen Samstagabend einen ungefährdeten Heimsieg einfahren.  Die Rosenheimer galten als krasser Außenseiter und reisten lediglich mit sechs Spielern zum Fight gegen die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer an.

Unter die zahlreichen Zuschauer mischte sich neben Emil Dannemark und Christian Krings auch deren Prümer Amtskollegin Mathilde Weinandy, die in den Anfangsminuten nach dem Hochball  äußerst zerfahren aufspielende Bulls erlebten. 

Zerfahrener Beginn

Coach Michael Maréchal setzte am Samstagabend auf Rotation und schonte zunächst Topscorer Lorenzo Boterberg.  Mit Jamaa Saadi, Arthur Fievet, Bart Nulens, Juan Bernal und Philippe Minten schickte Maréchal dennoch eine exzellente Starting Five aufs Parkett.  Doch es sollte fünf Minuten dauern, bis die Bulls endlich zu ihrem Spiel fanden. Zuvor hagelte es an Fehlpässen und zahlreichen Fehlversuchen unter dem Korb der Rosenheimer.  Nach einer Auszeit, in der Coach Maréchal die Taktik seiner Bulls neu skizzierte und bestimmte, schien der Bann endlich gebrochen.  Fortan agierten die Bulls mit einer aggressiven Manndeckung und wandten diese zum Leidwesen der Gäste aus Bayern auf dem gesamten Spielfeld an.  Rosenheim konnte sich in dieser Phase kaum aus der Umklammerung befreien und musste die Bulls schließlich mit 25:14 nach den ersten zehn Minuten ziehen lassen. 

Vorentscheidung nach 10 Minuten

Auch im zweiten Spielabschnitt legten die Bulls eine tolle Defensivarbeit sowie ein ständiges Pressing an den Tag.  Dadurch zwangen die Gastgeber Rosenheim öfters die 24-Sekunden für einen Angriff verstreichen zu lassen.  Selbst einige 8-Sekunden-Strafen für den verpassten Zonenwechsel mussten die Rosenheimer in Kauf nehmen.  Nach 6 Minuten im zweiten Spielviertel lagen die Bulls bereits deutlich mit 20 Punkten (41:21) in Front.  Die Einwechslung von Lorenzo Boterberg gestaltete das Spiel noch lockerer und einfacher.  „Es war halt alles ziemlich easy!“, so die Einschätzung.  Spieler der ersten Halbzeit war zweifelsohne Juan Bernal, der bis zur Pause alleine 15 Punkte beisteuerte.

Topscorer Juan Bernal

Auch nach der Pause behielten die Bulls eindrucksvoll die Oberhand.  Vor allem Jamaa Saadi erwies sich in der Anfangsphase als sicherer Werfer.  Drei Treffer in Folge sorgten bei den Rosenheimern für einen endgültigen Motivationsknacks.  Die Bulls agierten weiter mittels schnellen Fastbreaks und schraubten das Ergebnis bis zum Ende des dritten Viertels auf 72:31 hoch.  Ziel war es sicherlich, die 100er-Marke zu knacken, doch die Bulls taten sich vor allem in den Anfangsminuten des Schlussviertels enorm schwer und ließen zahlreiche glasklare Chancen unter dem gegnerischen Korb liegen.  Nur vier Punkte in den ersten vier Minuten des Finalabschnittes sollten für die 100er-Marke am Ende zu wenig sein. 

Schleppende Schlussphase

Erst ab der 34. Minute stellte sich bei den Bulls die zuvor bewiesene Treffsicherheit wieder ein, so dass Philippe Minten mit seinem 18. Punkt zwanzig Sekunden vor dem Abpfiff den 94:41-Endstand besiegelte.  Ein souveräner und nie gefährdeter Heimsieg, der die Hoffnung auf einen „Last-Minute-Aufstieg“ weiter schürt.   Die Roller Bulls bestreiten ihr nächstes Spiel in Ulm.  Auch gegen den Sabres setzen die sportlichen Verantwortlichen auf Sieg, konnte man doch die Ulmer im Hinspiel vor heimischer Kulisse deutlich mit 81:57 abspeisen.  Das nächste Heimspiel findet derweil am 5. März gegen die zweite Garnitur des Abonnement-Meisters RSV Lahn-Dill statt.   Es bleibt also weiterhin spannend, hofft man aufseiten der Bulls ja noch auf einen Ausrutscher des Tabellenführers aus Wiesbaden.

Die Zwischenstände:

1. Viertel:             25:14

2. Viertel:            25:9

3. Viertel:            22:8

4. Viertel:            22:10

Endstand:            94:41

Es spielten und trafen:

Roller Bulls: Philippe Minten (18), Stefan Veithen (4), Christophe Van Houcke (14), Juan Bernal (21), Bart Nulens (4), Arthur Fievet (12),  Jamaa Saadi (8), Ralph Huylebroek (3), Lorenzo Boterberg (10)

DJK Rosenheim:  Josef Estner, Andreas Bieber (8), Sascha Simon (6), Clemens Navratil (9), Michael Schmid jr. (9), Josef Weinberger (9)