Ostbelgien

"Wir können doch besser...!"

Doneck Dolphins Trier vs Roller Bulls Ostbelgien (SA., 18 Uhr)

Trier/St.Vith.-  Derzeit läuft es bei den Roller Bulls Ostbelgien wenig rund.  Eine katastrophale Trefferquote und mitunter unzulängliche taktische Entschlossenheit haben die ostbelgischen Rollstuhlbasketballer in eine Sinnkrise gestürzt.  Bisheriger Höhepunkt dieser sportlichen Talsohle sicherlich die hauchdünne Heimpleite gegen die ebenfalls im Abstiegskampf verstrickten Rhine River Rhinos aus Wiesbaden.  Am heutigen Samstag geht es für das Veithen-Team zum Derby-Erzrivalen nach Trier, wo bekanntlich die Trauben des Erfolges ebenfalls besonders hoch hängen.   

Natürlich treten die Roller Bulls Ostbelgien die Reise in die Römerstadt als krasser Außenseiter an, doch setzt man nach dem Motto „wir können es doch besser!“ auf sportliche Konsolidierung. 

Es muss einiges besser werden!

„Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft in den vergangenen Spielen alles andere als zufrieden und einverstanden.  Doch handelt es sich nicht um die Einstellung, sondern vielmehr um das probate Umsetzen der Trainingsleistungen im Spiel.  Während der Trainingseinheiten funktionieren wir perfekt und wir treffen aus allen Lagen.  Im Spiel scheint es mir, als ob all das, was im Training hart erarbeitet wurde plötzlich vergessen ist.  Für mich als Trainer ein absolutes Rätsel.  Auch in Gesprächen mit meinen Spielern, die mitunter ja jahrelange Erfahrung auch auf höchstem Niveau besitzen, gibt es keine Erklärungen dafür.  Aus diesem Grund müssen wir weiter hart arbeiten und an uns und unsere Qualitäten glauben.  Irgendwann werden wir dann auch belohnt werden und der Knoten wird platzen“, meinte Stefan Veithen.

Dolphins Schwächen in der Defense

In Trier trauert man derweil der schmerzlichen Heimniederlage gegen die Hamburg Baskets nach.  Doch das Ergebnis von 82:88 verdeutlicht auch, dass die Trierer ihrer grandiosen Form der vergangenen Saison etwas hinterherhinken.  Derzeit steht die Passiman-Truppe auf Platz 4 mit 12 Punkten auf der Habenseite.  Doch die Punktedifferenz gibt Aufschluss auf die aktuellen Probleme.  Mit einer positiven Differenz von 29 Punkten tun sich Schwächen in der Defensive auf.  Trier hat mit 617 Gegenpunkten die viertschlechteste Abwehr der Liga, wenngleich die Offensive mit 649 Punkte nach wie vor top ist.  Auch die Ergebnisse der Vorwochen erweisen sich bei näherer Betrachtung nicht wie gewohnt souverän.  Neben der Niederlage gegen Hamburg setzten sich die Trier gegen Köln (66:54) und Zwickau (75:66) jeweils knapp durch. 

Gratmesser

„Trier ist nach wie vor eine der besten Teams der Serie.  Vor allem Dirk Passiwan ist der große Motivator, der seine Spieler immer pusht und auch in schwierigen Situationen eine Lösung findet.  Im Pokal haben wir gegen Trier gespielt und konnten auch phasenweise zu unserer gewohnten Spielweise zurückfinden.  In diesen Phasen waren wir in etwa auf Augenhöhe.  Ich erachte das Spiel gegen Trier als Gratmesser und hoffentlich auch als Kehrtwende aus unserer Misere.  Denn in zwei Wochen empfangen wir die Iguanas aus München, gegen die wir noch eine Rechnung offen haben und punkten können und auch müssen.  In Trier möchten wir endlich in unsere Spur zurückfinden“, betonte Stefan Veithen abschließend. Als großes Manko bezeichnet Stefan Veithen das geringere Trainingspensum seines Teams. „Wir trainieren zwei Mal in der Woche, da viele noch berufstätig sind.  Alle anderen Teams der Liga arbeiten indes unter Profi-Bedingungen.  Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Spieler das große Geld verdienen.  Doch haben diese Spieler die Möglichkeit vier bis fünf Mal in der Woche zu trainieren.  Dazu gehört Muskelaufbau, Schwimmtraining, Koordination, Taktik und natürlich auch das reine Basketballtraining.  Diese größere Fitness macht sich zwangsläufig auch im Tempo bemerkbar, so dass wir dieses Manko mit Aggressivität und Kampfmoral kompensieren müssen.  Das klappt derzeit leider nur bedingt.“  Den Roller Bulls Ostbelgien steht der komplette Kader zur Verfügung, wenngleich Lorenzo Boterbergs Handverletzung noch nicht vollständig auskuriert ist. Das Spiel in der Trier-Arena kann online über den FibaStat-Liveticker verfolgt werden. (www.rollerbulls.be)