Ostbelgien

Zufrieden und glücklich

Interview mit Edgard Boemer (Teammanager) und Stefan Veithen (Co-Trainer)

Wie war die Meisterschaft 2015-16 für Sie als Manager im Rückblick?

Edgard Boemer: Die Meisterschaft ist für mich persönlich positiv verlaufen. Der Aufstieg wurde zwar nicht geschafft aber dafür haben wir dem Publikum viel Spannung und schöne Spiele geboten. Denn für das Publikum ist es interessanter, Spiele gegen vermeintlich gleichwertige Gegner anzuschauen, da der Ausgang nicht feststeht.  Das war in der Oberliga, wo wir wissen, dass wir gegen die sechs Ersten nur wenig Siegchancen besitzen nicht der Fall.

Und für Sie aus sportlicher Sicht?

Stefan Veithen: Eigentlich haben wir alles richtig gemacht und haben zu einem tollen Team zusammengefunden.  Die Ergebnisse sind zufriedenstellend und am Ende fehlte uns eigentlich nur eine gute Leistung in einem Spiel, nämlich gegen Wiesbaden.  Auf diese Leistung können wir aufbauen und dann in der kommenden Saison erneut attackieren.

Was nehmen Sie aus dieser Meisterschaft mit?  

Edgard Boemer: Wir haben endlich eine stärkere Mannschaft auf dem Papier gehabt, die zueinander gefunden hat.  Vor allem gut angekommen ist Bart Nulens, der sich sofort als fester Bestandteil eingebunden hat.  Auch Chris Van Houcke hat eine tolle Saison gespielt.  Außerdem konnten wir mit Arthur Fievet, Chris Van Houcke und selbstverständlich auch Lorenzo Boterberg drei unserer Spieler in die Top-Ten der besten Werfer platzieren. 

Gab es rückblickend auch negativere Aspekte?

Edgard Boemer:  Während der Saison konnten wir nicht immer den Mannschaftsgeist der letzten Jahre aufs Parkett bringen.  Das lag vermutlich auch ein wenig an der Unerfahrenheit unseres Trainers, der sich erst in dieses gestandene Team einleben musste.  Das wussten wir aber bereits im Vorfeld, so dass es von Spiel zu Spiel besser wurde.  Ein großer Wermutstropfen ist und bleibt allerdings die schlechte Freiwurf-Quote.  Diese hat sich zwar leicht verbessert, doch wir lassen nach wie vor zu viele Punkte liegen, was in engen Partien spielentscheidenden Charakter hat.

Wie sind Sie als Teamverantwortlicher mit der Leistung der Bulls zufrieden?

Edgard Boemer: Ich bin sehr zufrieden; lediglich ein Leistungsabfall in Wiesbaden hat uns den Ausfstieg gekostet.

Stefan Veithen:  Wir haben gut gespielt, doch waren wahrlich nicht die absoluten Überflieger, was einige knappe Ergebnisse gegen Ulm, Frankfurt und Heidelberg belegen.  Der Kontrahent aus Wiesbaden hat diese Spiele – bis auf die Niederlage gegen uns – deutlicher gestaltet.  Somit glaube ich auch, dass die Rhinos der verdiente Aufsteiger sind.

Bleibt das Team personell so bestehen oder gibt es „Abgänge“?  

Edgard Boemer: Arthur Fievet wird den Verein leider aus beruflichen Gründen verlassen. Er hat sein Kine-Examen bestanden und geht für ein Jahr auf die „Ile de la Réunion“.  Auch der Coach Michael Maréchal wird nächste Saison nicht mehr zur Verfügung stehen, da die Belastung Beruf, Familie und Sport zu groß war. Aller Voraussicht nach wird das Team im kommenden Jahr erneut vom Duo Veithen-Bernal betreut werden.  Ansonsten werden wir wohl auf dieselbe Mannschaft zurückgreifen können, möchten aber noch ein oder zwei Verstärkungen verpflichten.

Stefan Veithen:  Der Saisonauftakt ist noch sehr weit, denn wir werden erst Ende September in die neue Meisterschaft starten.  Daher kann noch ziemlich viel passieren.  Dennoch glaube ich, dass wir in der kommenden Saison wieder um den Aufstieg spielen können.  Dann hoffentlich mit einem glücklicheren Ausgang für uns.  Wir werden auch versuchen, die Spielpraxis in der langen Zwischensaison mittels Freundschaftsspielen aufrecht zu erhalten.  

Wie bewerten Sie die „Rollstuhlbasketball-Verrücktheit“ der Ostbelgier?  Kann man im Fanbereich noch in Zukunft mit Überraschungen rechnen?

Edgard Boemer:  Der Rollstuhlbasketball ist in Ostbelgien als Sport fest etabliert.  Neben der Leistung unserer Spieler haben vor allem die Fans dazu beigetragen, diesen Sport salonfähig zu machen.  Und jeder, der ein Spiel live gesehen hat, ist begeistert und kommt gerne wieder vorbei.  Auch die Gastmannschaften und die Schiedsrichter bescheinigen uns ein faires Kennerpublikum.  Wohl nur selten spielen die Gastteams vor so gut besuchten Zuschauerrängen.  In der zu Ende gehenden Saison hatten wir einen Schnitt von 270 zahlenden Zuschauern.  Diese Fans wollen Leistung sehen und die Akteure zeigen diese gewünschte Leistung – somit passt alles und das soll auch in Zukunft so bleiben. Tolle Fans und treue Sponsoren erlauben es den Roller Bulls sich unter besten Bedingungen zu präsentieren.