Ostbelgien

Griff nach dem rettenden Strohhalm

Köln99ers vs Roller Bulls Ostbelgien (Sa., 17 Uhr - Fibastat)

Trotz der Heimniederlage gegen die Rollers aus Zwickau ist ein Silberstreif am Bulls-Himmels aufgetaucht. Aufgrund der Absage der Skywheelers-Lahn-Dill, trotz Berechtigung den Aufstieg ins Oberhaus abzusagen, besteht die berechtigte Hoffnung, dass nur ein Team aus der 1. RBBL den beschwerlichen Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss.  Wiesbaden und Zwickau scheinen für die Bulls derzeit uneinholbar, so dass sich das Team von Stefan Veithen darauf konzentrieren muss, die Rote Laterne aus Köln auf Distanz zu halten.  Am heutigen Samstagabend um 17 Uhr steigt dieses richtungsweisende Kellerduell in der Sporthalle am Bergischen Ring.
 
Doch auch die Kölner wittern nach diesen Meldungen erneut Morgenluft und werden nach diesem letzten Strohhalm greifen.  Die beiden Niederlagen gegen die Roller Bulls Ostbelgien bescherte dem Team von Mit Foden gleich von Beginn der Playdowns an einen 4-Punkte-Rückstand auf die ostbelgischen Rollstuhlfahrer.  Lediglich zwei Siege gegen die Belgier könnte somit die Hoffnung auch einen doch noch finalen Klassenerhalt schüren.  Hierbei scheinen sich die Kölner sportlich auf einem aufsteigenden Ast zu befinden, was die knappe 10-Punkte-Niederlage gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden treffend unter Beweis stellte.  Und gerade an diese guten Leistungen der Vorwochen möchten die Köln99ers am heutigen Samstagnachmittag gegen die Bulls anknüpfen und sich endlich belohnen. Und hierbei scheint den Kölnern jedes Motivationsmittel recht zu sein, so dass das Spiel gegen die Bulls als „internationales Spiel“ beworben wird, da man im europäischen Wettbewerb in dieser Saison überzeugen und sich auch für die Endrunde im englischen Sheffield qualifizieren konnte. Doch ob sich dieses „auf dem Busch trommeln“ lohnen wird bleibt dahingestellt, denn noch haben die Ostbelgier vier Punkte Vorsprung und können somit „befreiter“ als die Domstädter auftrumpfen für die das Heimspiel gegen den „internationalen Klub“ schon ein absolutes Endspiel darstellt. Kölns Geschäftsführer Sedat Özbicerler ist jedenfalls zuversichtlich und hofft auf die lautstarke Unterstützung der Fans: „Wir gehen davon aus, dass die Belgier wieder mit einigen Anhängern den Weg nach Köln finden. Unser Team braucht umso mehr den Support der Fans, die unsere Mannschaft nach vorne peitschen sollen. Am Samstag steht viel auf dem Spiel. Es lohnt sich also dabei zu sein.“
Kölns Headcoach Mat Foden vertraut hingegen der nach oben zeigenden sportlichen Leistungskurve seiner Mannschaft und möchte auf dieser Basis aufbauend auch endlich den ersten Saisonsieg einfahren. „Wir haben in St. Vith gegen die Roller Bulls gut verteidigt, wussten aber in der Offense nicht zu überzeugen und kamen nicht in unseren Rhythmus. Seitdem hat sich einiges gebessert und wenn wir weiter hart an uns arbeiten und die Offenseleistung aus dem Spiel in Wiesbaden am letzten Wochenende abrufen, haben wir sicherlich eine Chance, die Partie zu unseren Gunsten zu gestalten. Wir erwarten ein knappes Spiel, bei dem kleine Nuancen für den Sieg entscheidend werden. Unsere tollen Fans haben uns in Wiesbaden sensationell unterstützt. Meine Mannschaft hat das sehr gepusht und extrem gefreut. Für ein junges Team ist so eine Rückendeckung wichtig. Jetzt haben wir ein Heimspiel und freuen uns wieder vor unserem großartigen Publikum zu spielen.“  Auch die Wurfquote bei den Kölnern scheint wieder zu stimmen, wenngleich Gijs Even, Jontee Brown und Hillavi Hansson alleine 46 der geworfenen 60 99ers-Punkte beisteuerten.  Die Roller Bulls Ostbelgien hingegen können auch auf eine gute Leistung gegen Zwickau zurückblicken.  Lange spielte das Team von Stefan Veithen auf absoluter Augenhöhe und war demnach auch nahe an einer Überraschung.  Lediglich im Schlussviertel schlich sich das Wurfpech wieder ein, so dass die Bulls auf die Verliererstraße einbiegen mussten. „Wir haben tollen Basketball gezeigt und sind auch unter Wert geschlagen worden.  Jetzt heißt es, das Positive der Zwickau-Begegnung mit an den Dom zu nehmen, damit wir unsere theoretischen Chancen auf den Klassenerhalt untermauern.  Unser Team weiß, was auf dem Spiel steht und wird entsprechend motiviert und konzentriert zu Werke gehen.  Ich erwarte jedenfalls einen heißen Tanz“, erklärte Stefan Veithen vor der Abfahrt nach Köln.
Fans der Roller Bulls Ostbelgien, die das Team nicht nach Köln begleiten können, haben die Möglichkeit die Partie live über Fibastat zu verfolgen.  Ein entsprechender Link befindet sich auf der Webseite der Bulls (www.rollerbulls.be) sowie auf Facebook.  Hier gibt es auch auf der Seite der Köln99ers einen Live-Stream des Spiels. Es heißt also für die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer die Daumen drücken! (Quelle: grenzecho/gh)