"Solche 20 Minuten dürfen wir uns nicht mehr erlauben!"

Sabres Ulm 48 Roller Bulls 64

Für die St.Vither Rollstuhlbasketballer sind die Entscheidungswochen angebrochen.  Nach der viel zu langen Winterpause bekamen es die Mannen von Coach Stefan Veithen am vergangenen Samstagabend mit dem Tabellenschlusslicht Sabres Ulm zu tun.  Was als vermeintlicher „Spaziergang“ anmutete, entpuppte sich wie von den Ostbelgiern erwartet als Geduldsspiel in dem am Ende die Cleverness und Physis siegte. 

Die Starting Five der Bulls mit Nazif Comor, Mounir Moujoud, Christophe Van Houcke, Philippe Minten und Pieter Dries taten sich nach dem Hochball gegen Ulm sehr schwer. 

Pomadiger Auftakt

So landete der Ball erst in der 4. Spielminute zur 2:0-Führung durch Nazif Comor zum ersten Mal im gegnerischen Netz. Auch danach schien der Punktebann nicht gebrochen, während die Gastgeber durch Dominik Bloching Paroli boten (4:4).  Erst in den Schlussminuten des Auftaktviertels gelang den Gästen aus St.Vith durch Treffer von Pieter Dries, Mounir Moujoud und Nazif Comor mit dem 16:8-Führungsausbau ein kleines Break.  Im zweiten Viertel verloren die St.Vither Rollstuhlbasketballer völlig den Spielfaden, so dass die Sabres aus Ulm progressiv aufholten und auch immer besser ins Spiel fanden.  Patrick Dorner, Manfred Wolf und Thorsten Schmid sorgten recht schnell für den 18:22-Anschluss (18. Minute) und trieben den Bulls-Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn.  Kurz vor dem Pausenpfiff gelang Ulm sogar der 24:24-Ausgleich durch Urs Rechtsteiner.  Juan Bernal setzte jedoch im Finish nach und rettete einen denkbar knappen 26:24-Vorsprung der Bulls in die Pause.

Ulm zur Pause auf Augenhöhe

Während der erste Spielabschnitt noch deutlich mit 16:8 zugunsten der Gäste aus St.Vith ausfiel, konnte sich Ulm im zweiten Viertel deutlich und hochverdient mit 16:10 behaupten. Diese grottenschlechte Vorstellung in der ersten Halbzeit nahm sich Bulls-Coach Stefan Veithen zur Vorlage um während der Pause an einigen taktischen Stellschrauben zu drehen. „Wir waren einfach zu lasch in der Defensive und verballerten zu viele glasklare Chancen in der Offensive.  Ich appellierte daher an mein Team, zunächst die Defensivarbeit aggressiver und energischer zu gestalten“, erklärte Veithen nach dem Spiel.  Diese taktische Umstellung zeigte sofort nach dem Seitenwechsel ihre Wirkung, spielten die Bulls doch fortan wie ausgewechselt und nutzten ihre Chancen kaltschnäuziger denn je. 

Bessere Physis

Konnten die Ulmer in der Anfangsphase des dritten Viertels noch Punkte mäßig mithalten, mussten sie ab der 25. Minute doch dem hohen Tempo der Bulls Tribut zollen.  Christophe Van Houcke, Philippe Minten, Bart Nulens, Pieter Dries und Nazif Comor sorgten somit vor dem Finalviertel für einen satten 14-Punkte-Vorsprung (48:34).  Auch im viertel Spielabschnitt überließen die Bulls nichts dem Zufall und setzten ihre aggressive Spielweise eindrucksvoll fort.  Pieter Dries und Philippe Minten erhöhten sofort auf 52:36 und nahmen den „Säbelrasslern“ aus Ulm geschickt den Wind aus den Segeln.  Mit dem satten Vorsprung im Rücken setzten die Bulls auf absolute Spielkontrolle und ließen bis zum Ende nichts mehr anbrennen.  Mit einem lockeren 16:14 im Schlussviertel landeten die Bulls einen aufgrund einer exzellent geführten zweiten Halbzeit einen klaren 64:48-Auswärtserfolg gegen die Sabres aus Ulm. 

Am kommenden Samstagabend steht mit Lahn-Dill II sicherlich ein anderes Kaliber für die Bulls auf der Agenda.  Der zweite Anzug des deutschen Abonnementmeisters besticht durch personelle Klasse und ein während vieler Jahre eingespieltes Team.  Hier bedarf es daher der Konzentration während des gesamten Spiels.

Die Zwischenstände:

1.     Viertel 8:16

2.     Viertel 16:10 (24:26)

3.     Viertel 10:22 (34:48)

4.     Viertel 14:16 (48:64)

 

Es spielten und trafen

SABRES ULM: André Penner (0), Dominik Bloching (13), Thorsten Schmid (5), Patrick Dorner (15), Birgit Meitner (2), Fabian Berger (2), Urs Rechtsteiner (4), Manfred Wolf (7)

ROLLER BULLS: Nazif Comor (8), Mounir Moujoud (8), Philippe Minten (9), Christophe Van Houcke (15), Pieter Dries (10), Juan Bernal (4), Bart Nulens (2), Jamaa Saadi (2), Quoc Binh Pho (4), Stefan Veithen

Stimme zum Spiel:

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Wir sind anfangs überhaupt nicht ins Spiel gekommen und wirkten in unseren Aktionen recht pomadig.  Das hat Ulm kaltschnäuzig genutzt und konnte die Partie bis zur Pause ausgeglichen gestalten.  Ich weiß auch nicht, woran es lag, aber selbst die einfachsten Bälle gingen nicht ins Netz und in der Defense taten sich ebenfalls große Lücken auf.  Nach dem Seitenwechsel versuchten wir dann über mehr Aggressivität in der Defense den Gegner besser in den Griff zu bekommen.  Das hat auch perfekt geklappt, da wir neben der soliden Defensive nun auch in der Offensive zum Zug kamen.  Mit zunehmender Spieldauer profitierten wir auch von unserer Physis und fuhren schlussendlich einen klaren Sieg ein, der den Klassenunterschied verdeutlichte.  Ich hoffe allerdings, dass unsere katastrophale Vorstellung während der ersten 20 Minuten für meine Mannschaft eine Warnung ist, denn so einen grottenschlechten Basketball dürfen wir uns gegen die kommenden Gegner nicht erlauben.  Lahn-Dill II am kommenden Samstagabend im SFZ ist bereits ein völlig anderes Kaliber.“