Ostbelgien

ROLLER BULLS OSTBELGIEN SIND GESCHICHTE

Ostbelgischer Traditionsverein wird aufgelöst

Seit 15 Jahren begeistern die Rollstuhlbasketballer der Roller Bulls die Massen in Ostbelgien und wurden somit national und international zu verlässlichen Markenbotschaftern der deutschsprachigen Gemeinschaft. Als sportlicher Höhepunkt kann sicherlich der Einstieg in die 2. RBBL Süd im Jahre 2008 bezeichnet werden, als der belgische Klub mit einer Sondergenehmigung die Teilnahme in einer der besten Ligen der Welt ermöglicht wurde. Nun, nach 15 Jahren mit zahlreichen emotionsgeladeneren Momenten zogen die Klubverantwortlichen einen Schlussstrich und lösten den Klub auf.

Dieser Entschluss kam zwar für so manchen Außenstehenden sehr plötzlich und unerwartet, doch habe man lange intern hin- und herdiskutiert, Lösungsansätze abgewägt und sich die Entscheidung schwer gemacht. Den letzten Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, bezeichnete Co-Trainer und Kassierer Stefan Veithen die Entscheidung der RBBL, die Roller Bulls Ostbelgien nur für eine 2.Liga Süd zu berechtigen.

Süd-Liga war „letzter Tropfen"

„Die Distanzen mit Tirol und Salzburg sind einfach zu groß, das hätte wirtschaftlich nicht gepasst. Zudem glaube ich auch nicht, dass das Team unter dem Strich so begeistert gewesen wäre, die Strapazen von 2000 km nur für 2 Stunden Spiel auf sich zu nehmen. Man muss realistisch sein“, so Stefan Veithen. Außerdem seien COVID19 bedingt Sponsorengelder nicht mehr so wie in der Vergangenheit gesichert. All diese Aspekte trugen schlussendlich zur Entscheidungsfindung bei, den Klub am Standort St.Vith aufzulösen. Natürlich sei diese Entscheidung bei einigen Spielern auf Unverständnis gestoßen, doch seien die Spieler nie in die Organisation und die Finanzierung des Klubs direkt mit eingebunden gewesen, so dass sie die Tragweite dieser RBBL-Vorgaben auch nicht sehen konnten.

Nicht finanzierbar

„Wir haben bereits seit Jahren am Saisonende mit Mühe und Not eine rot-schwarze Null geschrieben, so dass wir keinerlei finanziellen Ausfälle verkraften können“, meinte Teammanager Edgard Boemer. Daher sei ein Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende auf jeden Fall vorzuziehen. Man habe die RBBL in Kenntnis gesetzt und auch die wichtigsten Sponsoren direkt kontaktiert. Außerdem habe ein Präsenztreffen nach einigen vorhergehenden Telefonaten und Telefonkonferenzen mit den Spielern stattgefunden, bei dem jeder sich sachlich und auch konstruktiv ausgesprochen hat. „Juan Bernal versucht einen neuen Roller-Bulls-Klub in Lüttich zu gründen und diesen nach Möglichkeit für die belgische Liga zu melden. Lorenzo Boterberg und Philippe Minten haben einen flämischen Klub gefunden, während Mounir Moujoud bereits vor der Pandemie den Wunsch äußerte, in Frankreich zu spielen. Wir hoffen, dass alle Spieler einen Verein finden, damit sie der Faszination Rollstuhlbasketball auch weiterhin treu bleiben können. Es war eine sehr schöne Zeit mit vielen Emotionen, doch jetzt ist der Augenblick gekommen, ein anderes Kapitel aufzuschlagen“, meinte Stefan Veithen sichtlich bewegt abschließend. (Quelle:grenzecho/gh)