Ostbelgien

„Es muss langsam geliefert werden…“

ROLLER BULLS OSTBELGIEN vs RBB IGUANAS MÜNCHEN. (Sonntag, 14 Uhr SFZ)

Die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer der Roller Bulls tun sich derzeit sehr schwer. Nach dem verkorksten Saisonauftakt mit drei, teils deutlichen Niederlagen gegen Hamburg, Rahden und Trier liegt das Team von Jo Bongaerts am Tabellenende der 1. Bundesliga. Am Samstag (Hochball 14 Uhr) bestreiten die Bulls ihr Heimspiel gegen die Iguanas München.

Wenngleich bereits im Vorfeld gegen diese teils unter professionellen Bedingungen arbeitenden Gegner keine Überraschungen erwartet wurden, treibt die fehlende Konstanz den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn.

Die Iguanas aus München sind laut Aussage der Roller-Bulls-Verantwortlichen ein „Gegner auf Augenhöhe“, sodass mit dem entsprechenden Heimvorteil erste Punkte im entbrannten Abstiegskampf eingefahren werden können. Die Münchener konnten bei den Rollers in Zwickau einen 63:54-Auswärtserfolg feiern und somit im zweiten Saisonspiel erste Punkte einfahren. Gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden sowie gegen den Klassenprimus der Thuringia Bulls blieb das Team aus Bayern jedoch chancenlos. Gegen Wiesbaden verschliefen die Münchner den Auftakt und liefen lange Zeit einem teils deutlichen Rückstand hinterher. Bemerkenswert sicherlich die Tatsache, dass das Team von Benjamin Ryklin auch in dieser brenzligen Situation die Ruhe bewahrte und sich ohne Hektik ins Spiel zurückkämpfen konnte. Vor allem Nationalspielerin Laura Fürst übernahm in dieser Phase Verantwortung und traf unter dem gegnerischen Korb die richtigen Entscheidungen. Erst das Ausscheiden der beiden Routiniers Kim Robins und Florian Mach wegen hoher Foulbelastung ließ das Iguanas-Spiel in seinen Grundfesten wanken, sodass die Rhinos einen Sieg einfahren konnten. „Wir haben heute noch nicht wirklich zusammen als Team gespielt. Wenn Lösungen auf schwierige Situationen gefunden wurden, dann meistens, weil es einfach so passiert ist. Wenn wir weiter daran arbeiten, dass die Lösungen gewollt und geplant geschehen, dann werden wir uns weiter im Teamplay steigern“, so Hubert Hager auf der Webseite der Münchener Leguane.

Für die Roller Bulls Ostbelgien hingegen heißt es derzeit, die eigenen Wunden zu lecken und neues Selbstvertrauen für die kommenden Herausforderungen zu tanken. Die erste Halbzeit im Spiel gegen Trier war sicherlich ein Hoffnungsschimmer in die richtige Richtung. Mit 33 Punkten im ersten Spielabschnitt konnte die Trefferquote im Vergleich zu den vorangegangenen Partien deutlich gesteigert werden. Nicht jeder Gegner hat einen Dirk Passiwan, der mit seinem Team mal so eben 28 Punkte in zehn Minuten heraushaut. Vielleicht waren die Roller Bulls Ostbelgien in dieser Anfangsphase der Partie gegen Trier auch defensiv etwas zu blauäugig, doch in der Offensive stimmte die Richtung. Unverständlicherweise verloren die Roller Bulls Ostbelgien nach dem Pausentee den Spielfaden und brachten fast nichts mehr ans gegnerische Brett. Während die Statistik für die erste Halbzeit 33 Punkte aufzeigte, kamen im zweiten Spielabschnitt nur magere 18 Punkte zustande. „Neun Punkte in einem Spielviertel sind in der 1. RBBL einfach zu wenig. Wir haben gegen Trier unsere zwei Gesichter gezeigt. Uns fehlt einfach derzeit die Konstanz, ein Spiel über die volle Distanz konzentriert und spielsicher zu gestalten. Hier werden wir sicherlich noch einige Trainingseinheiten einschieben müssen, damit wir unsere derzeitige Achillesferse ausmerzen können. Nur wenn wir über 40 Minuten mit unserem kampfbetonten Spiel agieren können, werden sich auch zwangsläufig Erfolge einstellen. Dennoch haben wir in verschiedenen Phasen des Spiels unser Potenzial aufblitzen lassen können. Auf den ersten 20 Minuten heißt es nun aufzubauen, damit wir schnellstmöglich Punkte einfahren und die Rote Laterne abgeben und auch die prekären Tabellengefilde verlassen können“, meinte Stefan Veithen nach der Partie in Trier im Gespräch mit dem GrenzEcho.

Hierbei hoffen die Roller Bulls Ostbelgien am Sonntagnachmittag vor heimischer Kulisse auf lautstarke Fanunterstützung. „Ja, unsere Fans haben schon einen gewissen Kultstatus erlangt. So viel Stimmung wie bei uns gibt es in anderen Hallen nur selten. Daher erachten wir unsere Fans auch als sechsten Mann, der uns zu Bestleistungen pushen kann“, meinte Stefan Veithen abschließend.