Ostbelgien

Gegen Passiwan & Co kein Kraut gewachsen

ROLLER BULLS OSTBELGIEN. 54. DONECK DOLPHINS TRIER. 75

Gleich drei Hiobsbotschaften ereilte Roller Bulls Ostbelgien Coach Jo Bongaerts im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Derbys gegen die Doneck Dolphins aus Trier: Lorenzo Boterberg (Bänderriss im Daumen), Bart Nulens (Nierenstein-OP) sowie David Offermann (Schulterverletzung) standen dem Team nicht zur Verfügung, so dass die taktischen Varianten arg begrenzt wurden.  So mussten die Urgesteine wie unter anderem Juan Bernal in die Bresche springen um im letzten Spiel des Kalenderjahres sportlich zu brillieren.
 
Unter den Augen von Christoph Paasch, der sich derzeit auf Heimaturlaub befindet und seinen alten Bulls-Spezies im Sport- und Freizeitzentrum einen Besuch abstattete, begannen die St.Vither Rollstuhlbasketballer forsch und aggressiv. 
 
Guter Auftakt
 
Nazif Comor angelte sich gegen Dirk Passiwan sofort den Hochball und Robby Hulsmans netzte bereits nach 15 Sekunden ein.  Es gestaltete sich fortan ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Roller Bulls Ostbelgien vor allem durch ein engagiertes und variantenreiches Aufbauspiel überzeugten.  Nazif Comor und Philippe Minten gelangen in dieser frühen Spielphase Treffer, die jedoch von einem zielsicheren Dirk Passiwan stets gekontert wurden.  In der dritten Minute ging Trier durch Diana Dadzite erstmals mit 7:6 in Führung.  In dieser Phase schlichen sich die ersten Abspielfehler ein, die die Gäste aus Trier kaltschnäuzig zu einem 15:8-Break nutzten.  Auf der Gegenseite hatten die Bulls bei diversen Korblegern Wurfpech, fand der Ball doch den Weg nicht durch die Reuse.  Nach den ersten zehn Spielminuten lagen die Gäste aus Trier mit 17:11 knapp in Führung.  Für die Zuschauer jedoch ein positives Moment, erlebten sie doch eines der besten Viertel der Bulls in der laufenden Saison, was die Hoffnung auf eine Überraschung schürte. 
 
Von „Presse“ überrollt
 
Die Trierer überraschten die Bulls im zweiten Viertel mit einer aggressiven und sehr hohen Presse.  Gegen diese Taktik haben die Mannen von Jo Bongaerts in der laufenden Saison noch kein probates Gegenmittel finden können, so dass die Trierer ihren Vorsprung stetig ausbauen konnten.  Patrick Dorner, Correy Rossi und natürlich Dirk Passiwan trugen sich in dieser Phase eifrig in die Scorerliste ein, während den Roller Bulls während mehr als sieben Minuten lediglich zwei Punkte gelangen.  Mit einem satten 44:20-Vorsprung gingen die Dolphins schließlich in die Halbzeitpause. Den sicheren Sieg bereits vor Augen ließ Triers Coach Dirk Passiwan sein Team eifrig rotieren.  Die Bulls hingegen ließen trotz des Rückstandes nicht locker und fighteten unter den lauten Anfeuerungsrufen ihrer Fans um jeden Ball. 
 
3. Viertel für die Bulls
 
So war es auch keineswegs verwunderlich, dass das dritte Viertel mit 17:13 zugunsten der Gastgeber ausging.  In dieser Phase überzeugte vor allem Terence Edja Wato mit exzellenten Abschlüssen, während das gesamte Team trotz der offensichtlich ausweglosen Situation Moral bewies.  Am Ende wurde Terence Edja-Wato mit 26 Punkten der Topscorer der Bulls.  Mit einem 20-Punkte-Rückstand (37:57) bogen beide Mannschaften somit auf die Zielgerade ein.  Dieses Schlussviertel bot erneut alles, was den Rollstuhlbasketball für Zuschauer so interessant macht.  Packende Szenen, Kampf um jeden Ball und taktische Raffinessen.  Recht schnell sorgte Dirk Passiwan zusammen mit Diana Dadzite für klare Verhältnisse, doch die Bulls steckten nie auf.  Dies machte sich unter anderem eine Minute vor dem Spielende bemerkbar, als Philippe Minten einen Tempogegenstoß abwehren wollte und wegen eines „technical foul“ aus der Halle verwiesen wurde.  Dies bereitete Jo Bongaerts plötzlich mathematisches Kopfzerbrechen, denn bei den verbleibenden Spielern konnte die 14,5-Koeffizienten-Marke nicht mehr unterboten werden.  So leisteten vier Spieler den Trier Dolphins in den Schlusssekunden bravourös Widerstand.  Am Ende stand eine 54-75-Niederlage auf der Anzeigetafel des SFZ St.Vith, doch die Art und Weise geben Grund zur Hoffnung.  Nun gilt es erstmal die kurze Winterpause zu nutzen um das Krankenlazarett aufzuräumen, damit die Roller Bulls Ostbelgien zum Jahresbeginn mit voller Mannstärke auffahren können. 
 
Die Zwischenstände:
1.    Viertel: 11:17
2.    Viertel: 9:27 (20:44)
3.    Viertel: 17:13 (37:57)
4.    Viertel: 17:18 (54:75)
Endstand 54:75
 
Es spielten und trafen:
 
Roller Bulls Ostbelgien: Nazif Comor (10), Mounir Moujoud, Philippe Minten (4), Robby Hulsmans (6), Terence Edja Wato (26), Juan Bernal (6), Davy Bukkers, Jamaa Saadi (2).
 
Doneck Dolphins Trier: Ryan Wright (2), Nathalie Ebertz (6), Correy Rossi (13), Diana Dadzite (17), Dirk Passiwan (29), Lucas Jung, Marc Reitenbach (2), Valeska Finger, Patrick Dorner (6).
 
Stimmen zum Spiel:
 
Dirk Passiwan, Spielertrainer der Doneck Dolphins Trier: „Es ist immer schön ein Derby in St.Vith zu spielen, es macht immer Spaß gegen die kampfstarken Roller Bulls anzutreten.  Die Stimmung hier in Ostbelgien ist immer toll und wir würden uns freuen, wenn die Bulls der 1. Liga erhalten bleiben, da wir mittlerweile eine tolle Freundschaft zwischen den beiden Vereinen aufgebaut haben. Wir haben nach einem zaghaften Auftakt das Spiel mit einer guten Presse dominiert und konnten uns zur Pause mit 20 Punkten auch entsprechend absetzen.  Somit hatte ich die Möglichkeit, allen Spielern entsprechende Spielzeit zu geben und diverse Line-ups, die wir sonst nicht so ausprobieren konnten, zu testen.  Es war für uns nach diversen Nackenschlägen ein wichtiger Sieg hinsichtlich der angestrebten Playoffs.  Jetzt stehen für uns wichtige Wochen an, damit wir unsere sportlichen Saisonziele doch noch erreichen können.“
 
Stefan Veithen, Co-Trainer und Pressesprecher: „Wir haben mit unseren Möglichkeiten guten Basketball geboten.  Leider sind gleich drei Ausfälle für unser Team kaum zu verkraften.  Die Mannschaft hat aber alles gegeben und bis zum Abpfiff um jeden Korb gerungen.  Wir haben viel Gutes gesehen, aber wieder einmal auch feststellen müssen, dass wir viele Punkte liegen lassen.  Dies bricht uns immer wieder das Genick, denn in dieser Klasse darf man kein Viertel mit 9:27 abgeben - das wird immer teuer bezahlt.“
 
Die Ergebnisse des 12. Spieltages
 
Rhine River Rhinos        -           RBB Iguanas München              65:61
Hannover United          -           BG Baskets Hamburg                80:64
Roller Bulls Ostbelgien -           Doneck Dolphins Trier              54:75
RSV Lahn-Dill                -           Baskets 96 Rahden                   70:36