Ostbelgien

Souveräne Heimvorstellung gegen Salzburg

Roller Bulls Ostbelgien 77 RSV Salzburg 57

Die neuen Spieler scheinen bestens ins Mannschaftsgefüge gefunden zu haben, was der eindrucksvolle Auswärtserfolg gegen die Kooperationsmannschaft Lahn-Dill-Skywheelers in der Vorwoche belegte. Gegen den RSV Salzburg zeigten sich die sportlichen Verantwortlichen jedenfalls skeptisch, gelten die Österreicher nach ihrem Aufstieg aus der Regionalliga und diversen, zum Teil hochkarätigen Neuverpflichtungen aus der italienischen Liga als die große Unbekannte.

Aufgrund der weiten Anreise setzten die Salzburger am Wochenende gleich eine Belux-Tour an. Am Samstag spielte das Team von Trainerlegende Walter Pfaller bei den Lux Rollers auf Kirchberg. Der luxemburgische Bundesligist hatte hierbei nicht den Hauch einer Chance und musste sich am Ende deutlich mit 46:86 geschlagen geben.

Die Roller Bulls Ostbelgien waren demnach gewarnt, zumal sich Petr Tucek und Conny Wibmer in Luxemburg als sichere Distanzwerfer empfahlen. Stefan Veithen schickte mit Philippe Minten, Nazif Comor, Bart Nulens, Jamaa Saadi und dem Neuzugang Davy Bukkens eine aggressiv beginnende Starting-Five aufs Parkett, die sofort mit einem Treffer von Jamaa Saadi die Marschroute vorgab.

Trotz eines schnellen und variationsreichen Aufbauspiels zeigten sich die Gäste aus Salzburg zunächst wenig beeindruckt und glichen immer wieder durch Petr Tucek und Conny Wibmer aus. Bei den Bulls trafen Jamaa Saadi, Bart Nulens sowie Nazif Comor. Erst ab der sechsten Minute gelang den Gastgebern unter tosenden Anfeuerungsrufen der Zuschauer ein erstes kleines Break, als Nazif Comor und Quoc Binh Pho auf 15:9 vorlegten.

Doch auch dieses Break konterten die Salzburger meist mittels toller Distanzwürfe von Petr Tucek ruhig und besonnen. So schmolz der Vorsprung der Bulls bis zum Ende des Auftaktviertels erneut auf 18:15 zusammen.

Salzburg konterte sofort zu Beginn des zweiten Spielabschnittes und verkürzte auf 18:17, doch der eingewechselte Neu-Bulle Terence Edja-Wato unterstrich sein spielerisches Potenzial, indem er zusammen mit Quoc Binh Pho und Nazif Comor schnell wieder einen sicheres 27:19-Punktepolster herausspielte. Auch nach diesem erneuten Break ließen sich die Salzburger nicht aus ihrem Konzept bringen und überzeugten spielerisch auf der ganzen Linie. So brachte Petr Tucek sein Team in der 16. Minute erneut auf 29:25 heran. Die Roller Bulls zeigten sich jedoch von ihrer besten taktischen Seite und wussten das Aufbauspiel der Gäste durch schnelles Pressing und konsequente Defense geschickt zu stören. Die Freiräume wurden indes für schnelle Gegenstöße genutzt. Der von seiner Magen-Darm-Grippe wiedergenesene Mounir Moujoud sorgte kurz vor dem Pausenpfiff mit seinem Treffer zum 42:31 für einen beruhigenden Elf-Punkte-Vorsprung der Bulls.

In den vergangenen Meisterschaftsrunden wurde das dritte Viertel für die Bulls ob mangelnder Konzentration oder plötzlich fehlenden Spielflusses oftmals zum Verhängnis. Dieses Manko scheint in der laufenden Saison abgestellt, fegten die Bulls nach dem Pausentee doch wie ein Wirbelwind durch das SFZ. Praktisch mit der letzten Sekunde dieses Viertels sorgte ein überragend spielender Terence Edja-Wato mit seinem Treffer zum 64:40 für die Vorentscheidung. Mit einem satten 24-Punkte-Polster ließen die Bulls im Schlussviertel nichts mehr anbrennen und verwalteten souverän das Ergebnis, während die Salzburger sich mit zunehmender Spieldauer ihrem Schicksal ergaben. Am Ende stand ein deutlicher 77:57-Heimsieg auf der SFZ-Anzeigetafel. Ein gelungener Saisonstart, der bereits am Samstag um 19.30 Uhr mit dem nächsten Heimspiel gegen die Sabres aus Ulm seine Fortsetzung erfahren soll. Die Bulls sind jedenfalls auf dem besten Weg, sich an der Spitze der Tabelle zu etablieren. Zusammen mit den Rolling Chocolates aus Heidelberg belegen die Bulls mit vier Punkten den Spitzenplatz der 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga Süd.

Es spielten und trafen:

Roller Bulls Ostbelgien: Nazif Comor (30), Bart Nulens (10), Jamaa Saadi (13), Philippe Minten (4), Davy Bukkers (2), Mounir Moujoud (2), Quoc Binh Pho (5), Terence Edja-Wato (11), Stefan Veithen.

RSV Salzburg:Conny Wibmer (6), Christian Jurik (0), Andreas Bieber (0), Petr Tucek (21), Slobo Banjac (6), Avdija Destani (3), Ludwig Malter (7), Walter Pfaller (2), Radim Reichel (12)