Endspiel gegen Köln?

Es läuft alles auf ein Herzschlagfinale hinaus

Erleichterung war am Samstagabend gegen 22 Uhr im Sport- und Freizeitzentrum in St.Vith allerorts deutlich spürbar.  Die Roller Bulls besiegten das Tabellenschlusslicht aus Jena und verabschiedeten den letztjährigen Aufsteiger somit bereits vorzeitig in die Zweitklassigkeit.  Die Bulls selbst wahrten durch den Sieg die Chancen auf den Klassenerhalt, zumal die Widersacher aus Köln im Heimspiel gegen das RSB Team Oettinger knapp mit 62:67 unterlagen.  So scheint jetzt alles auf ein absolut entscheidendes Endspiel am letzten Spieltag zwischen den Roller Bulls und den Köln99ers hinauszulaufen.

 

Trotz personeller Engpässe mit den Verletzten Andy Ortmann und Mathias Brühl präsentierte sich die „Rote Laterne“ aus Jena kampfstark und von Beginn an bis auf die Zähne motiviert. 

 

Jena auf Augenhöhe

 

„Wir hatten nichts zu verlieren und wollten die letzte theoretische Trumpfkarte auf den Klassenerhalt hier in St.Vith ziehen“, erklärte Caputs-Coach Lars Christink nach der Partie.  Den besseren Start in die Partie erwischten somit die Gäste aus Jena, die nach drei Minuten mit 6:4 in Führung lagen.  Die Bulls zeigten sich zwar bemüht und engagiert, vergaben aber unter dem Korb leichtfertig gute Chancen.  So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, den die Bulls quasi in der Schlusssekunde dieses Auftaktviertels mit einem Treffer von Mounir Moujoud 14:13 knapp für sich entscheiden konnte.  Auch im zweiten Spielviertel fand das Team von Stefan Veithen nicht zur gewohnten Spielweise der Vorwochen, was die Gäste sichtlich in ihren Bemühungen, nach dem „rettenden Strohhalm“ zu greifen bestärkte.  So gelang den Gästen in der 15. Minute durch Christian Voigt die zwischenzeitliche 24:23-Führung.  Die Bulls ließen sich jedoch trotz eigener spielerischer Unzulänglichkeiten nicht beirren und kompensierten einiges durch die bezeichnende Kampfmoral. So stellte das Team von Stefan Veithen zur Pause den knappen 2-Punkte-Vorsprung zum 35:33 wieder her. 

 

Offener Schlagabtausch

 

Trotz diverser taktischer Feinschliffe und Veränderungen blieb das Roller Bulls auch im dritten Viertel deutlich hinter den Erwartungen der Verantwortlichen zurück.  Selbst ein kleines zwischenzeitliches 41:35-Break konnte das Team nicht nutzen, so dass Jeff Watson und Christina Vogt die Caputs innerhalb von nur drei Minuten wieder heranbrachten und der 41:41-Ausgleich als Hiobsbotschaft für die Bulls-Fans auf der Anzeigetafel des SFZ aufleuchtete. Erst allmählich konnten die Gastgeber Nutzen aus ihrer körperlichen Überlegenheit schlagen und sich vor dem Finalviertel mit 51:49 knapp in die bessere Ausgangssituation manövrieren. „Wir sahen, dass die Bulls mit sich selbst haderten, so dass wir aufgrund der bis dato tollen Leistung plötzlich feststellten, dass der erste Saisonsieg zum Greifen nah war“, bemerkte Lars Christink. 

 

10 Minuten reichten den Bulls

 

Doch die Bulls übernahmen im Schlussviertel mit enormer Vehemenz das Spielheft und ließen keinen Zweifel an ihrem Plan, die Klasse zu halten.  „Es war toll, denn alles was wir zuvor grottenschlecht und falsch machten, klappte jetzt plötzlich wie am Schnürchen.  Wir haben Jena in diesen letzten zehn Minuten quasi überrannt“, so die Einschätzung von Bulls-Coach Stefan Veithen.  Ein 29:8-Durchmarsch, unter anderem mit einer grandiosen Leistung von Top-Scorer Lorenzo Boterberg, der sich mit 30 Punkten in die Werferliste eintrug, machte schlussendlich den 80:58-Heimsieg perfekt.  Ein Arbeitssieg, der weiter die Hoffnung auf den Klassenerhalt schürt, wenngleich sich langsam aber sicher alles auf ein Endspiel am letzten Spieltag gegen die Köln99ers fokussiert. 

 

Die einzelnen Spielabschnitte:

 

1. Viertel            15:14

2. Viertel            20:19

3. Viertel            16:16

4. Viertel            29:9

Endstand            80:58

 

Es spielten und trafen:

 

Für die Roller Bulls: Juan Bernal (1), Lorenzo Boterberg (30), Arthur Fievet (10), Ralph Huylebroek (6), Philippe Minten (8), Mounir Moujoud (10), Jamaa Saadi (15), Stefan Veithen  

 

Für Jena Caputs: Jeff Watson (20), Christian Vogt (16), Marcus Kietzer (8), Lars Christink (6), Rainer Müller (5), Frank Oehme (3), Frank Semmler, Daniela Heinecke

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Lars Christink, Coach der Jena Caputs: „Das war’s dann wohl für uns – der sich bereits abzeichnende Abstieg ist nun besiegelt.  Wir haben gegen St.Vith toll gekämpft und auch über weite Phasen des Spiels auf Augenhöhe mitgehalten.  Schade eigentlich nur, dass wir das in den drei ersten Spielabschnitten gezeigte Niveau nicht bis zum Ende halten konnten.  Durch unsere geringe Rotation sind uns am Ende die Ruhe und die Konzentration abhanden gekommen.  Die Bullen trafen einfach am Ende sicherer während wir zu viele Fehler machten und den Gegner dadurch unnötig aufbauten. Wir brauchen uns ob unserer Leistung jedoch nicht zu verstecken, aber am Ende hat es für den ersten Saisonsieg nicht gereicht.  Die Bulls waren ein toller Gastgeber und haben das Spiel am Ende auch verdient, vielleicht nicht in der Deutlichkeit der Zahlen, gewonnen.  Wir werden jetzt noch lockerer die ausstehenden Spiele bestreiten können und vielleicht doch noch einen Sieg landen“.

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Drei von den vier Vierteln waren alles andere als zufriedenstellend.  Wir konnten in diesen Phase fast nie an die Leistungen der vergangenen Spiele gegen Oettinger, Kaiserslautern und Trier anknüpfen und gerieten dadurch unerwartet in die Bredouille.  Wir wirkten nervös, zerfahren und fanden aufgrund zahlreicher Fehlpässe und falschen Entscheidungen unter dem gegnerischen Korb nicht zum Spiel.  Der Knoten ist dann im Schlussviertel endlich geplatzt.   Es handelte sich keineswegs heute um eine Glanzleistung, aber auch dieser Arbeitssieg ist für die sportliche Zukunft unseres Teams von enormer Wichtigkeit.  Wir bleiben im Abstiegskampf federführend im Rennen.  Natürlich wird das Spiel der Kölner gegen Jena nicht zum Selbstläufer, aber ich gehe mal von einem Sieg der Domstädter aus.  Gegen die Skywheelers aus Frankfurt haben wir durchaus berechtigte Chancen, da dieses Team hinsichtlich Abstieg und Playoffs nichts mehr zu verlieren oder zu gewinnen hat.  Eine exzellente Leistung unsererseits könnten weitere Punkte einbringen.  Nichtsdestotrotz gehe ich von einem Finalspiel gegen Köln am letzten Spieltag aus.  Das ist an Spannung wohl kaum zu überbieten, da die Chancen in diesem Spiel bei fifty-fifty liegen.  Für uns spricht das Heimrecht.  Allerdings wissen wir auch von der Stärke Kölns mit Größen wie Toes und Schalkx, die uns das Leben beim letzten Aufeinandertreffen in Köln schwer gemacht haben.  Wir müssen nur gewinnen und schon bleiben wir erstklassig – wenn das kein Motivationsgeber ist!“

 

Der 15. Spieltag im Überblick:


 

BG Baskets Hamburg – FCK Rolling Devils 69:60

Mainhatten Skywheelers – BSC Rollers Zwickau 39:62

Roller Bulls – Jena Caputs 80:58

RSV Lahn-Dill – Goldmann Dolphins Trier 68:45

Köln 99ers – RSB Team Thüringen 62:67

 

Tabelle 1. RBBL

 

 

Team

Punkte

Körbe

+/-

Sp.

1.

RSV Lahn-Dill

26 : 4

1109 : 681

428

15

2.

RSB Team Thüringen

26 : 4

1137 : 754

383

15

3.

BSC Rollers Zwickau

22 : 8

1012 : 812

200

15

4.

BG Baskets Hamburg

20 : 10

1042 : 874

168

15

5.

Goldmann Dolphins Trier

18 : 12

996 : 901

95

15

6.

FCK Rolling Devils

12 : 18

879 : 959

-80

15

7.

Mainhatten Skywheelers

12 : 18

819 : 967

-148

15

8.

Roller Bulls

8 : 22

855 : 1114

-259

15

9.

Köln 99ers

6 : 24

782 : 999

-217

15

10.

Jena Caputs

0 : 30

568 : 1138

-570

15

 

Szenarien des Saisonfinales:

Das Restprogramm bis zum Klassenerhalt

 

Laut Roller Bulls-Verantwortlichen können die Rechenspiele im Kampf gegen den Abstieg beginnen. Zwei Mannschaften sind noch in Gefahr.

Hier der Versuch einer Prognose:

 

7.Februar:  Roller Bulls vs. Mainhatten Skywheelers: Die Frankfurter sind gerettet, können aber auch nicht mehr ins Playoff. Wie motiviert sind sie? Ein Sieg der Bulls würde 10 Punkte bescheren.

7.Februar: Goldmann Dolphins Trier vs. Köln99ers: Die Trierer müssen noch gegen Lahn-Dill und Zwickau antreten und schließlich gegen Hamburg.  Um in die Playoffs zu kommen, mü̈ssen sie gewinnen. Fü̈r Köln ist das Spiel gegen Trier so wichtig wie für die Roller Bulls das Spiel gegen Frankfurt.

 

21. Februar:  RSV Lahn-Dill vs. Roller Bulls: Im Prinzip null Chance für die Bulls, also weiterhin 8, bzw. 10 Punkte.

21.Februar: Köln 99ers vs. Jena Caputs: Favorit Köln, also Köln 8 Punkte.

 

1. März: DAS SPIEL DER SPIELE

 

Roller Bulls vs. Köln 99ers: Das wird heiß - die Chancen stehen 50:50 mit Heimvorteil für die Roller Bulls 

 

(Quelle: Gerd Hennen, GrenzEcho)