Wir haben uns selbst geschlagen!

Roller Bulls unterliegen Aufsteiger Kaiserslautern in der Verlängerung

Das Trainerduo sprach vor der Partie gegen den Aufsteiger Rolling Devils aus Kaiserslautern vom wohl „wichtigsten Spiel der Meisterschaft“, wollten die Roller Bulls doch durch einen Heimsieg einen ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.  Die Leistung der Vorwoche beim Vizemeister aus Zwickau stimmte das Team jedenfalls optimistisch, wenngleich man von der Spielstärke und den personellen Verbesserungen des Aufsteigers wusste.

 

Die Bulls lieferten im ersten Viertel eine Spitzenleistung ab, in der schier alles stimmte: exzellente Kombinationen, tolle konsequente Defensivarbeit und vor allem eine für Bulls-Verhältnisse atemberaubende Trefferquote.  

 

Perfekter Auftakt

 

Vor allem Lorenzo Boterberg und Juan Bernal wussten in diesen ersten Minuten zu überzeugen und trugen maßgeblich zum 21:12-Vorsprung bei. Bis auf einen Punkt von Arthur Fievet waren es diese beiden kampfstarken Bulls, die alle weiteren Körbe für die St.Vither Rollstuhlbasketballer warfen. Die Rolling Devils aus Kaiserslautern waren sichtlich überrascht und fanden zunächst kein probates taktisches Gegenmittel gegen diese gut aufgestellte St.Vither Mannschaft.  Lediglich Guard Taz Capasso sorgte mit einigen Distanzwürfen dafür, dass der Abstand nicht zu groß wurde. Auch im zweiten Spielabschnitt vor der Pause setzten die Bulls ihr aggressives und kampfbetontes Spiel unverändert fort.  Hierbei hob sich auch die Bulls-Bank als tolle Unterstützung hervor, denn Jamaa Saadi, Yono Van Rompaey, Mounir Moujoud und Stefan Veithen rotierten souverän und hielten das Tempo im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Hamburg besonders hoch.  Bei den Gästen war es nach wie vor Routinier Taz Capasso, der aus der Distanz zu punkten wusste. Mit einem klaren 10-Punkte-Vorsprung gingen die Roller Bulls in die wohl verdiente Pause (38:28).

 

Satte Pausenführung

 

Nach dem Pausentee gestaltete sich die Partie zunehmend hektisch.  Vor allem bei den Gastgebern schlichen sich unverständlicherweise erste Konzentrationsschwierigkeiten mit herben und unnötigen Ballverlusten, kleineren Fouls und ungenauen Wurfversuchen ein.  Dadurch litt der zuvor exzellente Spielfluss ungemein.  Stefan Veithen reagierte sofort und brachte seine gut in die Partie gestartete „Starting Five“, die fortan aber auch nichts mehr ans Brett bringen sollte.  Trotz dieser spielerischen Flaute konnten die Bulls den Gegner aus Kaiserslautern mit 51:41 weiterhin auf Distanz halten.  Kurz vor Ende des dritten Spielabschnittes machte Lorenzo Boterberg sein viertes persönliches Foul und war dadurch für das finale Viertel bereits „angezählt“.  

 

Völlig den Faden verloren

 

Die hektische Spielweise der Bulls wurde zum Leidwesen des Trainerduos auch im letzten Viertel fortgesetzt, so dass Kaiserslautern Morgenluft witterte und taktisch mit einem konsequenten Pressing alles auf eine Karte setzte.  Nach vier Minuten im letzten Viertel kam das Team von Sascha Gergele bedrohlich auf 56:53 heran.  Die erneute Einwechslung von Lorenzo Boterberg und Juan Bernal war nur von bescheidener Wirkung, denn kurz darauf musste St.Viths Punktegarant Boterberg mit seinem fünften persönlichen Foul vom Feld.  Gegen das Pressing von Kaiserslautern fanden die Bulls kein geeignetes Gegenmittel, so dass ein kontrollierter und effizienter Spielaufbau nicht mehr stattfand.  Zwei Minuten vor dem Spielende glichen die Gäste erstmals zum 60:60 aus.  Es kam zu einem offenen Schlagabtausch bei dem Kaiserslautern die jeweilige Führung der St.Vither Rollstuhlbasketballer stets wieder ausgleichen konnte.  

 

Verlängerung im Fotofinish

 

 

Eine Minute vor Spielende gingen die Rolling Devils erstmals in Führung (64:62).  Doch Mounir Moujoud sorgte einige Sekunden vor dem Schlusspfiff für den erlösenden 64:64-Ausgleich, der die Bulls schließlich in die Verlängerung rettete. In der fünfminütigen Extrazeit waren die Bulls jedoch von allen guten Geistern verlassen und leisteten sich Fehler um Fehler, die den Gast stark machten.  Auch kam es aufgrund jeweils von fünf Fouls für jedes Team zu einem Freiwurfszenario, das jeglichen Spielfluss im Keim erstickte.  Die Rolling Devils hatten hierbei die stärkeren Nerven und schickten die Roller Bulls am Ende mit 82:74 auf die Verliererstraße.  Eine enttäuschende, da vermeidbare Niederlage, die aufgrund der Tabellenkonstellation besonders schmerzt.  Jetzt heißt es für die Bulls die Ärmel hochzukrempeln und gegen die weiteren Teams im unteren Tabellenbereich voll konzentriert zu punkten.  Am kommenden Sonntag trifft das Team von Stefan Veithen und Juan Bernal  auf das RSB Team Oettinger Thüringen.   

Zwischenstände:

 

1. Viertel: 21:12

2. Viertel: 17:16

3. Viertel: 13:13

4. Viertel: 13:23

Verlängerung: 10:18

Endstand: 74:82

 

Es spielten und trafen: 

 

Rolling Devils Kaiserslautern: Matthias Heimbach (7), Taz Capasso (25), Pieter Dries (3), Paul Nikolaus (3), Mark Beissert (13), Janic Binda (11), Philipp Häfeli (17), Viktor Hammerschmidt (1) und Serdar Antac (2), 

 

Roller Bulls: Philippe Minten (2), Stefan Veithen (0), Yono Van Rompaey (10), Juan Bernal (8), Marc De Vos (0), Arthur Fievet (23), Ralph Huylebroek (0), Mounir Moujoud (10), Jamaa Saadi (8) und Lorenzo Boterberg (13)

 

Schiedsrichter in der Zwickauer Scheffelbergsporthalle:

Burchard, Reichardt und Koltes

 

Analyse:

Roller Bulls: Feldwürfe 43%

Freiwürfe 47%

29 Fouls

 

Rolling Devils: Feldwürfe 42%

Freiwürfe 44%

23 Fouls

 

Stimme zum Spiel:

 

Stefan Veithen, Coach der Roller Bulls: „Ich bin sehr enttäuscht und entschuldige mich im Namen der gesamten Mannschaft beim Publikum für diese desolate Leistung im Schlussviertel und in der Verlängerung.  So kann und darf man als Mannschaft nicht auftreten, wenn man in der 1. Bundesliga etwas erreichen möchte.  Wir sind an dieser Niederlage selber schuld, da wir unser Spiel auf lediglich 30 Minuten beschränkt haben.  In der letzten Phase haben wir hingegen nur Mist gespielt und haben uns durch Konzentrationsmängel selbst nervös gemacht und um einen möglichen Sieg gebracht.  Ich kann noch immer nicht erklären, was da in diesen 15 Minuten des Schlussviertels und der Verlängerung mit uns los war.  Es ist nicht tragisch gegen Kaiserslautern zu verlieren, doch die Tatsache, dass diese Niederlage eigen verschuldet ist, stimmt mich doch wütend, da diese beiden Punkte uns hinsichtlich unseres Saisonziels „Klassenerhalt“ nützlich gewesen wären.  Gegen Oettinger werden die Trauben des Erfolgs wieder unerreichbar für uns sein, so dass wir dort weiter ab unserer Taktik basteln und für die anstehenden Spiele gegen Köln und Frankfurt Erfahrung und Selbstvertrauen tanken können. Viele dieser Fehlschritte dürfen wir uns in dieser Saison aber nicht mehr erlauben!“

 

 

Die weiteren Ergebnisse des 3. Spieltages:

 

RSV Lahn-Dill - RSC Rollis Zwickau 77:48

Mainhattan Skywheelers - Goldmann Dolphins Trier 60:79

Roller Bulls St.Vith - Rolling Devils Kaiserslautern 74:82

Köln 99ers - BG Baskets Hamburg 53:66

Jena Caputs - Oettinger RSB Thüringen 37:91

 

Die Tabelle nach dem 3. Spieltag

 

1

RSV Lahn-Dill

6:0 

222:146 

76 

2

GOLDMANN Dolphins Trier

4:2 

247:185 

62 

3

OETTINGER RSB Team Thüringen

4:2 

242:177 

65 

4

RSC-Rollis Zwickau

4:2 

218:171 

47 

5

BG Baskets Hamburg

4:2 

205:187 

18 

6

Mainhatten Skywheelers

4:2 

186:183 

7

Rolling Devils Kaiserslautern

4:2 

172:202 

-30 

8

Köln 99ers (RBBL)

0:6 

134:190 

-56 

9

Roller Bulls St. Vith

0:6 

185:244 

-59 

10

Jena Caputs

0:6 

107:233 

-126