Ostbelgien

Knapp durchs Nadelöhr entkommen...

Bulls taten sich gegen Ulm schwer und siegten erst im Fotofinish.

SABRES ULM                                    59                        ROLLER BULLS                                    66

 

Die St.Vither Roller Bulls taten sich gegen die „Säbelkämpfer“ aus Ulm ähnlich wie bereits im Hinspiel unerwartet schwer.  Erst im Fotofinish konnte das Team von Michael Maréchal den 66:59-Sieg einfahren und stürzte somit den Gegner aus Ulm an den Rand des Abstiegs zur Drittklassigkeit.

Mit der Starting-Five Mounir Moujoud, Philippe Minten, Juan Bernal, Bart Nulens und Lorenzo Boterberg legten die Bulls am vergangenen Samstagnachmittag in Ulm einen wahren Fehlstart hin. 

Fehlstart

Dominik Bloching, Manfred Wolf und auch Patrick Dorner sorgten mit ihren Treffern für einen frühen 8:0-Vorsprung der Gastgeber, während die Bulls in dieser Phase kein probates Gegenmittel gegen die wie entfesselt aufspielenden Ulmer fanden. Erst ein Dreier von Lorenzo Boterberg in der 6. Spielminute zum 10:7-Anschluss ließ Hoffnung bei den Ostbelgiern aufkeimen.  Ulm ließ aber trotz der besser werdenden Vorstellung des Tabellenzweiten nicht locker und traf weiter nach Belieben durch Dorn, Rechtsteiner und Wolf.  Nach dem ersten Viertel lagen die Ulmer demnach klar und verdient mit 21:13 in Führung.  Die Roller Bulls drehten an den taktischen Stellschrauben, so dass die Spielanlage zusehend besser wurde.  Auch die Trefferquote entwickelte sich in dieser Phase zum Positiven hin.  Sechs Punkte von Lorenzo Boterberg, sowie die Einwechslung von Arthur Fievet bescherten den Bulls fortan ein spielerisches Plus, was sich auch im Ergebnis widerspiegelte.  In der 15. Minute sorgte Christophe Van Houcke mit seinem Treffer für den 26:28-Anschluss.  Bis zur Pause entbrannte ein offener Schlagabtausch, den Ulm knapp für sich entscheiden konnte.  Das Team von Headcoach Wolf behielt zur Halbzeit knapp mit 32:30 die Oberhand. 

Enge Partie

Nach dem Seitenwechsel drängten die Bulls auf eine schnelle Entscheidung.  So gelang Christophe Van Houcke der 32:32-Ausgleich.  Doch Ulm ließ sich durch die Aufholjagd der Bulls kaum beeindrucken und legte einen kurzen Zwischenspurt mit Treffern von Dorner, Turnwald und Bloching hin, die einen 36:32-Vorsprung ermöglichten.  Nach diesem kurzen „Durchhänger“ waren dann wieder die Gäste aus St.Vith an der Reihe, die sich aber der 25. Minute dank Lorenzo Boterberg und Philippe Minuten wieder auf 39:39 herankämpften.  In der 26. Minute gingen die Bulls zum ersten Mal in der Partie durch Arthur Fievet mit 41:39 in Führung.  Lorenzo Boterberg und Juan Bernal legten kurz darauf zum 45:39 nach.  Nach diesem Wirkungsschlag schüttelte sich das Team aus Ulm kurz und konterte vor allem durch Spielertrainer Manfred Wolf eindrucksvoll zurück.  So gingen beide Teams beim Stande von 47:47-Unentschieden ins Finalviertel.

Aufholjagd

Zu Beginn des Schlussviertels schienen die Bulls die besseren Nerven und auch die größere Physis zu besitzen, denn Arthur Fievet, Bart Nulens und auch Juan Bernal sorgten mit ihren Treffern für eine schnelle 53:39-Führung.  Doch dieser optische Vorteil sollte sich schnell als Trugschluss erweisen, denn wiederum waren es Wolf und Turnwald, die die Ulmer fünf Minuten vor dem Schluss mit 59:55 in Führung brachten.  In dieser entscheidenden Phase gelang Philippe Minten der wichtige 57:59-Anschluss, gefolgt vom schnellen 59:59-Ausgleich.  Lorenzo Boterberg behielt kurz danach die Nerven und verwandelte zwei Freiwürfe sicher zur 61:59-Führung.  Es entwickelte sich ein taktisch geprägtes Spiel in dem während rund zwei Minuten kein Treffer mehr verbucht wurde.  Erst 45 Sekunden vor dem Ende sorgte Boterberg mit seinem 23. Punkt mit dem 63:49 für ein Break.  Ulm setzte alles auf eine Karte und suchte mittels Fouls nach einer schnellen Balleroberung.  Arthur Fievet nutzte schließlich die fälligen Freiwürfe clever zum 66:59-Endstand.  Die Ulmer boten den Roller Bulls enorm viel Paroli und erwiesen sich als Top-Team der Serie, das in dieser gezeigten Form eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürfte.  Die Bulls dürfen nach diesem schwer erkämpften Sieg weiter auf einen Patzer des Widersachers aus Wiesbaden hoffen, wenngleich dieser sich offensichtlich keiner Blöße mehr hingeben möchte.  Das deutliche Ergebnis vom Wochenende gegen RBB München lässt darauf schließen, dass sich die Rhine River Rhinos den Aufstieg nicht mehr streitig machen lassen.  Die Bulls laden derweil am Samstagabend zum letzten Heimspiel der Saison gegen die zweite Mannschaft des RSV Lahn-Dill ins Sport- und Freizeitzentrum nach St.Vith ein. 

Die Zwischenstände:

1. Viertel:            21:13

2. Viertel:            11:17

3. Viertel:            15:17

4. Viertel:            12:19

Endstand:            59:66

Roller Bulls: Juan Bernal (6), Lorenzo Boterberg (23), Arthur Fievet (14), Philippe Minten (15), Mounir Moujoud (0), Bart Nulens (4), Jamaa Saadi (0), Christoph Van Houcke (4), Stefan Veithen (0),

Sabres Ulm: Dominik Bloching (15), Thomas Paa (0), André Penner (0), Manfred Wolf (22), Patrick Dorner (8), Urs Rechtsteiner (4), Andreas Renner (0), Claus Turnwald (10), Juan Bernal (6)

Nachgefragt, Stefan Veithen, Spieler und Co-Trainer der Roller Bulls: „Wir haben sehr schlecht begonnen und haben vermutlich auch eine ungünstige Starting-Five-Konstellation aufs Parkett geschickt.  Somit mussten wir eine lange Zeit einem Rückstand hinterherlaufen, während die Sabres aus Ulm wirklich exzellenten Basketball spielten und uns das Leben besonders schwer machten.  Dennoch haben wir uns stetig herangekämpft und konnten dann wirklich im Fotofinish den Sieg unter Dach und Fach bringen.  Es war allerdings heute ein sehr schweres Stück Arbeit.  Es wäre schade, wenn die Ulmer mit diesem Kader absteigen würden.  Sie sind derzeit im Abstiegskampf verstrickt, denn die zweit Letztplatzierten müssen den Weg in die Drittklassigkeit antreten.  Natürlich werden wir versuchen auch in den noch beiden ausstehenden Partien zu siegen um wenigstens die theoretische Chance auf den Aufstieg zu wahren.  Allerdings schwinden die Hoffnungen auf einen Patzer Wiesbadens mit den gezeigten Resultaten von Woche zu Woche.  Aber es nützt nichts, wir sind selbst an dieser Lage schuld, da wir ein Spiel der Meisterschaft regelrecht „verpasst“ haben.  Am Samstag möchten wir unseren Fans jedenfalls ein versöhnliches Abschiedsspiel vor heimischer Kulisse bieten und hoffen auf entsprechend lautstarke Unterstützung.“