Ostbelgien

„Mission impossible“ beginnt heute Abend

Bulls empfangen Tabellendritten aus Zwickau

St.Vith.- Die erste Saisonhälfte für die Roller Bulls aus St.Vith im Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs verlief sportlich alles andere als zufriedenstellend.  Während das Team lediglich einen Sieg gegen den Aufsteiger Jena Caputs verzeichnen konnte, sprangen im Laufe der Saison mit Marc De Vos und Yono Van Rompaey zwei wichtige Spieler aus persönlich-beruflichen Gründen ab, so dass die Roller Bulls derzeit mit einem verhältnismäßig kleinen Kader von nur acht Spielern den Klassenerhalt realisieren wollen.

 

Trotz der niederschmetternden und teilweise ernüchternden Resultate hat das Trainerduo Stefan Veithen und Juan Bernal das Thema Erstklassigkeit noch nicht aufgegeben.  „Wer uns kennt, der weiß, dass wir bis zum bitteren Ende kämpfen werden.  Noch haben wir theoretische Chancen, wenngleich diese auch von Spiel zu Spiel, mit jeder Niederlage geringer werden“, meinte Stefan Veithen. 

 

Verunsicherte Gäste?

 

Am Samstagabend empfangen die Bulls den derzeitigen Tabellendritten aus Zwickau, der in der laufenden Meisterschaft vor allem im Umfeld große Turbulenzen zu überstehen hatte.  Wenngleich sich das Team aus Zwickau, das zusammen mit Oettinger und Lahn-Dill zur Crème de la Crème des europäischen Rollstuhlbasketballs zählt, nach wie vor sportlich auf Playoff-Kurs befindet, ging es abseits des Spielfeldes drunter und drüber, was schließlich auch im Oktober zur Vereinsauflösung führte.  Die RSC Rollis Zwickau sind Geschichte und spielen nun unter dem neuen Vereinsnamen „BSC Rollers“ mit übernommener Spiellizenz weiter.  Was war geschehen? Offensichtlich hatte der Rollis-Zwickau-Vorstand um den Landtagsabgeordneten Mario Pecher rund 200000 Euro an Spendengeldern veruntreut, was zum Rücktritt des gesamten Präsidiums führte und der RSC mit seinem Profiteam kurzerhand Insolvenz anmelden musste.  Nur den treuen sächsischen Fans, die mit dem BSC Rollers einen neuen Verein gründeten und die Lizenz für die erste Bundesliga übernahmen, ist es zu verdanken, dass der Traditionsklub auch weiterhin sportlich im Oberhaus mitmischt.  Die meisten Spieler hielten dem Verein in diesen schwierigen Zeiten die Treue und verzichteten teilweise auf Bezüge. Lediglich vier Akteure, der Nationalspieler Andre Bienek (Oettinger), Darren Scott Peasly (England), der Australier James Stewart (Frankreich) sowie der Litauer Vaidas Stravinskas (Italien) verließen den Verein. 

 

Spielerischer Aderlass

 

Nach wie vor gehören die tschechischen Routiniers Adam Erben und Rostislav Pohlmann zum Kader. Geblieben sind auch Kai Möller, Günther Mayer, Bryce Doody oder Matt Sealy, während Julia Kittlaus und Daniel Gehse aus der zweiten Garnitur ins A-Team nachrückten. Einziger externer Neuzugang ist der US-Amerikaner Benjamin Kenyon. Coach Thomas Sinclair hat trotz der widrigen Umstände ein ausgeglichenes Team zusammengestellt, dass die gesteckten Saisonziele nach wie vor anstrebt.  Neben dem Erreichen der Playoffs steht der Champions Cup auf der Agenda der Zwickauer.  Im Pokal unterlag man derweil Angstgegner Lahn-Dill mit 47-77 deutlich und verpasste somit den Einzug in die „Final Four“. Für die Roller Bulls sicherlich eine Mammutaufgabe, so dass ein Erfolg eine Riesenüberraschung darstellen würde. „Natürlich haben sind wir gegen die Rollers krasser Außenseiter, zumal wir über eine kleine Bank verfügen und somit auch taktisch arg limitiert sind.  Nichtsdestotrotz werden wir alles daransetzen, um unsere Haut so teuer wie möglich zu verkaufen.  Auch erachte ich dieses Spiel als gute Vorbereitung auf die kommenden Partien, in denen wir vielleicht doch punkten können.  Wir haben auf jeden Fall nichts zu verlieren und können „frei Schnauze“ aufspielen.  Die „Mission Impossible“ beginnt sicherlich heute Abend im SFZ und ich hoffe, dass uns viele Fans lautstark unterstützen werden“, erklärte Stefan Veithen abschließend.

 

Von Gerd Hennen