Ostbelgien

Wochen der Entscheidung

Roller Bulls vs Lahn-Dill II wird zum Gratmesser

Die Roller Bulls sind positiv in das neue Jahr gestartet, in dem der seit Jahren anvisierte Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs realisiert werden soll.  Die letzten Spiele vor dem Jahreswechsel trieben bei den Bulls-Verantwortlichen allerdings große Sorgenfalten auf die Stirn, so dass sich das Team von Coach Stefan Veithen während der Winterpause neu sammeln musste um zum langen Endspurt in die Erstklassigkeit anzusetzen.  Nach dem quasi Pflichtsieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Ulm erwartet die Bulls mit der zweiten Garnitur des deutschen Abonnementmeisters Lahn-Dill ein völlig anderes Kaliber.  

 

Wenngleich die Lahn-Diller aufgrund der Zugehörigkeit ihres ersten Teams in der 1. Bundesliga keine Aufstiegsträume hegen, ist der sportliche Ehrgeiz bei dieser „Erstligareserve“ unbestritten. 

 

„Erstligareserve“

 

Nicht von ungefähr mischt das Team von Daniel Stange seit Jahren an der Spitze der 2. Bundesliga mit und erweist sich mitunter auch in Sachen Aufstieg als „Zünglein an der Waage“.

Das Hinspiel in Lahn-Dill konnten die Bulls erst in einer packenden Verlängerung knapp mit 64:59 für sich entscheiden.  Ein ähnlich knappes Ergebnis erwartet Stefan Veithen auch am Samstagabend im Sport- und Freizeitzentrum St.Vith, wenn um 19.30 Uhr der Hochball eine wohl für die St.Vither Rollstuhlbasketballer richtungsweisende Partie eröffnet.  „Natürlich haben wir das Potenzial Lahn-Dill zu schlagen, doch dürfen wir uns keine Schwächephasen wie in den vergangenen Spielen erlauben.  Das würde Daniel Stange und seine Mannen sofort bestrafen.  Daher müssen wir versuchen sofort zu unserem Spiel zu finden, beziehungsweise sofort dem Spiel unseren eigenen Stempel aufzudrücken.  Hierfür steht mir der komplette Kader zur Verfügung, so dass ich taktisch und auch in Sachen Rotation aus dem Vollen schöpfen kann“, erklärte Stefan Veithen.

 

Lahn-Dill mit breiter Bank

 

Auch warnt der St.Vither Coach vor Meldungen aus Lahn-Dill, die so genannte „Personalsorgen vor dem Spitzenspiel“ beschreiben.  „Wir dürfen uns nicht auf den Gegner verlassen und auf personelle Absagen bei Lahn-Dill  hoffen, sondern müssen uns ausschließlich nur auf uns konzentrieren.  Alles andere wäre in unserer Situation nicht dienlich.“  Auf der offiziellen Webseite Lahn-Dills klagt Coach Daniel Stange über akute Personalprobleme.  Die Rede ist von gleich vier Mannschaftssäulen, die dem Trainer beim Abstecher nach Ostbelgien nicht zur Verfügung stehen.  Felix Schell, Nico Dreimüller, Tristan Paar sowie der verletzte Carsten Crombach gelten zwar als gesetzt, doch verfügt der Traditionsklub über eine breite Bank, die diese Ausfälle kompensieren kann.  „Nach dem schönen Jahresauftakt ist das natürlich für uns eine unerfreuliche Konstellation.  Dennoch gebe ich mich optimistisch, denn selbst wenn damit quasi alle Rotationsmöglichkeiten wegfallen, haben wir noch weitere herausragende Akteure im Team. Aber es wird ein Kraftakt, denn es ist fast unmöglich über 40 Minuten in höchster Intensität gegen ein Team wie die Bulls zu bestehen“, so der RSV-Coach. 

 

„Lowpointer“ Spiel entscheidend?

 

Hierbei machte der Coach vor allem die „fehlende Größe“ als möglichen Hemmschuh aus.  „Felix Schell wird uns durch seine Größe und Präsenz besonders fehlen, da wir dem Bulls-Hünen Nazif Conor mit einer durchschnittlichen Trefferquote von 18,4 Punkten pro Spiel körperlich nicht viel entgegensetzen können. „Wir müssen Comor spätestens am Zonenrand stoppen, das hat oberste Priorität“, fordert RSV-Coach Stange.  Spielentscheidend könnte demnach das Duell der „Lowpointer“ werden.  Mit Bart Nulens (9,2 Punkte)und Christopher Huber (9,8 Punkte) stehen am Samstagabend im SFZ St.Vith die zwei derzeit  gefährlichsten „Lowpointer“ auf dem Parkett.  Das hat auch Daniel Stange als taktische Variante erkannt: „Wir sind kleiner, aber beweglicher, und wir haben die besseren Schützen auf dem Feld.  Diesen vermeintlichen Vorteil werden wir uns aber defensiv äußerst hart erkämpfen müssen“, sieht RSV-Coach die Situation vor der Partie.

 

Bulls brauchen Siege

 

Für die Bulls hat die Partie jedenfalls entscheidenden Charakter was die Titelfrage angeht.  In den kommenden Wochen gelten nur Siege und Punkte um die Widersacher aus Frankfurt, München und Lahn-Dill auf Distanz zu halten und das Tor zur Erstklassigkeit aufzustoßen.  „Wir wissen sehr gut was auf dem Spiel steht und meine Mannschaft wird alles daran setzen, um das Ziel des Aufstiegs zu erreichen.  Daher hoffen wir auch für das Heimspiel am heutigen Samstag auf große und vor allem lautstarke Fanunterstützung“, so Stefan Veithen abschließend.

In den weiteren Spielen stehen sich Sabres Ulm und die Manhattan Skywheelers sowie die Chocolates Heidelberg und die Iguanas München gegenüber.