Ostbelgien

Rahden in allen Bereichen dominant

BASKETS 96 RAHDEN 78 ROLLER BULLS OSTBELGIEN 31

Die Roller Bulls Ostbelgien tun sich in der laufenden Meisterschaft der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga derzeit schwer.  Ein magerer Sieg gegen den Tabellennachbarn Rollers Zwickau genügt nicht, um das Ziel vom Klassenerhalt zu verwirklichen.  Gegen den Aufsteiger aus dem nordrhein-westfälischen Rahden hingen die Trauben des Erfolgs erneut ziemlich hoch, denn das Überraschungsteam von Coach Josef Jaglowski schickt sich an, mit konstanten Leistungen in die Playoffs zu rollen.  Bereits im Hinspiel wurden die Roller Bulls Ostbelgien von den „Jungen Wilden“ mit 70:42 regelrecht überrannt. 
 
Die Vorzeichen standen diesmal für die Roller Bulls Ostbelgien denkbar schlecht, musste Coach Jo Bongaerts doch kurzfristig auf Lorenzo Boterberg (Daumenverletzung) und Bart Nulens (Krankenhausaufenthalt) verzichten, während David Offermann nach wie vor an einer Schulterverletzung laboriert.  
 
Kurzfristige Verletzungssorgen
 
Somit rollten in Rahden lediglich sieben Roller Bulls auf, was natürlich die taktischen Möglichkeiten stark einschränkte.  Die Gastgeber ließen gleich von Beginn an keinen Zweifel an ihrer offensiven Marschroute und setzten mit drei Dreiern von Mustafa Korkmaz sofort ein entsprechendes Zeichen.  Die Roller Bulls Ostbelgien bemühten sich zwar redlich und konnten den Abstand bis zur vierten Minute durch Punkte von Philippe Minten und Davy Bukkers mit 9:4 in Grenzen halten; Rahden erhöhte schließlich das Tempo und netzte souverän ein.  Mustafa Korkmaz und Bandura Krzystof waren in dieser frühen Phase des Spiels kaum zu bremsen und ebneten quasi im Alleingang den Weg zum Sieg ihrer Mannschaft.  Am Ende des ersten Viertels führten die Gastgeber souverän mit 26:4. 
 
Korkmaz Superstar
 
Die Roller Bulls Ostbelgien kamen im zweiten Abschnitt zwar etwas besser ins Spiel, doch hielten die Rahdener die Schlagzahl bewusst hoch.  Gepaart mit einer fast perfekten Trefferausbeute zogen die Gastgeber den ostbelgischen Rollstuhlbasketballern schnell den Zahn.  Und erneut waren es die beiden Ausnahme-Score   Mustafa Korkmaz und Bandura Krzystof, die nach Belieben punkteten.  Von den 47 erzielten Punkten steuerten beide Rahdener Spieler alleine 41 bei.  Zur Pause führten die Baskets 96 klar mit 47:17.  In der zweiten Halbzeit ließen es die Rahdener etwas ruhiger angehen, was Josef Jaglowski dazu nutzte, sein Team rotieren zu lassen.  Nichtsdestotrotz blieb die absolute Dominanz des Gastgebers bestehen, während die Roller Bulls Ostbelgien sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht waren. 
 
Zwei Viertel mit 4 Punkten!
 
Das dritte Viertel ging mit 16:10 ebenfalls recht deutlich zugunsten der Jaglowski-Truppe zu Ende.  Mit einem satten 63:27-Vorsprung für Rahden bogen beide Teams schließlich auf die Zielgerade ein.  Im Schlussviertel enttäuschten die Roller Bulls Ostbelgien wieder einmal aufgrund einer katastrophalen Trefferquote, so dass durch Nazif Comor und Robby Hulsmans lediglich vier Punkte eingefahren wurden.  Der Punkthunger des Jaglowski-Team schien befriedigt, so dass die Baskets 96 „nur“ noch 15 Punkte ans Brett brachten.  Am Ende ein nie gefährdeter Heimsieg der Nordrhein-Westfalen, die in dieser Verfassung sicherlich ein heißer Kandidat für die Playoffs sind.  Die Talfahrt der Roller Bulls Ostbelgien hält indes an.  Neben Defiziten in der Defensive ist vor allem die katastrophale Scoret-Statistik befremdend.  Zwei Spielviertel mit jeweils nur 4 Punkten sind für eine 1. Bundesliga eindeutig zu wenig.  Jetzt gilt es für Jo Bongaerts sein Team für die am 21. Dezember im SFZ stattfindende Derbyparty gegen die Doneck Dolphins aus Trier mit ihrem Top-Scorer Dirk Passiwan moralisch aufzubauen. 
 
Die Zwischenstände:
1.    Viertel 26:4
2.    Viertel 21:13 (47:17)
3.    Viertel 16:10 (63:27)
4.    Viertel 15:4 (78:31)
Endstand: 78:31
 
Es spielten und trafen:
 
Baskets 96 Rahden: Quinten Zantinge (11), Kallum Stafford, Bo Kramer (8), Mustafa Korkmaz (31), Krzysztof Bandura (14), Nermin Hujic, Joost Morsinkhof (2), Cajo Tarik, Amy Kaijen, Krzysztof Kozaryna (8), Victor Meza (4)
 
Roller Bulls Ostbelgien: Nazif Comor (6), Philippe Minten (2), Robby Hulsmans (6), Davy Bukkers (2), Terence Edja Wato (2), Mounir Moujoud (4), Jamaa Saadi (9)
 
Stimme zum Spiel:
Co-Trainer und Pressesprecher Stefan Veithen: „Gegen eine solch schnelle Mannschaft wie Rahden sind Ausfälle wie Lorenzo Boterberg, Bart Nulens und David Offermann sicherlich kaum zu verkraften.  Die Gastgeber legten mit Korkmaz einen Traumstart hin und wussten uns dadurch zu beeindrucken.  Während des gesamten Spiels übte das Team von Josef Jaglowski in jeglicher Hinsicht eine absolute Dominanz aus.  Wir fanden erst nach dem Seitenwechsel etwas zu unserem Spiel und konnten dann etwas Schadensbegrenzung realisieren.  Doch hadern wir noch immer mit der Trefferquote, die einem Erstliga-Niveau nicht würdig ist.  Ich denke, das Resultat spricht für sich.  Wir müssen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und werden versuchen, uns im Training weiter zu steigern, damit wir im letzten Spiel dieses Kalenderjahres gegen den Derbyrivalen aus Trier einen würdigen Abschluss aufs Parkett bringen.“
 
 
Die übrigen Ergebnisse:
 
RBB Iguanas München             61        Rollers Zwickau            58
Doneck Dolphins Trier             85        Rhine River Rhinos       93
Baskets 96 Rahden                   78        Roller Bulls Ostbelgien 31
BG Baskets Hamburg               76        RSV Lahn-Dill               94
Hannover United                     54        RSB Thuringia Bulls      71
 

Randnotiz - Rollers Zwickau melden Insolvenz an
 
Der BSC Rollers Zwickau hat in der vergangenen Woche Insolvenz beantragt.  „Die vergangenen viereinhalb Jahre nach Neugründung des Vereines waren nicht leicht" informierte Pressesprecherin Yvonne Förster. Die Ursachen für den „erneuten“ Niedergang gehen auf die Saison 2015/2016 zurück, als die Rollers neben der Bundesliga auch Teilnehmer und Ausrichter des Champions Cup Finalturniers waren. „Durch fachliche Unzulänglichkeiten in der Budgetplanung kam es zu erheblichen Zahlungsschwierigkeiten und offenen Rechnungen, die sich als sehr hartnäckig herausstellen sollten. Der Verein hatte bei einem Jahresetat von 150000 € einen Gesamtfehlbetrag von etwa 100000 € aufzuweisen“, so Förster. Trotz intensiver Bemühungen gelang es in der laufenden Saison nicht, weitere potente Sponsoren und Unterstützer an Bord zu holen.  Allerdings möchte der Verein sportlich weitermachen, wenngleich man einen freiwilligen Rückzug in die 2. Bundesliga antreten wird. (Quelle:grenzecho/gh)