Ostbelgien

Völlig den Faden verloren

ROLLER BULLS OSTBELGIEN 61 BASKETS HAMBURG 80

Eigentlich wollten die Roller Bulls Ostbelgien die Chance nutzen um zum Rückrundenstart gegen personell geschwächte Gäste aus Hamburg vor heimischer Kulisse den zweiten Saisonsieg einfahren.  Doch am Ende mussten sich die Bulls geschlagen geben und nach einer eher desolaten Leistung im Schlussviertel als Verlierer aus dem Sport- und Freizeitzentrum rollen.  
 
Dabei begann die Partie äußerst schwungvoll. 
 
Hoffnungsvoller Auftakt
 
Die Hanseaten, die lediglich mit sechs Spieler nach St.Vith angereist waren eröffneten den Punktreigen nach dem Hochball durch die am Samstagabend stark aufspielende Nationalspielerin Mareike Miller.  Die Bulls ließen sich jedoch nicht beirren und überzeugten durch exzellentes Kombinationsspiel, das auch unter dem Korb von Erfolg gekrönt wurde.  Nazif Comor, und Terence Edja-Wato brachten die Bulls sogar mit 6:2 in Führung. Dies beeindruckte die Gäste jedoch wenig, die vor allem aus der Distanz durch Mojtaba Kamali eifrig punkteten und nach sieben Minuten wieder eine deutliche 13:8-Führung realisierten.  Die Bulls hatten in dieser Phase zu viele Fehlwürfe, was Coach Jo Bongaerts zu einer ersten Auszeit nutzte. 
 
Hamburg stark aus der Distanz
 
Philippe Minten und Terence Edja-Wato wussten in der Folgezeit zu punkten, doch Hamburg wahrte den 5-Punkte-Abstand (14:19) bis zum Viertelende.  Die Roller Bulls Ostbelgien legten gleich zu Beginn des zweiten Spielabschnittes einen Traumstart hin und kamen unter anderem durch Mounir Moujoud sofort auf 20:21 heran.  Doch wer nun glaubte, die Baskets seien in ihrer Moral angeschlagen, sollte sich getäuscht sehen, denn das Team von Alireza  Ahmadi spielte sich geschickt aus der anfänglichen Umklammerung heraus und traf erneut souverän aus der Distanz.  Diese Distanzwürfe, diesmal von Martin Steinhardt, erwiesen sich als erste Wirkungstreffer, so dass sich in die Reihen der Bulls erneut Verunsicherung breit machte, was zu weiteren Fehlwürfen führte.  Zur Halbzeitpause lagen die Gäste aus Hamburg mit 35:27 in Führung.
 
Herangekämpft
 
Jo Bongaerts brachte nach der Pause Lorenzo Boterberg, der wegen einer Daumenverstauchung während der gesamten Woche nicht trainieren konnte.  Boterberg brachte zwar Tempo aufs Parkett, doch man sah deutlich, dass die Treffsicherheit unter der Bandage ziemlich litt.  So konnten die Hamburger Fehlwürfe der Bulls zu Kontern nutzen, die das Ergebnis zwischenzeitlich auf 42:27 hochschraubten.  Die Bulls fanden einfach keinen Zugriff und mussten mitunter tatenlos zusehen, wie die Hanseaten punkttechnisch davonrollten.  Erst in der zweiten Hälfte des dritten Spielviertels kamen die Roller Bulls Ostbelgien wieder langsam in Fahrt.  Nazif Comor, Lorenzo Boterberg und auch Philippe Minten übernahmen in dieser Phase Verantwortung und brachten die Bulls nochmals auf 51:55 heran.  Auch der Auftakt des Schlussviertels verhieß für die Roller Bulls Gutes, konnte man dich auf 55:57 herankommen, während Nazif Comor kurz darauf sogar unglücklich den Ausgleich verpasste.  Die Hamburger blieben in dieser prekären Phase äußerst nervenstark, während sich die Bulls nach kaum nachvollziehbaren Entscheidungen der drei Unparteiischen zu Diskussionen hinreißen ließen, die am Ende den eigentlich eingeleiteten Spielfluss zerstörten.  Ab der 35. Minute bekamen die Bulls somit nichts mehr ans gegnerische Brett, während die Hamburger wegen der Bulls-Teamfouls zu einer wahren Freistoß-Flut kamen, die Mareike Miller, Martin Steinhardt und auch Mojtaba Kamali souverän nutzten. 
 
Frust am Schluss
 
Drei Minuten vor dem Spielende wuchs der Vorsprung somit auf 13 Punkte (59:72) heran, was für die Bulls das moralische Aus bedeutete, verzettelte man sich doch in weitere Diskussionen mit den Unparteiischen und ließ weitere viel zu leichte Gegentreffer zu.  Erst in den Schlusssekunden gelang Terence Edja-Wato nach einer fünfminütigen Punkt-Durststrecke wieder ein Treffer, der jedoch nur Ergebniskosmetik bedeutete, denn am Ende siegten die Hanseaten unter lautem Applaus des ostbelgischen HSV-Klubs souverän mit 80:61.  Eine mehr als desolate Mannschaftsleistung der Roller Bulls Ostbelgien im letzten Spielabschnitt sorgte für dieses enttäuschende Ergebnis.  Die Defensive erlebte einen Grotten schlechten Tag und ließ die Hamburger zu viele Freiräume.  Hinzu kamen einfache Fehler bei Absprachen untereinander und beim Spielaufbau, die den Gästen aus Hamburg regelrecht in die Karten spielten.  Zu selten nutzen die Bulls zudem die Möglichkeit, die Gäste aus Hamburg zu Fehlern zu zwingen.  Die schwache Schiedsrichterleistung kann in diesem Zusammenhang zwar als Argument aber nicht als Hauptursache für dieses Heimdebakel ausgemacht werden.  Am Samstag geht es für die Roller Bulls Ostbelgien nach Rahden.  Im Hinspiel vor heimischer Kulisse unterlagen die St.Vither Rollstuhlbasketballer den Baskets 96 deutlich mit 42:70. 
 
Die Zwischenergebnisse:
 
1.     Viertel 14:19
2.     Viertel 13:16 (27:35)
3.     Viertel 24:20 (51:55)
4.     Viertel 10:25 (61:80)
Endstand 61:80
 
Es spielten und trafen
 
Roller Bulls Ostbelgien: Juan Bernal, Nazif Comor (14), Robby Hulsmans (6), Philippe Minten (10), Mounir Moujoud (10), Bart Nulens, Jamaa Saadi (4), Davy Bukkers, Terence Edja Wato (11), Lorenzo Boterberg (6)
 
BG Baskets Hamburg: Martin Steinhardt (26), Mareike Miller (16), Anne Patzwald (4), Alireza Ahmadi (9), Marcin Balcerowski (5), Mojtaba Kamali (20)
 
Der 10. Spieltag im Überblick:
 
BSC Rollers Zwickau              -           Doneck Dolphins Trier          73:78
Rhine River Rhinos                -           Baskets 96 Rahden                58:75
RSB Thuringia Bulls               -           RBB Iguanas München          89:54
RSV Lahn-Dill                         -           Hannover United                   85:59
Roller Bulls Ostbelgien         -           BG Baskets Hamburg                       61:80