Ostbelgien

Die Luft für die Bulls ist sehr dünn geworden

Roller Bulls verpassen in Köln wichtige Auswärtspunkte im Abstiegskampf

Köln/D.- Als „das wichtigste Spiel der Meisterschaft“ bezeichneten die Verantwortlichen der St.Vither Rollstuhlbasketballer die Auswärtspartie gegen die Köln99ers.  Mit lediglich zwei Punkten auf der Habenseite droht dem Team des Trainerduos Juan Bernal und Stefan Veithen der Abstieg in die Zweitklassigkeit.  Gegen den Tabellennachbarn aus Köln hätten die St.Vither somit am vergangenen Samstagnachmittag somit wichtigen Boden im Kampf um den drohenden Abstieg gutmachen können.  Am Ende bezogen die Bulls jedoch ihre achte Niederlage im neunten Spiel.

 

Die Partie begann äußerst nervös und zerfahren.  So fand auf beiden Seiten kein geordneter Spielaufbau statt, was sich zwangsläufig auf die Trefferquote auswirken sollte. 

 

Nur 14 Punkte im ersten Viertel

 

Die ersten beiden Punkte schaffte Lorenzo Boterberg zwar nach nur fünfzehn Sekunden, doch anschließend blieben Körbe absolute Mangelware.  Nach den ersten zehn Spielminuten stand somit ein bescheiden-mageres 9:5 zugunsten der Gastgeber auf der Anzeigetafel der mit 150 Zuschauern gut gefüllten Sporthalle „Bergischer Ring“.  Auch im zweiten Spielabschnitt sollte sich der Spielfluss bei keinem der beiden Teams wesentlich verbessern.  Fehlpässe und hektisches Verhalten unter dem gegnerischen Korb bestimmten weiterhin das Spiel.  Mit zunehmender Spieldauer schienen die Gastgeber aus Köln dennoch besser mit den eigenen Nerven klarzukommen. 

 

Köln wurde besser

 

Marina Mohnen, Paul Toes sowie der Niederländer Frank De Goede sorgten in dieser Spielphase mit Treffern aus der Mitteldistanz für den Unterschied.  Drei Minuten vor der Pause lagen die Kölner somit bereits beim Stande von 25:15 mit zehn Punkten in Führung. Aufseiten der Bulls waren es Arthur Fievet und Lorenzo Boterberg, die mit ihren Treffern versuchten, den Abstand zu den Kölner nicht zu groß werden zu lassen.  Der Kölner Edwin Schalkx ließ sich jedoch nicht beirren und schraubte das Ergebnis weiter hoch: zum Pausenpfiff lagen die Kölner somit bereits mit 33:19 klar in Führung. Wer nach dem Pausentee ein Aufbäumen der Bulls erwartete hatte, zeigte sich getäuscht, gaben doch weiterhin die Kölner vehement den Ton an und trafen nach Belieben. 

 

Bulls ohne Regung

 

Zwischenzeitlich lagen die Bulls mit 21 Punkten im Hintertreffen (7. Minute 48:27) und enttäuschten taktisch und spielerisch auf der ganzen Linie.  Bis zum Ende des dritten Viertels gelang es den ostbelgischen Rollstuhlbasketballern nicht, sich entsprechend zu verbessern und sich heranzukämpfen.  Vor dem Finalviertel lagen die Kölner mit 52:33 souverän in Führung.  Erst im Schlussviertel ließen die Bulls ihre Qualitäten aufblitzen und starteten eine tolle Aufholjagd.  Mit unbändiger Kampfmoral versuchten die St.Vither jede Chance zu nutzen, um das Spiel doch noch zu kippen.  Eine Minute vor dem Spielende verkürzten die Bulls durch Lorenzo Boterberg, der mit 17 erzielten Punkten erneut Topscorer der St.Vither wurde, auf 61:53. 

 

Zu späte Aufholjagd

 

Die Aufholjagd zehrte jedoch an den Kräften der Gäste, so dass die Kölner in den Schlussminuten noch einige Nadelstiche setzen konnten.  Edwin Schalkx sorgte mit seinem Dreier in der Schlusssekunde für den 67:57-Endstand.  Die Partie war mit insgesamt 43 Fouls wie erwartet geprägt von viel Körpereinsatz und dem Kampfgeist beider Mannschaften. Am Ende entschied die Kaltschnäuzigkeit an der Freiwurflinie zugunsten der Kölner: die 99ers verbuchten an der Linie 24 Punkte während die Bulls lediglich 14 Punkte erzielten. Eine besonders schmerzliche Auswärtsniederlage für die Roller Bulls, klafft doch jetzt bereits ein satter 4-Punkte-Abstand zum rettenden Tabellenufer.  Nichtsdestotrotz geben die St.Vither Rollstuhlbasketballer noch nicht auf und setzen auf eine positive Rückrunde.  Ein großes Lob gebührt sicherlich den zahlreichen mitgereisten Fans, die ihre Bulls lautstark unterstützten.  In zwei Wochen, am 20. Dezember treten die Roller Bulls die Auswärtsreise nach Hamburg an.   

 

 

Die Zwischenstände:

1. Viertel                      9:5

2. Viertel                      24:14

3. Viertel                      19:14

4. Viertel                      15:24

Endstand                     67:57

 

 

Es spielten und trafen:

 

Köln99ers: Benjamin Lenatz (5), Lars Bergenthal (1), Patrick Richter, Marina Mohnen (12), Gabriel Kasapoglu, Frank de Goede (8), Paul Toes (20), Edwin Schalkx (19), M. Stergiopoulos (2)

 

Roller Bulls: Mounir Moujoud (6), Philippe Minten (8), Stefan Veithen, Yono Van Rompaey (10), Juan Bernal (2), Arthur Fievet (7), Jamaa Saadi (7), Ralph Huylebroek, Lorenzo Boterberg (17)

 

 

Stimmen zum Spiel:

Marina Mohnen, Olympiasiegerin der Köln99ers: „Wir haben es am Anfang gut geschafft, die Topscorer der Roller Bulls weitgehend aus dem Spiel rauszuhalten.  Danach hatten wir genügend Selbstvertrauen um das Spiel zu bestimmen. Auch die mannschaftliche Geschlossenheit kann heute als Pluspunkt bezeichnet werden.“

 

Martin Otto, Coach der Köln99ers: „Wir haben konstant gut gespielt und ich bin froh und sehr zufrieden, dass wir dieses Schlüsselspiel gewonnen haben. Einziger Wermutstropfen ist, dass aus dem 21 Punkte Vorsprung nur noch zehn Punkte wurden. Das müssen wir besser managen.“

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Wir haben in den ersten drei Spielabschnitten nie zu unserer Form der vergangenen Spiele gefunden. Die tollen Spielszenen wie zuletzt zuhause gegen Lahn-Dill fanden nicht statt.  So liefen wir weitgehend einem großen Rückstand hinterher und wirkten nervös, hektisch und zerfahren.  Erst im Schlussviertel fanden wir zu unserem Spiel und zu unserer Stärke zurück.  Aber die 21 Punkte Vorsprung der Kölner war heute einfach zu viel.  Es ist schade, dass wir dieses Spiel auf diese Art verloren haben, denn eine konstantere Leistung hätte uns sicherlich einen Erfolg bescheren können.  Jetzt stehen wir mit 2 Punkten auf der Habenseite am Tabellenende auf einem direkten Abstiegsplatz.  Zum rettenden Tabellenufer klafft bereits ein 4-Punkte-Abstand.  Die Enttäuschung über diesen versäumten Big-Point ist zwar spürbar, doch werden wir uns noch lange nicht aufgeben.  So lange wir auch nur noch eine theoretische Chance haben, werden wir versuchen, diese zu wahren.  Jetzt können wir befreiter denn je aufspielen, denn wir haben rein gar nichts mehr zu verlieren. Dieses „jetzt-erst-recht“-Gefühl kann vielleicht doch noch für ein Wunder sorgen, zumal wir gegen Trier und auch gegen Kaiserslautern recht knapp und teilweise auch wenig intelligent verloren haben.  Der Kampf geht demnach für uns unvermindert weiter!“

 

 

Die Ergebnisse des 9. Spieltages:

 

Köln 99ers                   -           Roller Bulls                             67:57

Rolling Devils              -           Oettinger RSB Team                35:65

BG Baskets Hamburg  -           Jena Caputs                            83:33

RSC Rollis Zwickau     -           Goldmann Dolphins                68:65

RSV Lahn-Dill              -           Mainhattan Skywheelers          101:35

 

1

RSV Lahn-Dill

18:0 

701:366 

335 

2

OETTINGER RSB Team Thüringen

14:4 

666:467 

199 

3

BSC Rollers Zwickau

14:4 

639:506 

133 

4

GOLDMANN Dolphins Trier

12:6 

632:540 

92 

5

Rolling Devils Kaiserslautern

8:10 

500:592 

-92 

6

BG Baskets Hamburg

8:10 

636:552 

84 

7

Mainhatten Skywheelers

8:10 

502:614 

-112 

8

Köln 99ers (RBBL)

6:12 

483:594 

-111 

9

Roller Bulls St. Vith

2:16 

517:702 

-185 

10

Jena Caputs

0:18 

328:671 

-343 

 

Grün = Playoffs

Rot = Abstiegsplätze

 

Von Gerd Hennen