Ticket für das „Spiel der Spiele“ gelöst

Bulls setzen sich mit 77:64 gegen die Skywheelers aus Frankfurt durch

Mit einem 77:64-Sieg gegen die zweite Mannschaft der Mainhattan Skywheelers aus Frankfurt haben die Roller Bulls aus St.Vith endgültig das Ticket zum „Spiel der Spiele“ am 23. Januar bei den Rhine River Rhinos in Wiesbaden gelöst.

Doch die Frankfurter zählen zu den routiniertesten Teams der 2. Liga Süd, sodass der Mannschaft von Michael Maréchal vor heimischem Publikum volle Konzentration abverlangt wurde. Den Bulls stand der komplette Kader zur Verfügung, sodass Maréchal erneut taktisch aus dem Vollen schöpfen konnte. Die Skywheelers präsentierten sich hingegen als „Damen-Power-Team“. Nirgendwo anders gibt es so viele Damen, die auf diesem Niveau in einer Mannschaft zusammenspielen. Mit Barbara Gross, Kerstin Bartel, Anna-Maria Müller, Heike Friedrich und Juliana Kromberg boten die Frankfurter insgesamt fünf Damen auf. Diese wurden eindrucksvoll von den Akteuren Johannes Hengst sowie Sebastian Arnold unterstützt.

Gleich mit dem Hochball entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zweier Mannschaften auf absoluter Augenhöhe. Vor allem Frankfurts Top-Scorer Johannes Hengst ließ mitunter seine ganze Klasse aufblitzen und verhinderte ein Absetzen der Bulls. Bereits in dieser frühen Phase des Spiels wurde deutlich, dass die Bulls mit ihrer Treffsicherheit haderten. Einfachste Korbleger konnten nicht genutzt werden, und auch bei Freiwürfen zeigte das Team von Michael Maréchal mitunter Nerven.

Ab der 5. Minute schienen die Bulls den Gegner besser in den Griff zu bekommen. Treffer von Philippe Minten und Arthur Fievet sorgten für ein Mini-Break zum 15:11. Die Gäste ließen sich jedoch nicht beirren, setzten in der Defensive konsequent nach und schafften kurz vor dem Ende des Auftaktviertels durch Johannes Hengst und der Powerfrau Heike Friedrich den 15:15-Ausgleich. Mit viel Glück konnte Christophe Van Houcke den ersten Spielabschnitt mit einem Mitteldistanzwurf mit 17:15 dennoch zugunsten der Gastgeber aus St.Vith entscheiden. Im zweiten Viertel begannen die Bulls deutlich besser. So zogen die St.Vither Rollstuhlbasketballer durch Treffer von Arthur Fievet und Juan Bernal zwischenzeitlich leicht mit 23:17 davon. Frankfurts Trainerstab reagierte sofort und nahm eine Auszeit, um die Situation taktisch neu zu bewerten. Mit unbändiger Moral kämpften sich die Gäste schließlich bis zur 16. Minute auf 27:24 heran, während die Zielgenauigkeit bei den Bulls weiter nachließ. Zur Pause lagen die Bulls knapp mit 31:27 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel wurde Frankfurt stärker, während die Bulls vor allem in der Defensive oftmals Schwächen aufzeigten. Das Spiel der Gastgeber war zu diesem Zeitpunkt von unnötigen Fouls und zahlreichen Fehlversuchen geprägt. Diese sichtliche Nervosität äußerte sich vor allem durch die fünf Mannschaftsfouls nach nur vier Minuten im dritten Viertel.

Dank eines exzellent aufgelegten Jamaa Saadi sowie Treffern von Arthur Fievet und Freiwürfen von Mounir Moujoud kämpften sich die Bulls allmählich wieder ins Spiel und eroberten die Führung eine Minute vor Ende des dritten Spielabschnittes zurück. Mit zwei Korblegern, seinem zweiten Steal sowie einem verwandelten Freiwurf besorgte Jamaa Saadi die 50:44-Führung für die Bulls vor dem alles entscheidenden Finalviertel. Anstatt jedoch auf die Aggressivität der Schlussphase des dritten Viertels aufzubauen, schlich sich plötzlich wieder der Schlendrian in die Bulls-Abwehr. Dieser wurde kaltschnäuzig von einem souveränen Johannes Hengst genutzt, der Frankfurt schnell auf 54:56 heranbrachte. Erst nach diesem Weckruf funktionierte plötzlich die aggressive Abwehr der Bulls über das ganze Spielfeld, sodass man fünf Minuten vor dem Spielende mit 60:54 in Führung gehen konnte.

Einige Ballgewinne und eine gefestigtere Abwehrarbeit sorgten in der Folgezeit für einen stetigen Führungsausbau. Plötzlich wurde das Spiel der Gastgeber aus St.Vith besser, durchdachter und vor allem klarer organisiert, sodass schöne Spielzüge schlussendlich für die Entscheidung sorgten. Am Ende siegten die Bulls mit 77:64 und können sich jetzt auf das Finalspiel am 23. Januar in Wiesbaden freuen.

Die Frankfurter Skywheelers erwiesen sich jedoch als spielstarkes Team, das den Bulls das Leben am Samstagabend im SFZ St.Vith sehr schwer gestaltete. Vor allem die Tatsache, dass Johannes Hengst (33 Punkte) und Heike Friedrich (19 Punkte) 52 der insgesamt 64 Frankfurter Punkte erzielten, zeugt von einer wenig konsequenten Abwehrarbeit der Bulls. Bis auf das Finalviertel handelte es sich um eine denkbar knappe Kiste mit jeweils nur zwei Punkten Differenz.

Für die Roller Bulls spielten und trafen: Juan Bernal (4), Lorenzo Boterberg (11), Arthur Fievet (15), Ralph Huylebroek, Philippe Minten (11), Mounir Moujoud (10), Bart Nulens (5), Jamaa Saadi (13), Christoph Van Houcke (6), Stefan Veithen (2)