Jetzt neu angreifen!

Roller Bulls vs Mainhattan Skywheelers (Sa. 19.30 Uhr im SFZ)

Ziemlich ernüchtert kehrten die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer am vergangenen Wochenende von ihrer Auswärtsfahrt nach München heim.  Die Niederlage gegen die Iguanas aus München war schließlich die Krönung eines verkorksten Spieltages, der mit kurzfristigen, krankheitsbedingten Spielerabsagen, stundenlangen Staus und einem Radbruch gespickt war.  „Wir haben an einem Wochenende so viel Pech gehabt, dass wir für die weitere Saison hoffentlich verschont bleiben“, erklärte Stefan Veithen.Dennoch zeigte sich der Bulls-Coach keineswegs enttäuscht ob der sportlichen Leistung seines Teams in Bayern.

Keine Enttäuschung nach Niederlage

„Nein, wir haben trotz der widrigen Umstände und einer völlig verkorksten Aufwärmphase relativ gut ins unser Spiel gefunden und konnten auch lange Zeit mit der Ebertz-Truppe mithalten.  Erst mit zunehmender Spieldauer wurde das Fehlen von Christophe Van Houcke deutlich, während uns die Kräfte nach der langen Anfahrt schwanden.  Versagt oder enttäuscht haben wir keineswegs, so dass wir selbstbewusst der schweren Partie gegen Frankfurt entgegensehen können“.  Im ersten Aufeinandertreffen am zweiten Spieltag konnten sich die Bulls in Frankfurt knapp mit 62:56 durchsetzen.  „Das war eine sehr enge Kiste mit dem glücklichen Ende für uns.  Frankfurt ist eine extrem starke Mannschaft, die in unserer Liga jeden schlagen kann und daher auch zu den absoluten Tipfavoriten auf den Meistertitel zu rechnen ist.  Wir werden daher in St.Vith alle Register ziehen müssen, um das Team um Marina Mohnen in Schach zu halten und schließlich in die Knie zu zwingen“, bemerkte Stefan Veithen. 

Richtungsweisend

Die Niederlage gegen München befleckte auch die bislang weiße Punkteweste der Bulls, während die Verfolger - allen voran München und Frankfurt - Morgenluft schnuppern.  Zwar beträgt der Abstand Frankfurts zu den Bulls noch immer stattliche 4 Punkte, doch ein Sieg könnte das Spitzentrio noch enger zusammenrücken lassen. „Wir hatten einen tollen Saisonstart und fuhren zehn Punkte ein.  Dadurch konnten wir die Konkurrenz vorerst auf Distanz halten.  Jetzt müssen wir auf jeden Fall versuchen, diesen erarbeiteten Nimbus nicht zu verspielen.  Ein Sieg gegen Frankfurt beschert uns ein ruhigeres und unbeschwerteres Weihnachtsfest. Mit voller Teamstärke setzen wir auf diesen sehr wichtigen Heimsieg“, erklärte Stefan Veithen weiter.

Marina Mohnen - Powerfrau

Frankfurt besticht durch individuelle Klasse, die sich auch in der Treffsicherheit widerspiegelt.  Die absolute Topscorerin ist die deutsche Olympionikin und Nationalspielerin Marina Mohnen, die bereits 83 Punkte verbuchen konnte.  Die Gebrüder Tim und Sven Diedrich (62 und 50 Punkte), sowie Heike Friedrich (45 Punkte) sorgten bislang für fast alle Frankfurter Korbtreffer.  „Eine Marina Mohnen kann man nicht komplett ausschalten.  Dennoch glaube ich, dass wir in der Vergangenheit bereits einige taktische Stilmittel aufs Parkett brachten, die solche Spielerpersönlichkeiten  in ihrem Aktionsradius einschränken.  Über Teamstärke kann es uns gelingen, der Frankfurter Individualklasse den Schneid abzukaufen. Das erfordert Konzentration, Kampfbereitschaft und Engagement. Wir haben zwar in Frankfurt gewonnen, doch damals hatten wir mit Arthur Fievet noch einen weiteren Trumpf im Ärmel.“  Die Bulls überzeugen in dieser Saison durch eine breite Bank und durch ihr Kollektiv.  Nazif Conor ist zwar mit 73 Punkten einer der treffsichersten Spieler der Serie, doch alle anderen Spieler schrieben sich ebenfalls reihum in die Trefferlisten ein.  Das macht die Bulls für jeden Gegner taktisch unberechenbar. 

6. Mann

Die Frankfurter unterlagen in der laufenden Meisterschaft erst zwei Mal und zwar beim knappen 62:56 gegen die Bulls sowie beim 75:72 nach Verlängerung gegen München.  „Diese beiden knappen Ergebnisse verdeutlichen die Klasse der Mainhattan Skywheelers eindrucksvoll.  Sie werden alles daran setzen, um den ersten Tabellenplatz anzugreifen!“. Die Roller Bulls hoffen indes auf lautstarke Fanunterstützung.  „Unsere Fans sind in der gesamten Liga als 6. Mann gefürchtet und geachtet  Der SFZ-Hexenkessel wird uns hoffentlich zur notwenigen Höchstform beflügeln“, resümierte Stefan Veithen.