Ostbelgien

Den Bulls fehlte die klare Linie

Hannover United 79 Roller Bulls Ostbelgien 40

Hannover.- Der Abstiegskampf in der 1. Rollstuhlbasketballbundesliga ist voll entbrannt und im Epizentrum befindet sich derzeit das Team der Roller Bulls Ostbelgien.  Nach dem verlorenen Krimi gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden am vergangenen Spieltag, galt es für die Veithen-Schützlinge im letzten Spiel der Hinrunde die Wunden zu lecken und an der Treffsicherheit zu feilen.  Doch auch gegen Hannover United fanden die Roller Bulls Ostbelgien vor einer tollen Kulisse von 200 Zuschauern nicht zu ihrer gewohnten Spielweise und unterlagen am Ende mehr als deutlich mit 79:40.

Mit viel Hoffnung und Enthusiasmus traten die Roller Bulls Ostbelgien die Reise nach Niedersachsen an.  

Hoffnungsschimmer

Das schien auch in der Anfangsphase zu klappen, denn die schnelle Führung durch Hannovers Haller konterte Philippe Minten sofort.  Selbst das anfänglich kleine Break von Sadler, Lübrecht und Haller brachte die Gäste aus Ostbelgien nicht aus dem Konzept, denn Lorenzo Boterberg und Philippe Minten kämpften das Veithen Team nach 5 Minuten wieder auf 8:6 heran.  Doch gegen eine starke und breit aufgestellte United-Mannschaft war kein Kraut gewachsen, denn obschon die St.Vither Rollstuhlbasketballer den hannoveraner Topscorer Joe Bestick perfekt in Zaum hielten, trafen die Kollegen Budde, Sadler und Gibbs fortan aus allen Lagen.  

Gibbs, Budde und Sadler

So lagen die Gastgeber nach den ersten zehn Spielminuten bereits mit 25:12 klar in Führung.  Hierbei lobte Hannovers Coach Martin Kluck vor allem seinen Routinier Jack Gibbs, bei dem offensichtlich gegen die Roller Bulls Ostbelgien der Knoten platzte. „Dass Jack die Bälle hochprozentig verwandelt, zeigt er mir stets in jedem Training. Jetzt hat es endlich auch mal im Spiel geklappt - und das sogar fünf Mal in der ersten Halbzeit!“  Im zweiten Spielviertel versuchten die Roller Bulls Ostbelgien eine Wende herbeizuführen, doch die Treffer von David Offermann, Bart Nulens und Lorenzo Boterberg sollten sich als Strohfeuer erweisen, denn die Gastgeber gaben weiterhin den Ton an und kontrollierten das Spiel.  Der Brite Jack Gibbs und auch Hannovers Budde sorgten unter anderem für einen 23-Punkte-Vorsprung zur Pause (47:24). Nach dem Seitenwechsel plätscherte das Spiel so dahin, so dass die Wurfquote vor allem bei Hannover United deutlich nachließ.  Die Roller Bulls zeigten sich zwar bemüht, ließen aber viel zu viel liegen und trafen mitunter falsche Entscheidungen unter dem gegnerischen Korb.  

Nie zum Spiel gefunden…!

Auch die Fehlpassquote wurmte Headcoach Stefan Veithen ungemein.  „Hannover war sicherlich klar besser, aber die knapp 40 Punkte Unterschied am Ende sind doch zu deutlich.  Das hätten wir deutlich knapper gestalten können und müssen.“ Mit einem 65:34-Vorsprung bogen die Hannoveraner auf die Zielgerade ein.  Die Roller Bulls Ostbelgien wirkten in dieser Schlusssequenz resigniert und fanden einfach keinen Zugriff mehr.  Während man in der Defensive auf Schadenbegrenzung setzte, kamen in der Offensive lediglich 6 Punkte zusammen.  Am Ende stand mit dem 79:40-Heimsieg von Hannover United ein deutliches Ergebnis auf der Anzeigetafel der United-Arena.  Während Hannover den fünften Saisonsieg feiern konnte und dadurch auch den fünften Platz in der Tabelle untermauerte, gilt es für die Roller Bulls Ostbelgien gemachte Fehler zu analysieren und die Rückrunde entsprechend vorzubereiten.  Ein einziger Sieg gegen Köln wird am Ende sicherlich nicht reichen um die Klasse zu halten.  Am Samstag kommt es um 18 Uhr zum Lokalderby gegen Trier.  Bereits hier werden die Roller Bulls Ostbelgien versuchen, sich anders zu präsentieren.  (Quelle: Grenzecho/gh)

Zwischenstände:

Viertel : 25:12
Viertel : 22:12 (47:24)
Viertel : 18:10 (65:34)
Viertel : 14:6 (79:40)

Es spielten und trafen:

Hannover United: Jan Sadler (19 Punkte), Jack Gibbs (15), Alexander Budde (13), Joe Bestwick (10), Jan Haller (8), Oliver Jantz (6), Christoph Lübrecht (5), Eike Gößling (3), Vanessa Erskine, Martin Kluck.

Roller Bulls Ostbelgien: Lorenzo Boterberg (10 Punkte), David Offermann, Philippe Minten (je 8), Nazif Conor, Bart Nulens (je 6), Jamaa Saadi (2), Quoc Binh Pho, Stefan Veithen, Terence Edja Wato, Davy Bukkers, Robby Hulsmann.

Stimmen zum Spiel: 

Hannovers Coach Martin Kluck: „Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit einige Korbleger liegen lassen und haben uns nach dem fulminanten Beginn nicht so gut angestellt. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Spiel bereits zu unseren Gunsten entschieden. Die Gäste hatten uns vor allem in der Verteidigung nicht viel entgegenzusetzen.  Dennoch spielten sie gut mit, doch wir fanden immer eine Anspielstation, die noch besser postiert war. Eine deutliche Qualitätssteigerung zu den letzten Spielen“.

Stefan Veithen, Headcoach der Roller Bulls Ostbelgien: „Hannover war heute die eindeutig bessere Mannschaft, wenngleich der Sieg zu deutlich ausgefallen ist.  Wir haben wieder, wie bereits in den vorangegangenen Spielen, zu viele einfache Sachen liegen lassen.  Hinzu kamen Fehlpässe und falsche Entscheidungen, die uns unter dem Strich das Genick brachen.  Hannover hatte hingegen einfach mehr Linie im Spiel.  Auch physisch waren wir unterlegen.  Aber das ist der Unterschied zur Vorsaison, wo wir oftmals physische Vorteile hatten.  Die Teams der 1. Bundesliga trainieren vier bis fünf Mal in der Woche, während wir „nur“ zwei Mal Trainingseinheiten abhalten können.  Das macht sich auf diesem Niveau bemerkbar.  Dennoch dürfen wir den Kopf nicht hängen lassen und müssen versuchen, mit unseren Möglichkeiten das Bestmögliche herauszuholen.“

Die übrigen Ergebnisse des 9. Spieltages:

Iguanas München - Köln 99ers 67:54

Rhine River Rhinos Wiesbaden - RSV Lahn-Dill  51:69

Hannover United - Roller Bulls Ostbelgien  79:40

Doneck Dolphins Trier - BG Baskets Hamburg  82:88

Thuringia Bulls - BSC Rollers Zwickau  87:56