"Sind weiterhin auf dem richtigen Weg!"

Bulls empfangen die Rolling Chocolates aus Heidelberg

Nach dem perfekten Saisonauftakt mit zwei Siegen in Folge empfangen die Roller Bulls am heutigen Samstagabend um 19.30 Uhr im Sport- und Freizeitzentrum St.Vith das Team der Rolling Chocolate aus Heidelberg.

Hierbei kommt es zu einer weiteren Bewährungsprobe für die St.Vither Rollstuhlbasketballer auf ihrem Weg zum direkten Wiederaufstieg. Nach seiner zweiwöchigen Hochzeitsreise übernimmt Bulls-Coach Michael Maréchal das Team des souveränen Tabellenführers.

Vor allem in der Offensive wussten die Bulls bislang auf der ganzen Linie zu überzeugen.

Vor allem in der Offensive wussten die Bulls bislang auf der ganzen Linie zu überzeugen und ließen den Gegnern kaum einen Hauch einer Chance. Für die Fans ist die heutige Partie somit auch eine Premiere, leitet Maréchal doch erstmals am Spielfeldrand die Geschicke seiner Mannschaft. Die Handschrift des neuen Trainers ist bereits deutlich festzustellen, wirken die Bulls im Aufbau schneller und agiler, während auch beim Abschluss unter dem gegnerischen Korb deutliche Verbesserungen festzustellen sind. „Wir sind auf dem richtigen sportlichen Weg“, erklärte Stefan Veithen nach dem Auswärtserfolg bei den Iguanas aus München.

Bemerkenswert sicherlich in diesem Zusammenhang die derzeitige Topform von Lorenzo Boterberg, der als Power-Forward sein Team stets nach vorne treibt und eine bestechende Trefferquote vorzuweisen hat. So ist der Genter Ausnahmespieler nach dem zweiten Spiel mit seinen 51 Punkten souveräner Topscorer der 2. Bundesliga Süd. Dennoch liegt die Stärke der Bulls weiterhin im Kollektiv, wobei durch die breitere Bank nun völlig neue Taktikkonstellationen möglich sind. „Ja, das ist unser Vorteil in dieser Saison. Niemand muss mehr das ganze Spiel durchspielen, auch unser zweiter Anzug passt wie angegossen und bereitet jedem Gegner Schwierigkeiten“, so die Einschätzung. Die Gäste aus Heidelberg haben ihr Auftaktspiel gegen die zweite Mannschaft des Abonnementsmeisters Lahn-Dill knapp zu ihren Gunsten entscheiden können. Somit schafften die Chocolates nach einer ereignisreichen Sommerpause mit zahlreichen personellen Veränderungen ebenfalls einen Auftakt nach Maß.

Nach dem Abgang der beiden Junioren-Weltmeister Nico Dreimüller (zu Lahn-Dill I) und Leon Schöneberg (zu Hannover United) musste der sportliche Leiter Marco Hopp in der Offsaison gleich vier neue „junge Wilde“ ins Teamgefüge integrieren. Mit der 15 Jahre alten Catharina Weiß vom RSKV Tübingen, „Griechenland-Import“ Nikos Panousis, Eric Bendel und dem Heidelberger Eigengewächs Sebastian Holzheu bleiben die Chocolates ihrem Ruf als Talentschmiede treu.

Was die Saisonziele anbelangt so zeigt sich Kapitän André Hopp bescheiden, gilt es doch vorrangig die Absicherung des Klassenerhaltes schnell in trockene Tücher zu bekommen. Bei einem positiven Saisonverlauf könne man sich allerdings auch eine Platzierung im oberen Tabellendrittel durchaus vorstellen. Marco Hopp ist sich der schwierigen Aufgabe gegen die Bulls durchaus bewusst: „Das SFZ wird wieder ein Hexenkessel sein, während die Bulls in diesem Jahr mit Lorenzo Boterberg und Arthur Fievet zwei junge, hungrige und äußerst treffsichere Schützen in ihren Reihen wissen.“

„Wir müssen zu jedem Augenblick hundertprozentige Konzentration an den Tag legen.“

Diese könnten zwischenzeitlich durch Altmeister Juan Bernal sowie den Scharfschützen Jamaa Saadi ersetzt werden. „Im Aufbau zieht der ebenfalls sehr korbgefährliche Mounir Moujoud die Fäden und auch auf den weiteren Positionen strahlen die Belgier stets Gefahr aus. Bekannt für ihre oft recht unkonventionelle Spielweise, manchmal hart am Rande des Erlaubten, werden die Roller Bulls für uns sicherlich zu einer der wohl schwersten Hürden in der Saison“, erklärte Marco Hopp auf der Homepage der Heidelberger Rollstuhlbasketballer. Trotz dieses Respektes rechnet sich der Heidelberger Coach dennoch Außenseiterchancen aus: „Natürlich fahren wir nach Belgien, um das Spiel zu gewinnen. Aufgrund unserer Verletzungsmisere gelten wir als krasser Außenseiter und können daher völlig unbekümmert in der ‚Höhle der Bullen‘ auftreten. Vielleicht ist gerade das für eine faustdicke Überraschung unsererseits wichtig.“ Die Bulls sind jedenfalls gewarnt, konnten die Heidelberger die Ostbelgier in den vergangenen Jahren bereits einige Male sportlich in Schwierigkeiten bringen. „Wir müssen zu jedem Augenblick hundertprozentige Konzentration an den Tag legen und versuchen, die Kreise von Kapitän André Hopp nach Möglichkeit entscheidend zu stören“, bemerkte Stefan Veithen, der den Trainerstab am Samstag an Michael Maréchal übergeben wird.