Ostbelgien

Passiwan mit "Sahnetag"

Doneck Dolphins Trier 91 Roller Bulls Ostbelgien 45

Am Samstag starteten die Roller Bulls Ostbelgien im Derby gegen Trier in die Rückrunde. Magere zwei Punkte erspielten sich die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer bislang. Das ist zu wenig, um am Ende die Klasse zu halten.

Die Roller Bulls Ostbelgien um Headcoach Stefan Veithen sind derzeit auf der Suche nach ihrer optimalen Wurfausbeute, um gegen vermeintliche Teams auf Augenhöhe weitere Zähler im voll entbrannten Abstiegskampf zu ergattern. Das Derby gegen Trier sollte eine erste Vorbereitung auf diese anstehenden „Endspiele“ sein, rechneten sich die Bulls bei den Trierer Delfinen doch kaum Hoffnungen aus.

Eigentlich startete das Team von Stefan Veithen konzentriert in die Partie und lag nach Treffern von Philippe Minten, Lorenzo Boterberg und Nazif Comor nach drei Minuten mit 5:2 in Führung. Doch dann drehte Dirk Passiwan an den taktischen Stellschrauben und schuf nach fünf Minuten mit der 13:7-Führung bereits klare Verhältnisse.

Vor allem die wiedergenesene niederländische Nationalspielerin und Dolphins-Kapitänin Mariska Beijer sorgte für einen anspruchsvollen Trierer Spielfluss, mit dem die Gäste aus St.Vith sichtlich zu kämpfen hatten. Die Trierer ließen in dieser Phase vor allem in der Defensive nichts anbrennen, während in der Offensive fast jeder Wurf in Punkte umgemünzt werden konnte. Die Bulls haderten indes erneut am eigenen Wurfpech. Nazif Comor und Lorenzo Boterberg fanden nur selten den Weg in die gegnerische Zone, sodass die Delfine einen Rebound nach dem anderen landeten und den Ostbelgiern schnell den Zahn zogen. So nahm das Schicksal im ersten Viertel mit einem klaren 22:10-Vorsprung für Trier seinen Lauf. Die Gäste aus Trier hatten nun ins Spiel gefunden und überzeugten durch ihre Klasse. So ging auch das zweite Viertel mit 20:6 klar zugunsten der Trierer aus, und die Roller Bulls Ostbelgien lagen zur Pause bereits mit 42:16 hoffnungslos zurück. Dennoch fand Coach Stefan Veithen lobende Worte für den Auftritt seines Teams: „Die Moral und der Kampfgeist meiner Mannschaft waren heute in Ordnung. Wir haben uns im Grunde nicht viel vorzuwerfen. Wir haben sehr viele gute Entscheidungen getroffen, doch gegen Dirk Passiwan, der einen absoluten Sahnetag erwischte, war heute nicht viel auszurichten.“ Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gastgeber etwas ruhiger angehen, sodass die Roller Bulls Ostbelgien zu guten Möglichkeiten kamen, die diese auch souverän nutzten.

Dennoch ließen die Passiwan-Akteure nichts anbrennen und hielten die Bulls weiterhin souverän und kontrolliert auf Distanz. In dieser Phase war es der „Großmeister“ selber, der immer wieder die richtigen Entscheidungen traf. Mit 18 Punkten war das dritte Viertel für Veithen und seine Truppe das wohl ergiebigste in den vergangenen Wochen. Die Trierer schafften in dieser Spielphase 28 Punkte. Auch das Abschlussviertel ging an die Trierer, die mit einem Punkteschnitt von 23 Punkten am Ende einen ungefährdeten 91:45-Derbysieg feierten.

Dirk Passiwan wurde mit wahnsinnigen 43 Punkten Top-Scorer der Partie, während Philippe Minten mit zehn Punkten bester Treffer der Gäste wurde. Auch die Rebound-Statistik zugunsten der Trierer spricht mit 36:22 eine deutliche Sprache.

Dirk Passiwan erzielte sage und schreibe 43 Scorer-Punkte. (Quelle: grenzecho/gh)


„Heute hat man bemerkt, dass Trier unter Profibedingungen trainiert und somit das Tempo ein völlig anderes ist. Wir haben zwar in der ersten Halbzeit nur 16 Punkte gemacht, doch lag das an einer 1A-Verteidigung der Trierer, die sensationell agierten. In der zweiten Halbzeit ist es dann für uns besser gelaufen. Trotz der Niederlage, die um einige Punkte zu hoch ausgefallen ist, keimt bei mir die Hoffnung, dass wir gegen Teams auf Augenhöhe noch Punkte einfahren können“, erklärt Trainer Stefan Veithen.

Für die Roller Bulls Ostbelgien sind allerdings harte Zeiten angebrochen. Im nächsten Heimspiel gegen München am 22. Dezember (um 19.30 Uhr) muss endlich etwas Zählbares her, um alle Hoffnung auf einen Klassenerhalt nicht bereits frühzeitig begraben zu müssen. Veithen: „Wir haben zwei Punkte auf der Habenseite, sodass unser Ziel sein muss, in der Rückrunde auf sechs, bestenfalls acht Punkte zu kommen. Das wäre hinsichtlich der Playdowns von entscheidender Wichtigkeit.“

Für die Roller Bulls Ostbelgien spielten und trafen: Nazif Comor (8), Philippe Minten (10), David Offermann (6), Terence Edja-Wato (6), Mounir Moujoud (4), Robby Hulsmans (2), Lorenzo Boterberg (3), Stefan Veithen, Bart Nulens, Davy Bukkers (2), Jamaa Saadi (4)